Bamberg verbindet mittelalterlich geprägte Stadtstrukturen mit einer bis heute gepflegten Gärtnertradition. In den Straßenverläufen der drei historischen Kernbereiche sind mittelalterliche Merkmale erhalten. Die Gärtnerstadt gehört zum Welterbe Altstadt von Bamberg; dort wird seit vielen Jahrhunderten lokales Gemüse mit arbeitsintensiver manueller Bewirtschaftung angebaut. Wer die Stadt nicht nur über einzelne Bauwerke kennenlernen möchte, findet hier auch einen Einblick in ihre gewachsene Struktur und eine besondere Form der Stadtkultur.
Welterbe und Stadtgeschichte verstehen
Das Welterbe-Besuchszentrum Bamberg bietet eine familienfreundliche, interaktive Ausstellung zur Altstadt und ordnet die Welterbestätte in den internationalen UNESCO-Kontext ein. Die Dauerausstellung stellt die drei Siedlungszentren Berg-, Insel- und Gärtnerstadt vor. Im Mittelalter wurden sie bei der Stadtgründung miteinander verbunden. Das Zentrum eignet sich damit als thematischer Einstieg, bevor Sie sich einzelnen Stadtbereichen oder Bauwerken widmen. Prüfen Sie vorab die veröffentlichten Öffnungszeiten.
Auch das E.T.A. Hoffmann-Haus ist ein Museum mit einem klaren Schwerpunkt: Es ist dem vielseitigen Künstler gewidmet. Das Historische Museum Bamberg vermittelt das kulturelle Erbe der Welterbestadt. In den Sommermonaten zeigen verschiedene Dauerausstellungen Facetten der Stadt und ihrer Geschichte. Das Angebot ist saisonal und kann sich ändern; zudem gelten teilweise provisorische Betriebsregelungen. Prüfen Sie deshalb vor dem Besuch die aktuellen Hinweise.
Architektur aus verschiedenen Epochen
Die Bauwerke Bambergs erzählen von unterschiedlichen Zeiten und Nutzungen. Die Ursprünge des Bamberger Doms reichen bis zum Beginn des 11. Jahrhunderts zurück. Am Domplatz steht auch die Neue Residenz: Ab dem 17. Jahrhundert diente sie den Bamberger Fürstbischöfen als Residenz und löste die Alte Hofhaltung in deren ursprünglicher Funktion ab. Die Alte Hofhaltung selbst ist ein im Stil der Renaissance errichteter Gebäudekomplex. Diese Gegenüberstellung macht einen historischen Funktionswechsel ebenso sichtbar wie unterschiedliche architektonische Prägungen.
Eine weitere markante Bauform begegnet Ihnen in der von den Gebrüdern Dientzenhofer erbauten St.-Martins-Kirche, die als einzige Barockkirche Bambergs beschrieben ist. Im Stadtteil Klein Venedig wiederum bestimmen dicht gedrängte Fachwerkhäuser und kleine Gärten das Bild. Das Viertel war eine ehemalige Fischersiedlung in der Bamberger Inselstadt. So stehen barocke Architektur, ein Renaissance-Komplex und ein historisch gewachsenes Viertel für verschiedene Facetten der Stadt.
Michaelsberg: Garten und Aussicht
Auf dem Michaelsberg liegen ein Aussichtspunkt und ein barocker Terrassengarten. Das frei zugängliche Ostplateau bietet einen Blick über die Dächer der Bamberger Altstadt bis zu den umliegenden Hügeln der Region. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuelle Zugangssituation. Der Terrassengarten ist über nördliche und südliche Treppenwege erreichbar. Zu seinen Merkmalen gehören alte Obstbäume, Kornelkirschenhecken, der Delphinbrunnen und kleine Pavillons. Aussicht und Garten setzen unterschiedliche Schwerpunkte: vom Blick über die Stadt bis zu einzelnen Elementen der gestalteten Anlage.
Auch die Altenburg liegt hoch über Bamberg; ihr Rundturm prägt das Stadtbild. Für Kunstinteressierte bietet die Klosterkirche St. Michael ein weiteres Detail: Ihr barockes Deckengemälde zeigt mehr als 580 detailreich gemalte Heil-, Nutz- und Zierpflanzen. Im Diözesanmuseum Bamberg befindet sich der Domschatz mit dem 600 Kilogramm schweren Domkreuz und Goldschmiedearbeiten. Dort sind außerdem die berühmten Kaisermäntel und das Papstornat von Papst Clemens II. untergebracht.
Mit dem Rad und im weiteren Reiseziel
Beim Radfahren führt Bamberg durch die Altstadt, entlang der Regnitz und hinaus ins Grüne. Das ergänzt die Museums- und Architekturthemen um eine andere Art, die Stadt wahrzunehmen, ohne den Aufenthalt auf einzelne Sehenswürdigkeiten zu beschränken.
Im übergeordneten Reiseziel Bamberg kommen weitere kulturelle Ziele hinzu. Schloss Weissenstein bei Pommersfelden gehört zu den großen Barockanlagen Deutschlands und beherbergt eine umfangreiche Galerie mit Werken französischer, italienischer, deutscher und niederländischer Maler. In Ebrach wurde die Klosteranlage im 18. Jahrhundert durch Leonhard Dientzenhofer grundlegend zu einer schlossartigen Barockanlage umgestaltet; die gotische Kirche mit ihrer Fensterrosette blieb erhalten. Das Museum der Geschichte Ebrachs ist seit 2004 im ehemaligen Zisterzienserkloster untergebracht und befasst sich mit der Geschichte der Marktgemeinde sowie des Klosters. Diese Ziele gehören zum übergeordneten Reiseziel Bamberg und sind von den beschriebenen Stadtmerkmalen Bambergs zu unterscheiden.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bamberg.
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