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Wer Pleidelsheim für eine Entdeckungsreise auswählt, findet zwei gut erkennbare Themen: die Geschichte des Ortes, besonders rund um Tabak und Spargel, und die Landschaft an der Wiesenaue des Altneckars. Das macht Pleidelsheim interessant für Reisende, die gebaute Geschichte und Zeit im Freien in einem Ziel verbinden möchten.

Geschichte im alten Ortskern

Die Mauritiuskirche wurde im 14. Jahrhundert an der Stelle einer karolingischen Kirche errichtet. Als Wehrkirche erhielt sie einen mächtigen Chorturm mit Kreuzrippengewölbe. Im Inneren befinden sich Emporenbrüstungsbilder mit eigenwilliger Thematik, eine Orgel mit Barockprospekt und ein Kruzifix. Das Alte Rathaus entstand 1613/14 als Fachwerkbau auf einem hohen Massiverdgeschoss in Laubenform. Seine ursprünglich offenen Rundbogenarkaden im Erdgeschoss dienten als Markthalle. Die Kelter, auch Neue Mühle genannt, wurde 1511 unter württembergischer Herrschaft erbaut und zählt zu den ältesten Gebäuden Pleidelsheims.

Der Historische Dorfrundgang führt durch den alten Ortskern und vorbei an zahlreichen giebelständigen Fachwerkhäusern mit Massiverdgeschoss. Auch die vielfach erhaltenen Tabaktrockenschuppen gehören zum charakteristischen Ortsbild. Der Tabakanbau prägte Pleidelsheim in der Vergangenheit besonders und wurde bis 1991 betrieben. So stehen historische Bauten und die lokale Landwirtschaftsgeschichte als unterschiedliche Zugänge zur Ortsgeschichte nebeneinander.

Tabak, Spargel und lokale Geschichte

Das am 16. Mai 2010 eröffnete Tabak-, Spargel- und Heimatmuseum widmet sich der Tabak- und Spargelgeschichte des Ortes sowie dem früheren Leben in Haus und Hof. Es umfasst etwa 1.300 Exponate. Auch das Evangelische Kirchenmuseum Pleidelsheim zeigt historische Stücke: eine Kirchentür von 1787 und Teile des Kranzgesimses der alten Predigtkanzel von 1613.

Ein weiteres Kapitel der Ortsgeschichte greift die Gedenkstätte „Russischer Friedhof“ im Gemeindewald auf. Sie steht im Zusammenhang mit der Geschichte von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Der Spargelbrunnen ist eine 1988 in Betrieb gesetzte Brunnenplastik aus der Werkstatt des Pleidelsheimer Steinmetzen und Bildhauers Jörg Failmezger; sie erinnert an die örtliche Spargelkultur. Der Froschbrunnen in der Friedrichstraße steht seinerseits in historischem Zusammenhang mit dem früheren volkstümlichen Straßennamen „Froschgasse“ und den Fröschen am nahegelegenen Riedbach.

Wiesenaue und Naherholung

Die weite Wiesenaue mit dem grünen Band des Altneckars lädt zum Spazierengehen und Fahrradfahren ein. Altneckar und Pleidelsheimer Wiesental sind ausgewiesene Naturschutzgebiete. Teile des Natura-2000-Gebiets „Neckar zwischen Freiberg und Heilbronn“ liegen auf Pleidelsheimer Gemarkung und sind mit den Naturschutzgebieten „Wiesental“ und „Altneckar“ identisch. Das Pleidelsheimer Wäldle ist ein weiterer Naherholungsraum in Pleidelsheim.

Für die Planung stehen damit verschiedene Schwerpunkte zur Wahl: die Bau- und Ortsgeschichte, die Themen Tabak und Spargel oder die genannten Möglichkeiten für Spaziergänge und Radtouren. Die Wiesenaue und das Wäldle gehören dabei zu den Landschaftsthemen Pleidelsheims; sie sind keine Merkmale der historischen Gebäude. So lässt sich die Auswahl an den eigenen Interessen ausrichten, ohne einen festen Ablauf vorauszusetzen.

Anreise und regionaler Rahmen

Pleidelsheim ist über die BAB A81 in der Verbindung Stuttgart–Heilbronn mit einer eigenen Anschlussstelle verkehrlich erschlossen. Das ist ein konkreter Orientierungspunkt für alle, die ihre Anreise über diese Autobahn planen.

Der größere Rahmen ist das übergeordnete Reiseziel Ludwigsburg: Terrassierte Weinsteillagen entlang des Neckars und der Enz prägen die Landschaft des Landkreises. Das Residenzschloss in Ludwigsburg selbst ist eines der größten im Original erhaltenen barocken Bauwerke Europas. Diese regionalen Themen ergänzen den Blick auf Pleidelsheim, ohne die örtlichen Schwerpunkte zu ersetzen.

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