Binau lässt sich aus mehreren Perspektiven entdecken: Der historische Ortskern liegt am rechten Ufer innerhalb der größten und längsten Schleife des Neckars. Schloss Binau und die Dorfkirche prägen das Ortsbild und laden dazu ein, den Ortskern zu erkunden. Hinzu kommen Zeugnisse der Bau- und Ortsgeschichte, eine lange Verbindung zum Obstbau und der Neckar als Bezugspunkt für Wege und Aufenthalt.
Fachwerk, Kirche und Ortsgeschichte
Ein restauriertes Fachwerkhaus aus dem Jahr 1569 steht nahe Schloss Binau. Die Dorfkirche wurde um 1350 errichtet; ihr Kirchenschiff erfuhr zwischen 1779 und 1783 einen Wandel von der Gotik zum Barock. Die Bauzeit der Kirche und die spätere Umgestaltung ihres Kirchenschiffs markieren damit unterschiedliche Etappen.
Bei Restaurierungsarbeiten in den 1920er-Jahren wurden im Turmchor Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert freigelegt. In den Chorwänden sind zudem Grabplatten der Familie von Bödigheim aus dem 16. Jahrhundert eingelassen. Die Kirche vereint so Zeugnisse aus mehreren Jahrhunderten. Auch der jüdische Friedhof gehört zur Ortsgeschichte: Er ist die einzige erhaltene Erinnerung an die frühere jüdische Gemeinde Binaus.
Die Ruine Dauchstein befindet sich in Privatbesitz und kann von außen betrachtet werden. Wenn Sie die Baugeschichte des Ortes erkunden, bietet sie eine andere Art von Einblick als Fachwerkhaus und Kirche: Hier ist die Außenansicht der Rahmen für den Besuch.
Apfelkultur im Wandel
Im Binauer Apfelgarten stehen 20 hochstämmige Bäume mit regionalen Apfelsorten, darunter Sorten, die teilweise nicht mehr genutzt wurden. Informationstafeln erklären Herkunft, Reifezeiten und Verwendung der Sorten. So verbindet der Garten die Vielfalt der Äpfel mit konkreten Hinweisen darauf, wann sie reifen und wofür sie verwendet werden. Die Gemeinde legte ihn 2001 in Kooperation mit dem Naturpark Neckartal-Odenwald an.
Binau blickt auch auf eine längere Obstbaugeschichte zurück: Mitte des 19. Jahrhunderts betrieb der Ort eine Obstbaumschule, in der preisgekröntes Binauer Tafelobst kultiviert wurde. Historisch wurden Binauer Äpfel in Holzkisten verpackt und mit der Bahn in nahe und weit entfernte Städte verschickt. Zusammen geben Obstgarten, Baumschule und Versand einen Einblick in Sortenkultur, Anbau und früheren Handel.
Am Neckar unterwegs
Der historische Treidelpfad verläuft direkt am Neckar. Auf der Binauer Höhe gibt es einen Rastplatz mit Blick auf Binau und das Neckartal. Der Treidelpfad verläuft direkt am Neckar; der Rastplatz auf der Binauer Höhe eröffnet den Blick auf Binau und das Neckartal.
Anreise und Übernachtung
Binau hat eine Verbindung mit der Rhein-Neckar-S-Bahn. Der Bahnhof ist zu Fuß sowohl von der Siedlung als auch vom historischen Ortskern erreichbar. Wenn Sie mit der Bahn anreisen möchten, prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan.
Fortuna Camping am Neckar liegt direkt am Fluss und bietet parzellierte Stellplätze, Campingwiesen und Schäferwagen. Im Sommer gehört ein solarbeheiztes Freibad zum Angebot; außerdem gibt es einen kleinen Laden. Prüfen Sie vor der Reise, welche der genannten Einrichtungen zu Ihrem Termin verfügbar sind. So können Sie bei der Planung unterscheiden, ob für Ihren Aufenthalt vor allem die Flusslage und die Campingangebote oder die Bau- und Obstgeschichte des Ortes im Vordergrund stehen.
Weitere Reiseziele entdecken: Osterburken, Seckach, Haßmersheim, Schwarzach, Mosbach, Walldürn, Fahrenbach, Neckarmühlbach.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Neckar-Odenwald-Kreis.