Das Augsburger Wassermanagement-System gehört in Bayerisch-Schwaben zum UNESCO-Welterbe. Seine 22 Elemente bilden eine funktional verbundene Gruppe voneinander abhängiger Bestandteile. Dieser Blick auf ein gemeinsames System lässt sich mit ganz unterschiedlichen Entdeckungen verbinden: von historischen Bauwerken über Marionettentheater bis zu Wegen durch die Landschaft.
Welterbe und Geschichte erleben
Die Fuggerei wurde 1521 von Jakob Fugger gestiftet und gilt als älteste Sozialsiedlung der Welt. Die Augsburger Puppenkiste zeigt seit Jahrzehnten Marionetteninszenierungen; im Stockwerk darüber befindet sich das Puppentheatermuseum „Die Kiste“. Bei offiziellen Führungen durch die Harburg vermitteln sich 900 Jahre Geschichte. Zu den Stationen gehören die Schlosskirche, der Wehrgang, die Gefängnistürme und der Gerichtssaal.
Auch Kloster Holzen erzählt von der Geschichte der Region: Es ist ein ehemaliges Benediktinerinnenkloster im nördlichen Teil des Naturparks Augsburg–Westliche Wälder. Die Klosterkirche weist eine prächtige barocke Ausstattung auf. So reicht das Spektrum der Kulturorte von einer historischen Sozialsiedlung und einem Theater mit eigenem Museum bis zu einer Klosterkirche und einer Burg mit geführten Rundgängen.
Kraterlandschaft und Naturpark
Im Norden Bayerisch-Schwabens liegt das Nördlinger Ries, ein 25 Kilometer großer Krater, der vor etwa 15 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstand. Der Ries-Panoramaweg ist eine siebentägige Wanderroute rund um den Krater im UNESCO Global Geopark Ries. Für die konkrete Tourenplanung empfiehlt es sich, den aktuellen Stand der Etappen zu prüfen.
Der Naturpark Augsburg–Westliche Wälder ist 1.225 km² groß und der einzige Naturpark in Bayerisch-Schwaben. Damit stehen zwei sehr unterschiedliche Landschaftsbezüge nebeneinander: die Kraterlandschaft des Ries und das ausgedehnte Gebiet des Naturparks. Welche Route passt, hängt auch davon ab, ob Sie eine mehrtägige Wanderung oder kürzere, anders verlaufende Wegstrecken suchen.
Wander- und Radwege im Vergleich
Der DonAUwald-Wanderweg erstreckt sich über knapp 60 Kilometer zwischen Günzburg und Schwenningen und ist an die Bahnanbindungen der Region angeschlossen. Er ist der erste als Premiumwanderweg klassifizierte Wanderweg in Bayerisch-Schwaben. Beim Ries-Panoramaweg steht dagegen die siebentägige Wanderroute rund um den Meteoritenkrater im Mittelpunkt.
Auch die Radwege lassen sich nach ihren beschriebenen Strecken unterscheiden. Der DonauTäler-Radweg erschließt auf rund 300 Kilometern insgesamt 14 Nebentäler der Donau; prüfen Sie die Routendetails vor einer konkreten Planung. Der Donauradweg verläuft auf 100 Kilometern zwischen Neu-Ulm und Donauwörth durch das Schwäbische Donautal. Zusammen mit der Via Claudia Augusta sind diese drei Wege in Bayerisch-Schwaben als ADFC-Qualitätsradrouten mit jeweils vier Sternen klassifiziert.
Regionale Spezialitäten und Orientierung
Eine Spezialität aus dem Nördlinger Ries ist die Rieser Bauerntorte: ein gedeckter Hefekuchen mit Apfelfüllung, dessen Tradition bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Schwäbische Maultaschen sind ebenfalls eine Spezialität in Bayerisch-Schwaben. Typisch sind Teigtaschen mit einer Füllung aus Fleisch- oder Gemüsebrät und einem besonderen Spinatanteil.
Die Tourismusregion Bayerisch-Schwaben umfasst die Landkreise Aichach-Friedberg, Augsburg, Dillingen, Donau-Ries, Günzburg und Neu-Ulm sowie die kreisfreie Stadt Augsburg. Sie liegt am Autobahnkreuz A7/A8 und ist mit dem Auto oder per Bahn erreichbar. Der Bayern-Takt bietet täglich stündliche Zugverbindungen vom Morgen bis spät in die Nacht, auch samstags und sonntags. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Fahrpläne. Für eigene Entdeckungen bietet die Lauschtour-Audioguide-App 23 kostenlose Audiotouren durch Bayerisch-Schwaben, die flexibel und ohne vorherige Buchung genutzt werden können.
Weitere Reiseziele entdecken: Miesbach, Kulmbach, Ammersee, Altötting, Regen, Cham, Weißenburg-Gunzenhausen, Schwandorf.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bayern.