Stuttgart bietet unterschiedliche Schwerpunkte für einen Aufenthalt: Weltbekannte Architektur, Automobilgeschichte, Museen, Grünanlagen und Weinkultur. Der Stuttgarter Fernsehturm war weltweit der erste Fernsehturm aus Stahlbeton. Er ist gut 217 Meter hoch und verfügt über eine Aussichtsplattform sowie ein gastronomisches Angebot. Von der Turmplattform und dem Panoramacafé reicht der Blick bei gutem Wetter bis zur Schwäbischen Alb. So treffen hier eine architektonische Besonderheit und ein konkreter Aussichtspunkt aufeinander.
Automobilgeschichte, Kunst und Architektur
Im Porsche Museum in Stuttgart-Zuffenhausen stehen mehr als 80 Fahrzeuge und 200 Kleinexponate im Mittelpunkt. Ein besonderer Einblick in die Arbeit am historischen Bestand: Besucher können durch eine Glasscheibe Fachleuten bei der Reparatur historischer Fahrzeuge zusehen. Das Mercedes-Benz Museum setzt andere Akzente. Es wurde 2006 eröffnet und zeigt 160 Fahrzeuge sowie mehr als 1.500 Exponate auf neun Ausstellungsebenen. Zwei Rundgänge führen durch die Sammlung: Der erste umfasst sieben „Mythosräume“, der zweite fünf „Collectionsräume“. Auch das Gebäude lohnt den Blick: Sein Inneres ist einer DNA-Doppelhelix nachempfunden und besitzt weder geschlossene Räume noch gerade Wände.
Stadtgeschichte steht im StadtPalais im Vordergrund. Das Museum für Stuttgart wurde 2018 im ehemaligen Wilhelmspalais eröffnet und bietet eine stadtgeschichtliche Dauerausstellung, Sonderausstellungen und Veranstaltungen. Am Schlossplatz beherbergt der markante Glaskubus des Kunstmuseums Stuttgart die städtische Kunstsammlung, darunter Werke von Willi Baumeister, Fritz Winter, Adolf Hölzel und Otto Dix. Wer sich für längere kunsthistorische Zusammenhänge interessiert, findet in der Staatsgalerie europäische Kunst vom 14. bis zum 20. Jahrhundert sowie amerikanische Avantgarde nach 1945.
Auch die Architekturgeschichte reicht über einzelne Museumsgebäude hinaus. Schloss Solitude wurde zwischen 1763 und 1769 im Auftrag von Herzog Carl Eugen als Jagd- und Lustschloss erbaut. Die beiden Häuser von Le Corbusier in der Weissenhofsiedlung gehören seit 2016 zusammen mit weiteren Bauten des Architekten zum UNESCO-Weltkulturerbe; das Doppelhaus wurde originalgetreu restauriert. Diese unterschiedlichen Ziele geben Ihnen die Möglichkeit, den Kulturteil Ihres Aufenthalts nach Interesse zu gewichten: von Fahrzeugen und Gestaltung bis zu Stadtgeschichte und Baukunst.
Grünanlagen, Ausblicke und Stäffele
Für Wege durch Grünräume ist das Grüne U ein markanter Ausgangspunkt: Der acht Kilometer lange, U-förmige Grünzug führt von der Stuttgarter Innenstadt bis zum Höhenpark Killesberg. Im Rosensteinpark können Sie auf 100 Hektar zwischen heimischen und exotischen Bäumen spazieren und die Rasenflächen für Picknicks nutzen. Der Park steht unter Denkmalschutz. Wer Ausblicke und Höhenunterschiede in den Mittelpunkt stellt, kann die Stäffele kennenlernen. Stuttgart hat mehr als 400 dieser auf Schwäbisch benannten Freilufttreppen; sie verbinden den Talkessel mit den Halbhöhen und bieten Ausblicke über den Talkessel.
Ein weiterer Aussichtspunkt ist der 42 Meter hohe Killesbergturm. Seine vier Plattformen liegen auf 8, 16, 24 und 31 Metern Höhe und eröffnen Ausblicke über Stuttgart und das Neckartal. Auch der Bismarckturm bietet eine Aussichtsmöglichkeit, allerdings mit einer klaren saisonalen Bedingung: Zwischen Ostern und Ende Oktober können Besucher an jedem Wochenende die 92 Stufen zur Plattform hinaufsteigen und den Panoramablick über das Neckartal genießen. Wenn Sie diesen Aufstieg für einen bestimmten Besuch einplanen, prüfen Sie vorher die aktuellen Besuchsangaben.
Die Wilhelma verbindet Zoo und botanischen Garten und ist nach der städtischen Beschreibung Deutschlands einzige Einrichtung dieser Art. Sie beherbergt rund 1.200 Tierarten sowie mehr als 8.500 verschiedene Pflanzenarten und -sorten. Damit unterscheidet sich ein Besuch dort deutlich von einem Rundgang durch die städtischen Kunst- und Geschichtsmuseen und setzt einen eigenen Schwerpunkt für die Reiseplanung.
Markthalle und Weinkultur
Die Stuttgarter Markthalle ist ein kulinarischer Treffpunkt für Einheimische und Touristen und steht seit 1972 unter Denkmalschutz. Zum Angebot gehören unter anderem Obst und Gemüse, Wurst- und Fleischwaren, Gewürze sowie Blumen. Das Weindorf ergänzt diese Auswahl um einen saisonalen Anlass: Es findet seit 1974 jedes Jahr von Ende August bis Anfang September statt. Bei der Hocketse werden regionale Speisen und Wein angeboten; dort können Hunderte Weine aus Baden-Württemberg verkostet werden, außerdem gibt es traditionelle schwäbische Gerichte.
Für die zeitliche Planung sind zwei verschiedene Hinweise hilfreich: Der Aufstieg auf den Bismarckturm ist an Wochenenden zwischen Ostern und Ende Oktober möglich, während das Weindorf für den Zeitraum von Ende August bis Anfang September beschrieben ist. Wenn Sie Ihre Reise auf das Fest ausrichten, prüfen Sie die konkreten Termine für das gewünschte Jahr. Als weiteres Merkmal der Stadt werden die Stuttgarter Mineralbäder von Quellen gespeist, die staatlich als Heilquellen anerkannt sind.
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