Natur, Wege und Traditionen geben Schutterwald unterschiedliche Seiten: Auf dem Sagenrundweg begegnen sich Landschaft und Kulturspuren; der Kinzigtäler Jakobusweg setzt den Ort in Beziehung zu einer historischen Pilgerroute. Hinzu kommen das Naturschutzgebiet Unterwassermatten und eine ausgeprägte Mundart- und Trachtentradition.
Zu Fuß: eine Runde, ein Etappenweg
Der Schutterwald Sagenrundweg startet am Badebereich des Baggersees. Er führt durch Wiesen, Wald und Felder, überwiegend auf gut begehbaren Wegen. Mit 10,7 Kilometern, 7 Metern Gesamtanstieg und einer geschätzten Dauer von 2 Stunden 35 Minuten bietet er konkrete Eckwerte für die Tagesplanung. Zu den Merkmalen des Weges zählen zahlreiche Skulpturen am Baggersee sowie Spuren des Westwalls im Wald. Prüfen Sie vor dem Start die saisonalen Bedingungen und die Beschilderung; beides kann sich ändern.
Der Kinzigtäler Jakobusweg folgt der historischen Pilgerroute in Richtung Santiago de Compostela. Er umfasst 130 Kilometer von Lossburg bis Kehl und ist in sieben Etappen gegliedert. In Schutterwald markiert die St.-Jakobus-Kirche das Ende der sechsten und den Beginn der siebten Etappe. Im Vergleich zum 10,7 Kilometer langen Sagenrundweg hat der Jakobusweg einen anderen Maßstab: Er ordnet Schutterwald in eine mehrstufige Route ein, während der Rundweg eine örtliche Wanderoption mit geschätzter Dauer bietet.
Natur im Ort und im Umfeld
Das Naturschutzgebiet Unterwassermatten liegt in Schutterwald. Das Gebiet soll zur Wiederansiedlung und zum Schutz des Großen Brachvogels beitragen. Auch die Wälder im Umfeld von Schutterwald gehören zur Naturkulisse: Dort befinden sich ausgedehnte FFH- und Vogelschutzgebiete. Für Naturinteressierte stehen damit unterschiedliche Maßstäbe nebeneinander – ein konkretes Schutzgebiet mit einem Artenschutzziel und größere Schutzgebiete in den umliegenden Wäldern.
Mundart, Tracht und Baukunst
Schutterwald gilt wegen seiner markanten Mundart und Frauentracht als Dialekt- und Trachteninsel. Die Frauentracht entwickelte ungewöhnlich farbige und vielfältige Formen. Als historischer Bezugspunkt kommt die erste namentliche Erwähnung des Ortes im Jahr 1268 hinzu. So verbindet sich die besondere lokale Tradition mit einem frühen Zeitpunkt in der Ortsgeschichte.
Eine Kirche in Schutterwald gilt Kunstexperten als wichtiger Übergang zwischen Spätbarock und Klassizismus. Dieser Blick auf die Architektur setzt einen anderen Akzent als Pilgerweg und Tracht: Im Mittelpunkt steht hier die Einordnung zwischen zwei Stilepochen.
Auch beim Essen gibt es unterschiedliche Küchenrichtungen: Zu Schutterwalds Restaurants zählen Angebote deutscher und italienischer Küche. Da sich der Restaurantmix ändern kann, prüfen Sie vorab die aktuelle Auswahl.
Der größere Rahmen: Ortenaukreis
Im übergeordneten Reiseziel Ortenaukreis liegt die Landschaft zwischen Rhein und Schwarzwald. Der Ortenaukreis umfasst 23 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 3.110 Hektar; sie erstrecken sich von der Rheinebene bis in die Höhenlagen des Schwarzwalds. Wer die Reiseplanung auf den ganzen Kreis ausdehnt, erhält damit einen größeren landschaftlichen Rahmen als den Blick auf Schutterwald allein.
Weitere Reiseziele entdecken: Schuttertal, Meißenheim, Lahr/Schwarzwald, Sasbach, Friesenheim, Hornberg, Neuried, Rheinau.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Ortenaukreis.