Holzmaden wird als „Urweltgemeinde“ mit Dinosauriern und Fossilien verbunden. Der Ort liegt in einer Unterjura-Geologie, die mit Posidonienschiefer und rund 180 Millionen Jahre alten Meeresfossilien verknüpft ist. Für die Reiseplanung bieten sich unterschiedliche Einblicke an: Fossilien in einer Ausstellung betrachten oder im Urweltsteinbruch selbst danach suchen. Museum und Steinbruch sind getrennte Einrichtungen mit unterschiedlichen Betreibern; ihre Tickets und Veranstaltungen sind nicht austauschbar.
Fossilien im Museum und im Dinopark
Das Urwelt-Museum Hauff liegt mitten in der Fossilfundstätte von Holzmaden und zeigt Fossilien aus dem Posidonienschiefer. Mit rund 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche zählt es zu den größten privaten Naturkundemuseen Deutschlands. Der Ort und seine Fossilien stehen damit nicht nur für eine geologische Epoche, sondern auch für eine umfangreiche Ausstellung zu diesem Thema.
Zum Urwelt-Museum Hauff gehört der Dinopark im Freien. Dort sind acht lebensgroße Dinosaurier zu sehen. Auf einem ausgewiesenen Grabungsfeld können Kinder Saurierknochen ausgraben. Die Ausstellung und das Grabungsfeld bieten verschiedene Zugänge zum Urzeit-Thema.
Fossilsuche und Besuchsbedingungen
Im Urweltsteinbruch Holzmaden können Besucherinnen und Besucher nach jurassischen Fossilien suchen, die rund 180 Millionen Jahre alt sind. Für einen Fund braucht es Glück und Geduld. Anleitungen zum Spalten von Gestein und Beschreibungen der Funde unterstützen die Suche; Mitarbeitende stehen für Erläuterungen und Hilfe bereit. Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Besuchsbedingungen und Servicehinweise des Steinbruchs.
Das Gelände des Steinbruchs ist steinig und uneben. Für den Zugang zur Ausstellung gibt es einen barrierefreien Zugang über den Liefereingang. Diese Information bezieht sich auf die Ausstellung. Wenn dieser Zugang für Ihre Planung wichtig ist, informieren Sie sich vor dem Besuch über die aktuellen Bedingungen.
Da Museum und Steinbruch unterschiedliche Betreiber haben, sollten Sie die beiden Angebote als getrennte Besuchsziele betrachten. Tickets und Veranstaltungen sind nicht wechselseitig gültig. Diese Unterscheidung ist besonders bei der Planung hilfreich, wenn Sie sowohl die Ausstellung als auch die Fossilsuche in den Blick nehmen möchten.
Fossilgeschichte und ältere Ortsgeschichte
Die erste urkundliche Erwähnung Holzmadens stammt aus dem Jahr 1148 und steht im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Kloster St. Peter im Schwarzwald. Die alte Stephanuskirche wurde 1669 errichtet. Das Pfarrhaus von 1684 und das Rathaus von 1687 stehen noch und gelten als die ältesten Gebäude des Ortes. Zusammen zeigen diese Daten verschiedene Zeitschichten: die frühe Erwähnung, die Kirche und die beiden ältesten erhaltenen Gebäude.
Die Fossilien wurden in den 1860er-Jahren bei der Suche nach Schieferöl entdeckt. Seit ihrer Entdeckung wurden sie präpariert, wissenschaftlich untersucht und ausgestellt. Fossilien aus Holzmaden sind auch in bedeutenden Naturkundemuseen weltweit zu sehen. Wer sich für die Geschichte des Fundorts interessiert, kann so die lokale Entdeckungsgeschichte mit der späteren wissenschaftlichen Beschäftigung und der Ausstellung der Funde verbinden.
Seebachtal und kulinarische Tradition
Holzmaden liegt im Seebachtal, inmitten einer Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen. Das Landschaftsbild ergänzt den geologischen Schwerpunkt um einen weiteren Aspekt des Ortes: die Verbindung von Dorf und Kulturlandschaft. Die Angaben zu den Fossilien und zur Landschaft beschreiben dabei unterschiedliche Seiten des Ortes, ohne dass die eine die andere ersetzt.
Eine lokale Spezialität des Schwäbischen Albvorlands ist Bätscher oder Dätscher. Dafür wird Hefeteig mit einer Sauerrahmmischung bestrichen. Auch das Vereins- und Veranstaltungsleben in Holzmaden umfasst sportliche und kulturelle Aktivitäten. Damit gehören neben Urgeschichte und Ortsbauten auch kulinarische Tradition und örtliches Gemeinschaftsleben zu den Themen, die den Aufenthalt prägen.
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