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Xi'an verbindet eine Stadtmauer aus der Zeit vor mehr als 600 Jahren mit Museen, Tempeln und historischen Palastanlagen. Die Themen reichen von militärischer Verteidigung und den Dynastien Zhou, Han und Tang bis zu buddhistischen Schriften und archäologischen Funden. Wer den kulturellen Schwerpunkt einer Reise festlegen möchte, kann die Stadt nach solchen unterschiedlichen Geschichten erkunden.

Stadtmauer und historische Bauwerke

Die Stadtmauer von Xi'an wurde als militärisches Verteidigungssystem auf dem Fundament einer Anlage aus der Sui- und Tang-Dynastie (581–907) errichtet. Ihr Komplex erstreckt sich über 13,74 Kilometer. Besucher gehen auf der Mauer oder im umliegenden Landschaftsbereich spazieren. Eine im März 2024 beschriebene Tour-App informiert über die Geschichte der Mauer und weitere Attraktionen und hebt beliebte Fotostellen hervor; das Angebot kann sich ändern.

Auch die Türme erzählen von praktischen Aufgaben früherer Stadtgeschichte. Der Glockenturm wurde 1384 errichtet und diente als Notfallalarm und zur Zeitangabe. Der Trommelturm entstand vier Jahre früher und wurde während der Qing-Dynastie (1644–1911) zweimal wiederaufgebaut. So stehen zwei nahe beieinander benannte Bauwerke für unterschiedliche Funktionen und Baugeschichten. Der Daming-Palast wiederum war der Palastkomplex der Tang-Dynastie, in dem 17 von 21 Tang-Kaisern politische Angelegenheiten regelten.

Museen mit unterschiedlichen Zeitspannen

Das Shaanxi History Museum umfasst 370.000 Exponate, die einen Zeitraum von mehr als einer Million Jahren bis etwa 1840 veranschaulichen. Drei Dauerausstellungshallen gliedern die Geschichte: eine zur Vorgeschichte, eine zu den Epochen von der Zhou- bis zur Tang-Dynastie und eine zur späteren Geschichte bis 1911. Eine weitere Sammlung setzt einen engeren Schwerpunkt: Die Galerie für Tang-Wandmalereien zeigt 600 Wandmalereien aus mehr als 20 Adelsgräbern dieser Dynastie.

Das Xi'an Museum liegt im südlichen Teil der Stadt unterhalb der Kleinen Wildganspagode. Seine Angebote verbinden Ausstellungen mit interaktiven Aktivitäten, Handwerksworkshops, nächtlichen Führungen und Bildungsprogrammen. Diese Programmangaben stammen aus einer Beschreibung vom April 2024; einzelne Angebote können sich ändern. Zu den 2024 beschriebenen Ausstellungsformen gehören außerdem virtuelle Daumenkino-Bücher, digitale Hologrammvorführungen und interaktive Displays.

Eine andere Perspektive bietet das Shaanxi Archaeology Museum in Xi'an: Es zeigt mehr als 5.200 Kulturgüter, die bei archäologischen Ausgrabungen in der Provinz Shaanxi geborgen wurden. Das Xi'an Guanzhong Folk Art Museum bewahrt und erforscht mehr als 40.000 volkskundliche Relikte aus der Zeit ab der Westlichen Zhou-Dynastie, ungefähr vom 11. Jahrhundert bis 771 v. Chr. Die Sammlungen unterscheiden sich damit sowohl nach ihrem Gegenstand als auch nach ihrer zeitlichen Einordnung.

Religiöse und kaiserliche Geschichte

Die Große Wildganspagode ist als Teil des Kulturerbes entlang des Korridors Seidenstraße–Chang’an–Tianshan in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen. Es wird angenommen, dass der buddhistische Mönch Xuanzang dort die aus Indien mitgebrachten Sanskrit-Schriften übersetzte. Im Xingjiao-Tempel befinden sich mehr als 10.000 Bände buddhistischer Schriften; Steintafeln tragen den vollständigen Text des Diamant-Sutra.

Auch die Große Moschee von Xi'an verbindet religiöse und architektonische Geschichte. Die meisten erhaltenen Gebäude stammen aus der Ming-Dynastie (1368–1644). Sie wird als weltweit einzige Moschee in der Form eines traditionellen chinesischen Gartens beschrieben. Beim Weiyang-Palast liegt der Schwerpunkt auf der Westlichen Han-Dynastie (206 v. Chr.–24 n. Chr.): Experten schätzen ihn als deren politisches Zentrum und Nationalsymbol ein.

Stätten im näheren Umfeld

Das Mausoleum Qinshihuangs liegt 35 Kilometer nordöstlich von Xi'an. Zu der Anlage gehören fast 200 Nebenanlagen mit lebensgroßen Terrakotta-Soldaten und -Pferden sowie bronzenen Streitwagen und Waffen. Im nahe gelegenen Mausoleumsstätten-Museum des Kaisers Qin Shihuang ist das Museum der Terrakotta-Krieger und -Pferde in die Bereiche Grube 1, Grube 2 und Grube 3 gegliedert. Dort werden mehr als 7.000 Tongefäße in Form von Soldaten und Pferden sowie Streitwagen und Waffen ausgestellt.

Der nahe gelegene Huaqing-Palast ist für seine Thermalquelle bekannt und umfasst das Museum der kaiserlichen Tang-Thermalquellenreste. Damit stehen im Umfeld Xi'ans sowohl die archäologischen Zeugnisse des Qinshihuang-Mausoleums als auch eine Anlage mit Bezug zu den Tang-Thermalquellen zur Auswahl. Für einen kulturellen Aufenthalt ist das eine andere thematische Ergänzung zu Stadtmauer, Museen und religiösen Bauwerken in Xi'an.

Weitere Facetten der Stadt

Tang Paradise ist ein groß angelegter Kultur-Themenpark, der einem kaiserlichen Garten nachempfunden und auf dem Gelände eines früheren kaiserlichen Gartens errichtet wurde. Seine 14 kulturellen Themenbereiche setzen einen anderen Akzent als die historischen Sammlungen. Im Muslim Quarter prägen mehrere Essensstraßen mit muslimisch geprägter kultureller Atmosphäre, Restaurants und Essensständen den lokalen Charakter. So reicht die Auswahl in Xi'an von Bau- und Religionsgeschichte bis zu Museen, Gartenkultur und Essensstraßen; der passende Schwerpunkt hängt davon ab, welche dieser Themen Ihren Aufenthalt prägen soll.

Weitere Reiseziele entdecken: Weinan, Linfen, Yuncheng, Yangquan, Shangluo, Xinzhou, Shuozhou, Ankang.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Shaanxi.

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