Lehningen wirkt dörflich-malierisch und gemütlich. Sein bauliches Schmuckstück ist die kleine katholische Kirche St. Ottilien in der Ortsmitte. Für eine aktive Perspektive bietet die kurze „Lehninger Runde“ mit ihren zwei sehr steilen Anstiegen einen anderen Schwerpunkt.
Kirche und Ortsbild
Die kleine katholische Kirche St. Ottilien steht direkt an der Straße Richtung Hausen. Ihr mächtiger Turm fällt mit einem aparten Dach aus farbig glasierten Ziegeln im Rautenmuster sowie mit Schießscharten in den Wänden auf. Von der Anfang der 1980er Jahre abgebrochenen Wehrmauer sind noch Reste zu sehen.
Die Filialkirche St. Ottilia wurde um 1500 als Chorturmkirche erbaut. Nach der gründlichen Instandsetzung im Jahr 1746 schmückten Kunsthandwerker aus dem Allgäu den Innenraum mit reichem Stuck an der Decke und drei Altären. Bauzeit und spätere Ausstattung markieren unterschiedliche Abschnitte der Geschichte des Gebäudes. Bei einer Chorturmkirche befindet sich der Chor im Turm.
Radtour und Kapellenweg
Die Lehninger Runde ist eine kurze Radtour, zugleich aber durch zwei sehr steile Anstiege geprägt. Kürze und Steigungsprofil sollten bei der Auswahl gemeinsam betrachtet werden; allein die Bezeichnung als kurz sagt nichts über geringe Steigungen aus. Die Tour ist für Mountainbikes geeignet.
Der Kapellenweg Biet setzt einen anderen Schwerpunkt. Er verläuft entlang des Höhenrückens zwischen Nagoldtal und Würmtal und führt an zahlreichen beeindruckenden Kapellen und Kirchen vorbei. Im Abschnitt Lehningen ist die Filialkirche St. Ottilia aufgeführt. Während bei der Lehninger Runde Anstiege und Radtyp die Auswahl leiten, lenkt der Kapellenweg den Blick auf seinen Höhenrücken und die sakralen Stationen.
Kunst im übergeordneten Reiseziel Tiefenbronn
Im übergeordneten Reiseziel Tiefenbronn bietet St. Maria Magdalena einen eigenen kunsthistorischen Schwerpunkt. Die Kirche ist eine Schenkungskirche und wurde erstmals in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwähnt. Sie besitzt fünf spätgotische Flügelaltäre, darunter den Hauptaltar von Hans Schüchlin aus dem Jahr 1469 und den Magdalenenaltar von Lucas Moser aus den Jahren 1431/32. Dieser ist dem Thema Reue, Buße und Umkehr gewidmet. Der Hauptaltar gehört zu den bedeutendsten Flügelaltären Südwestdeutschlands. Sein großes Retabel mit beidseitig bemalten Flügeln, Predella und Gesprenge ist als Marien- und Passionsaltar gestaltet.
Der gotische Chor von St. Maria Magdalena stammt aus der Zeit um 1350 und besitzt ein hohes Kreuzrippengewölbe. Die wertvollen Glasfenster wurden 1370 in Straßburg hergestellt und 1976 von Emil Wachter ergänzt. Zum Kirchenschatz gehört als wichtigstes Kleinod eine gotische Turmmonstranz des Augsburger Künstlers Jörg Seld aus dem Jahr 1500. Führungen durch St. Maria Magdalena können nach vorheriger Absprache über das Pfarrbüro oder bei Annemarie Gindele unter der Telefonnummer 07234 4211 angemeldet werden.
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