Wer Dietramszell nach kulturellen Entdeckungen auswählt, findet in Kirchen und Kapellen konkrete Anknüpfungspunkte: Fresko, Altäre und Kanzel lassen sich benannten Künstlern zuordnen; an der Friedhofskirche Kreuzbichl stehen zwei Kapellen für unterschiedliche Bau- und Nutzungsgeschichten. Ergänzend führen Rundwege durch das Gemeindegebiet. So können Sie Ortsgeschichte und Wege mit Wald- oder Höhenabschnitten als verschiedene Schwerpunkte Ihres Aufenthalts betrachten.
Kirchenkunst und Baugeschichte
Das Kuppelfresko der Wallfahrtskirche St. Leonhard stammt von Christian Wink. Altäre und Kanzel schuf Philipp Rämpl; nach der überlieferten Charakterisierung schuf er dort sein größtes und schönstes Werk. Damit treten zwei unterschiedliche Urheber in den Blick: Christian Wink mit dem Fresko, Philipp Rämpl mit Altären und Kanzel.
An der Innenausstattung der früheren Klosterkirche und heutigen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Dietramszell wirkten Johann Baptist Zimmermann, Franz Xaver Schmädl und Philipp Jakob Rämpl mit. Die drei Namen eröffnen einen weiteren Zugang zur Kunst vor Ort, während die früheren und heutigen Funktionen der Kirche ihre Rolle in der Ortsgeschichte zeigen.
St. Martin, frühere Pfarrkirche und heutige Klosterkirche, wurde 1717 erbaut. Zusammen mit Maria Himmelfahrt macht sie unterschiedliche Funktionswechsel sichtbar: Bei St. Martin wurde aus der Pfarrkirche eine Klosterkirche, bei Maria Himmelfahrt aus der Klosterkirche eine Pfarrkirche.
An der spätgotischen Friedhofskirche Kreuzbichl lassen sich zwei Kapellengeschichten auseinanderhalten. Probst Georg Wagner ließ 1641 an der Westseite eine Kapelle mit Turm zu Ehren der Mutter Gottes von Einsiedel in der Schweiz anbauen. An der Südseite wurde 1666 die Totenkerker-Kapelle errichtet. 1826 wurde sie an die Familie von Schilcher verkauft und dient als Familiengruft. Baujahr, Lage und spätere Nutzung geben den beiden Kapellen jeweils einen eigenen Platz in der Geschichte der Kirche.
Maria Elend und seine Namensgeschichte
Die Wallfahrtskirche Maria Elend liegt rund einen Kilometer südlich von Dietramszell an einem Feldweg im Wald. Im Osten befindet sich eine barocke hölzerne Empore, unter der heute fast alle erhaltenen Votivbilder vereint sind. Im Westen erhebt sich über dem Altar ein Rokokoretabel. Die beiden Seiten der Kirche bieten damit unterschiedliche architektonische Details für einen genaueren Blick.
Auch der Name hat eine eigene sprachliche Geschichte: „Elend“ wird mundartlich „illat“ ausgesprochen und leitet sich von „alilanti“ über „elilanti“ ab. Die Bedeutung wird mit „anderes Land“, „fremdes Land“, „Grenzland“ oder Land außerhalb der Gemarkung wiedergegeben. Architektur, Votivbilder und Namensherkunft machen Maria Elend zu einer eigenen Station für alle, die sich für Kirchenkunst und lokale Geschichte interessieren.
Zwei Rundwege im Gemeindegebiet
Ein Rundweg führt vom Kloster Dietramszell über die Wallfahrtskirche Maria Elend und den Zeller Wald bis zur Grünen Marter. Anschließend verläuft er auf einem Waldweg an einer großen Kiesgrube vorbei zur Pelletsmühler Schotterstraße. Der Rückweg führt bergab in Richtung Kloster. Die Route verbindet benannte Stationen mit einem Waldabschnitt und einem Rückweg über die Schotterstraße.
Der Rundweg Peretshofener Höhe führt von St. Leonhard über Großegelsee, Humbach und Steinsberg über die Höhe nach Peretshofen. Von der Höhe bietet sich ein weiter Blick auf Gebirge und Alpenvorland. Für Ihre Wahl ist der Unterschied konkret: Der eine Rundweg führt über Maria Elend und durch den Zeller Wald, der andere verbindet mehrere benannte Orte mit dem weiten Blick von der Höhe. Wegverhältnisse können variieren; prüfen Sie die Bedingungen vor Ihrem Aufbruch.
Weitere Reiseziele entdecken: Eurasburg, Schlehdorf, Gaißach, Kochel Am See, Jachenau, Wackersberg. Weitere Orte entdecken: Hechenberg, Linden.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bad Tölz-Wolfratshausen.