Zum Inhalt

Schiefer, Wandmalereien und bewaldete Steilhänge geben Wieslet ein Profil, das sich über Landschaft, Geologie und Geschichte erschließt. Die Themen reichen von der Kleinwiesentäler Mulde bis zu den Resten von Rotenberg. Wer ein Reiseziel für Natur- und Kulturthemen sucht, kann abwägen, welche Seite für den Aufenthalt wichtiger ist: die geprägte Landschaft, der kleine aufgelassene Steinbruch oder die historischen Bauwerke.

Landschaft zwischen Wald und Weiden

Die Kleinwiesentäler Mulde prägt Wieslet mit einem Wechsel aus bewaldeten Steilhängen und Spornen sowie Dauerwiesen und Weiden. Diese liegen in Talmulden und auf Verebnungen. So stehen bewaldete Höhenformen und offene Flächen nebeneinander, statt ein einheitliches Landschaftsbild zu bilden. Im südlichen Teil der Gemarkung geht der Charakter in ein weites Tal mit Wiesen und Weiden über. Beide Beschreibungen ergänzen einander: Die Mulde benennt die prägende Landschaftsform, der Süden der Gemarkung den Übergang zu einer breiten Talpartie. Für die Einordnung Wieslets ist damit sowohl der Wechsel von Wald und Grünland als auch die Ausdehnung der Wiesen- und Weideflächen wichtig.

Geologie am Farnbuck

Der kleine, inzwischen aufgelassene Schieferbruch Farnbuck bringt eine geologische Perspektive ein. Er liegt in den Weitenauer Bergen; dort wurden Gesteine der Schlächtenhaus-Schiefer-Formation gebrochen. Es handelt sich um schwarzgraue Hornfelsschiefer, die im Wesentlichen aus Quarz und Biotit bestehen. Diese genaue Gesteinsbeschreibung macht Farnbuck zu einem anderen Thema als die historischen Bauwerke: Hier stehen Formation, Erscheinungsbild und Zusammensetzung des Schiefers im Mittelpunkt. Auch der Status des Steinbruchs gehört zu seiner Einordnung: Der Abbau ist inzwischen aufgegeben. Wer Wieslet betrachtet, findet somit neben den sichtbaren Landschaftsformen einen konkreten geologischen Bezugspunkt.

Kirche, Burg und Museum

An der Evangelischen Pfarrkirche Wieslet lassen sich mehrere historische Details unterscheiden. Der Neubau begann 1757; die erhaltenen Wandmalereien stammen aus dem Jahr 1760. Hinzu kommen historische Emporenelemente im Bauernbarock. Baugeschichte, Malerei und Empore bilden damit drei konkrete Anknüpfungspunkte für den Blick auf die Kirche. Die zeitliche Folge der beiden Jahreszahlen ist kurz: Der Neubau begann drei Jahre vor dem Jahr der Wandmalereien. So lassen sich Bauphase und erhaltene Ausstattung gedanklich auseinanderhalten.

Die Reste von Rotenberg liegen auf einem Bergkegel nordöstlich des Dorfes Wieslet. Erhalten sind der Unterbau eines Rundturms und ein Stück der Burgmauer. Die Burg war Sitz Dietrichs IV. von Rötteln. Die Fragmente benennen, was baulich erhalten ist; die Sitzfunktion ergänzt die historische Bedeutung. Zusammen ergeben die Mauerreste, der Turmunterbau und die frühere Rolle der Burg ein knappes, konkretes Bild dieses historischen Ortes.

Das Ernst-Schleith-Museum wurde am 23. Mai 1996 im ehemaligen Atelier von Ernst Schleith in der Wiesleter Schule eingerichtet. Anders als bei der Kirche mit ihren erhaltenen Elementen und bei Rotenberg mit seinen Burgresten steht hier ein früherer Arbeitsraum im Mittelpunkt der Museumsgeschichte. Das genaue Datum und der konkrete Ort geben diesem Thema einen eigenen zeitlichen und räumlichen Bezug. Für die Kulturgeschichte Wieslets erweitert das Museum so die Perspektive über Burg und Kirchenbau hinaus.

Weitere Reiseziele entdecken: Bürchau, Raich, Elbenschwand, Wies, Sallneck, Neuenweg

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kleines Wiesental.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.