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Der Qinghai-See ist Chinas größter Binnensalzsee. Am Südufer zieht sich die Qinghai Lake No. 1 Highway auf 121,3 Kilometern als Landschaftskorridorstraße entlang. Zusammen geben See und Straße einen prägnanten Einblick in Qinghais Landschaft; andernorts prägen Hochlandnatur, Flussquellen und kulturelle Orte die Region auf ganz eigene Weise.

Hochlandnatur im Rhythmus des Jahres

In Hoh Xil sind alpine Grasländer und Wiesen rund um die Seebecken bedeutende Kalbungsgebiete für Populationen von Tibetantilopen aus dem gesamten Hochland. Zu Beginn jedes Sommers ziehen Zehntausende weibliche Tibetantilopen aus ihren Überwinterungsgebieten im Westen, Norden und Osten über Hunderte Kilometer zu den Seebecken, um dort zu kalben. So gehören Landschaft und ein wiederkehrender natürlicher Jahreslauf hier eng zusammen.

Eine weitere Dimension eröffnet der Sanjiangyuan-Nationalpark. Er schützt die Quellgebiete des Jangtse, des Gelben Flusses und des Lancang und umfasst 190.700 Quadratkilometer. Das Landschaftsspektrum reicht von Gletschern und schneebedeckten Bergen über hochgelegene Feuchtgebiete bis zu Wüsten- und Gobi-Landschaften sowie alpinen Grasländern und Wiesen. Diese Vielfalt macht deutlich, dass Qinghais Natur nicht nur durch seine Seen, sondern auch durch ganz unterschiedliche Hochlandräume geprägt ist.

Klöster, Kunst und Traditionen

Das Ta'er-Kloster verbindet religiöse Geschichte mit markanter Architektur. Es zählt zu den sechs bedeutenden Klöstern der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus und ist der Geburtsort ihres Gründers Tsongkhapa. Der palastartige Komplex vereint tibetische und han-chinesische Baustile. Bekannt ist das Kloster außerdem für seine künstlerischen „drei Schätze“: Butterplastiken, Wandmalereien und Applikationsstickereien. Architektur und Kunsthandwerk eröffnen so unterschiedliche Zugänge zu diesem Ort.

Die Regong-Kunst bietet einen weiteren Blick auf die Kunst des tibetischen Buddhismus. Zu ihr gehören Thangka, Wandmalerei, Applikationsstickerei und Skulptur; sie gilt als bedeutende Kunstschule. Ein eigener kultureller Akzent ist das Regong-Juni-Fest. Es findet jedes Jahr vom 17. bis zum 25. Tag des sechsten Monats nach dem Mondkalender abwechselnd in 24 tibetischen und tuischen Dörfern entlang des Longwu-Flusses statt. 2006 wurde das Fest in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen; seine Geschichte reicht 1.400 Jahre zurück. Prüfen Sie vor der Reise das konkrete Kalenderdatum, denn der Termin richtet sich nach dem Mondkalender.

Eine andere historische Perspektive eröffnet Atomic City. Der Ort liegt auf der Jinyintan-Graslandschaft in Xihai Town, im Kreis Haiyan und in der Tibetischen Autonomen Präfektur Haibei in Qinghai. Hier befand sich Chinas erste Forschungsbasis für Atomwaffen; Atomic City ist deren ehemaliger Standort. Das Atomic City Memorial Museum stellt umfassend die Entwicklung der chinesischen Atomenergiewissenschaft und der Nuklearindustrie dar. Dieser Schwerpunkt unterscheidet sich deutlich von den religiösen und künstlerischen Themen Qinghais.

Spiegelungen am Chaka Salt Lake

Das Landschaftsgebiet Chaka Salt Lake liegt in Chaka Town im Kreis Wulan, in der Mongolisch-Tibetischen Autonomen Präfektur Haixi. Seine starke Spiegelreflexion prägt eine Landschaft, die als „Spiegel des Himmels“ Chinas bezeichnet wird. Zum Gebiet gehört ein 4.714 m² großes Museum, das kulturelle Darstellung, Besichtigung, wissenschaftliche Bildung und praktische Erfahrung verbindet. Damit stehen die Spiegelwirkung des Salzsees und die kulturelle wie wissenschaftliche Vermittlung im selben Landschaftsgebiet nebeneinander.

Weitere Reiseziele entdecken: Xining, Haixi, Hainan, Yushu, Haidong, Haibei, Golog, Huangnan.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: China.

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