In Ettal treffen die Geschichte der Klosteranlage und die Besonderheiten des nahen Ettaler Weidmooses auf unterschiedliche Interessen. Im Kloster stehen Basilika, Innenhof und Führungen im Mittelpunkt; das Weidmoos bietet Einblicke in Moorlandschaften und ihre Pflanzen- und Tierwelt. Für die Planung lohnt es sich, die Bedingungen für Führungen und die Schutzregeln im Naturschutzgebiet im Blick zu behalten.
Kloster Ettal: Baugeschichte und Kultur
Der Bau der Kirche des Klosters Ettal begann 1330, und ihre Grundmauern stammen noch aus dem Mittelalter. Der Kirchhof beziehungsweise Innenhof misst etwa 100 × 100 Meter und bildet seit der Gründung des Klosters das Zentrum der Anlage. Nach einem verheerenden Brand im 18. Jahrhundert wurde das Innere der Basilika im barocken und klassizistischen Stil neu gestaltet.
Das Ettaler Gnadenbild ist eine verehrte Marienfigur, seit fast 700 Jahren Mittelpunkt der Basilika und Ziel vieler Wallfahrer. Eine weitere Facette der örtlichen Kulturgeschichte ist der Volkstrachtenverein „Ettaler Manndl“: Er wurde 1899 gegründet, um die Werdenfelser Volkstracht zu erhalten und zu fördern sowie die Musik zu pflegen. Die Baugeschichte des Klosters und die Geschichte des Vereins geben damit unterschiedliche Einblicke in Ettals religiöse und kulturelle Traditionen.
Führungen und Brautradition
Bei öffentlichen Führungen können Gäste die Basilika, die Brauerei und die Likörmanufaktur des Klosters besichtigen. Für die Teilnahme ist eine vorherige Reservierung vorgesehen; Gruppen ab zehn Personen sollen sich vorab anmelden. Brauerei und Likörmanufaktur sind ausschließlich im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Tourangebote und Abläufe können sich ändern, daher empfiehlt es sich, die aktuellen Angaben vor dem Besuch zu prüfen.
Bei der Brauereiführung wird gezeigt, wie Ettaler Bier nach alter Handwerkstradition gebraut wird; anschließend gibt es eine Verkostung. So unterscheiden sich die Einblicke in die Basilika, die Brauerei und die Likörmanufaktur klar voneinander. Wenn Sie mehrere Führungen erwägen, prüfen Sie die jeweiligen Reservierungs- und Teilnahmebedingungen.
Ettaler Weidmoos: Moorlandschaft und Schutzregeln
Das Ettaler Weidmoos im näheren Umfeld umfasst 159 Hektar und wurde 1982 unter Naturschutz gestellt. Wegen seiner Wasserverhältnisse mit Übergangskomplexen und kleinen Hochmoorinseln gilt es als Besonderheit unter den bayerischen Mooren. An den Quelltrichtern der Ammerquellen sind Moor- und Auenstandorte eng miteinander verzahnt.
Auch die Lebensräume des Weidmooses lassen sich an konkreten Beispielen erkennen: Die artenreichen Streuwiesen umfassen zahlreiche Orchideenarten sowie Lungenenzian, Moorenzian und Prachtnelke. Zu den dort lebenden Vogelarten zählen unter anderem Schwarzkehlchen, Neuntöter, Haubenmeise und Baumpieper; welche Arten zu beobachten sind, kann variieren.
Im Naturschutzgebiet gilt ein Wegegebot, auch für Hunde; Baden in den Wasserquellen soll unterbleiben. Campen, Parken außerhalb ausgewiesener Flächen und Feuer machen sind verboten. Beachten Sie die vor Ort ausgeschilderten Regeln. Diese Bedingungen gehören zur Besuchsplanung ebenso wie die Wahl der Wege durch das Schutzgebiet.
Weitere Ziele und eine Bergtour
In der näheren Umgebung, im eigenen Ort Dickelschwaig, wurde die St.-Gertrudis-Kapelle 1694 vom Kloster Ettal erbaut. Auch Schloss Linderhof ist ein eigenständiges Ziel außerhalb Ettals: König Ludwig II. ließ es zwischen 1869 und 1877 errichten. Zur Besichtigung freigegeben wurde es 1886, sechs Wochen nach dem Tod des Königs.
Eine andere Art, die Umgebung zu erkunden, ist die Bergtour zum Ettaler Manndl mit Klettersteig. Sie beginnt und endet am Kloster Ettal; für den Klettersteig zum Gipfel ist entsprechende Ausrüstung erforderlich. Die Tour lässt sich deshalb nicht mit einer reinen Besichtigung der Klosteranlage gleichsetzen: Sie verbindet den Start- und Endpunkt am Kloster mit einem Bergziel und einem Klettersteig.
Anreise mit Bahn und Bus
Die Bahn-Bus-Verbindung führt über den Bahnhof Oberau und von dort mit der Buslinie 326 (Garmisch-Partenkirchen ↔ Füssen) bis zur Haltestelle Klostergasthof am Kloster Ettal. Prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Fahrplan und Betrieb, da sich Linien und Verbindungen ändern können.
Weitere Ziele im übergeordneten Reiseziel
Auch das übergeordnete Reiseziel Garmisch-Partenkirchen hat eigene Natur- und Kulturthemen. In der Partnachklamm können Besucher zwischen massiven Felswänden hindurchgehen und das darunter rauschende Wasser erleben. 1912 wurde die Klamm zum Naturdenkmal erklärt und für Besucher erschlossen. Einen kulturellen Schwerpunkt bildet das Richard-Strauss-Institut in der historischen Villa Christina im Kurpark von Partenkirchen; dort befindet sich eine Dauerausstellung über Leben und Werk von Strauss.
Weitere Reiseziele entdecken: Riegsee, Unterammergau, Murnau Am Staffelsee, Krün, Wallgau, Grainau, Ohlstadt, Uffing Am Staffelsee
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Garmisch-Partenkirchen.