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Haigerloch verbindet klar unterscheidbare Kulturthemen: die Spuren des verschwundenen jüdischen Lebens, die Geschichte der Kernforschung, regionale Kunst und historische Baukunst. Ein leichter historischer Rundgang bietet einen weiteren, ortsbezogenen Zugang. Für die Planung können Sie zuerst entscheiden, ob Sie eine konkrete historische Station, mehrere Orte auf einer Rundtour oder das Werk eines Künstlers mit regionalem Bezug in den Mittelpunkt stellen möchten. Die Unterschiede zwischen diesen Themen helfen, den eigenen Schwerpunkt zu finden, ohne Haigerloch auf eine einzige Epoche zu verkürzen.

Haigerlochs Geschichte an konkreten Orten

Die ehemalige Synagoge Haigerloch wurde 1783 im Zentrum des jüdischen Viertels erbaut. Die Ausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg in der ehemaligen Synagoge folgt den Spuren des verschwundenen jüdischen Lebens. Baujahr, Lage und Ausstellungsthema ergeben einen konkreten historischen Zusammenhang: Der Ort, an dem die Ausstellung angesiedelt ist, gehört selbst zur Haigerlocher Geschichte. Das macht die Synagoge zu einem eigenständigen Schwerpunkt neben den weiteren historischen und kulturellen Orten der Stadt.

Das Atomkeller-Museum in Haigerloch steht für ein anderes Kapitel: Es befindet sich am Standort des weltweit ersten Atomreaktors. Der Museumsort liegt in einem Felsen direkt unter der Schlosskirche. Diese Lage gibt dem Thema einen konkreten räumlichen Bezug und unterscheidet den Atomkeller von der Ausstellung in der ehemaligen Synagoge. So stehen in Haigerloch zwei klar verschiedene historische Perspektiven nebeneinander: die Spuren des verschwundenen jüdischen Lebens und die Geschichte der Kernforschung.

Kunst und Landschaft bei Karl Hurm

Das Kunstmuseum Karl Hurm zeigt einen Querschnitt des Schaffens von Karl Hurm mit mehr als 300 Exponaten. Vor Ort bietet sich die Gelegenheit, Bilder und Landschaft sowie Traum und Wirklichkeit miteinander zu vergleichen und zu genießen. Dieser Zugang unterscheidet sich von den historischen Orten: Der Blick richtet sich hier auf das Verhältnis zwischen Darstellung und Wirklichkeit und auf die bildnerische Arbeit selbst. Karl Hurm lebte und malte 89 Jahre im Haigerlocher Ortsteil Weildorf. Sein umfangreiches Werk ist tief im Raum Haigerloch und in der Alblandschaft der Gegend verwurzelt; damit besitzt die Kunst einen konkreten lokalen und regionalen Bezug. Die Zahl der Exponate kann sich ändern.

Haigerloch zu Fuß: 15 historische Stationen

Der historische Spaziergang durch Haigerloch ist eine leichte Rundtour von 2,31 km mit einer Dauer von 1 Stunde und 15 Minuten, die zu 15 geschichtlich interessanten Plätzen führt. Die ausgewiesene Strecke und Zeit geben der Planung einen konkreten Rahmen. Zu den Stationen gehört die Wallfahrtskirche St. Anna, eine bekannte Barock-Rokoko-Kirche. Sie wurde vom Haigerlocher Baumeister Christian Großbayer unter Mitwirkung des jungen Bildhauers Johann Georg Weckenmann und des Hofmalers Meinrad von Au aus Sigmaringen geschaffen. Ihre Gestaltung verbindet die Namen von Baumeister, Bildhauer und Hofmaler mit einem konkreten Ort auf dem Rundgang. Für alle, die Baukunst ebenso wie Stadtgeschichte beachten möchten, ist St. Anna ein präziser Bezugspunkt.

Weitere Reiseziele entdecken: Bad Imnau, Hechingen, Meßstetten, Grosselfingen, Albstadt, Nusplingen, Bisingen, Dormettingen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Zollernalbkreis.

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