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Rheinsheim verbindet eine lange Ortsgeschichte mit Radwegen unterschiedlicher Reichweite. Historische Spuren führen bis in die Jungsteinzeit zurück; beim Radfahren stehen die internationale Veloroute Rhein, Wege rund um Philippsburg und eine 15 Kilometer lange Rundtour im Mittelpunkt. So ergeben sich zwei unterschiedliche Perspektiven auf den Ort: seine historischen Zeitschichten und konkrete Streckenverläufe.

Geschichte von Reginesheim bis zur Gegenwart

Rheinsheims Geschichte reicht bis zu dem im Lorscher Schenkungsbuch für das Jahr 784 genannten Ort Reginesheim zurück. Archäologische Funde auf der Gemarkung reichen noch weiter: Sie stammen aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Hinzu kommen zwei römische Hausaltäre sowie fränkische Reihengräber. Zu den Grabbeigaben gehörten Schmuck, Waffen und Münzen. Diese Zeugnisse führen durch verschiedene Epochen der Ortsgeschichte – von vorgeschichtlichen Funden über die Römerzeit bis zu den Franken und der frühen schriftlichen Namensnennung.

Auch die frühere Bedeutung von Schifffahrt und Fischerei hat ein sichtbares Zeichen: Im historischen Ortswappen spiegeln Anker und Fische diese beiden Themen wider. Eine Fähre über den Rhein ist für Rheinsheim bereits 1191 urkundlich erwähnt; sie bestand bis 1960. Die Fährgeschichte und das Wappen erzählen damit von unterschiedlichen Seiten des früheren Lebens am Rhein: von der Überfahrt ebenso wie von Schifffahrt und Fischerei.

Ein prägnanter Punkt der Ortsgeschichte ist die katholische Pfarrkirche St. Vitus. Sie steht seit 1896 auf dem höchsten Platz im Ort. Ein Pylon an der Kirche informiert über ihre Geschichte, ihren Bau und ihre Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Damit stehen am selben Bauwerk die Entstehungsgeschichte der Kirche und die Folgen der Kriegszerstörungen im Blick.

Zur Kulturgeschichte gehört auch die Vereinsgeschichte: Der Chor der Sankt-Vitus-Kirche wurde 1805 gegründet und ist Rheinsheims ältester Verein. Zusammen mit der Kirche und dem Pylon ergänzt er die archäologischen und schriftlich überlieferten Spuren um einen weiteren historischen Bezug.

Radwege mit unterschiedlichen Maßstäben

Die Veloroute Rhein führt durch Rheinsheim und ist Teil des internationalen Rheinradwegs. Dieser verläuft von der Quelle bis zur Mündung durch vier Länder und ist insgesamt 1.320 Kilometer lang. Die Gesamtlänge beschreibt also den gesamten Rheinradweg, während Rheinsheim an dessen Verlauf liegt.

Daneben führen fünf ausgeschilderte Radwege rund um Philippsburg durch Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie zu Sehenswürdigkeiten in Philippsburg und den Stadtteilen Huttenheim und Rheinsheim. Sie bieten einen anderen geografischen Rahmen als die internationale Route: Ihr Bezugspunkt ist Philippsburg mit seinen Stadtteilen und den dort genannten Sehenswürdigkeiten.

Konkreter umrissen ist die 15 Kilometer lange Radrundtour „Rund um Rheinsheim“. Sie beginnt am Bahnhof in Rheinsheim, führt durch die Rheinauen und passiert auf dem Rückweg den Balkertsee. Länge, Startpunkt und benannte Streckenpunkte geben hier eine klare Orientierung für die Planung. Prüfen Sie vor der Fahrt die Bedingungen der Route.

Der regionale Naturraum

Ein weiterer Bezug zur Landschaft der Region ist das Vogelschutzgebiet „Rheinniederung Karlsruhe - Rheinsheim“. Es erstreckt sich in der weiteren Region über den Landkreis und den Stadtkreis Karlsruhe, umfasst rund 5.000 Hektar und bietet zahlreichen seltenen Vogelarten Lebensraum. Damit lässt sich Rheinsheim auch im größeren regionalen Zusammenhang betrachten: Die Ortsgeschichte und die Radwege stehen neben einem Landschaftsraum, dessen Umfang über den Ort hinausreicht.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Philippsburg.

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