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In Hechendorf erzählen die Loisach und St. Anna von unterschiedlichen Zeitschichten: von der früheren Flößerei und von einer Kirche mit mittelalterlichem Kern und frühbarocker Prägung. Der Molo-Park ergänzt die Ortsgeschichte um eine Gartenanlage des 20. Jahrhunderts; eine Radtour durchs Murnauer Moos führt ebenfalls nach Hechendorf. Kulturgeschichte und Landschaftsroute eröffnen so verschiedene Zugänge zum Ort.

Flößerei an der Loisach

Die Loisach fließt direkt an Hechendorf vorbei; dort entwickelte sich ein eigener Berufsstand der Flößer. Von April bis September fuhren die Hechendorfer Flößer regelmäßig zwischen Oberau und Schönmühl bei Wolfratshausen. Der Floßverkehr auf der Loisach wurde 1892 vollständig eingestellt. Diese Eckpunkte zeichnen die frühere Arbeit am Fluss nach: ein eigener Beruf, ein saisonaler Zeitraum, eine benannte Strecke und das Ende des Floßverkehrs. Hechendorf gilt als ehemaliger Flößerort; auf dem Loisach-Radweg wird Wissenswertes zu dieser Geschichte vermittelt.

St. Anna: Baugeschichte in mehreren Schichten

Die katholische Filialkirche St. Anna ist ein barockisierter Saalbau mit eingezogenem Chor und einem Mansarddachturm an der Nordseite. Der eingezogene Chor schließt schmaler an den Saalbau an. Der Kern der Kirche stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts; in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie verlängert und verändert. Innerhalb der Pfarrei Murnau gilt St. Anna als wohl ältestes Kirchengebäude. Zugleich ist sie eine selten einheitliche frühbarocke Kirche, in deren Kern teilweise romanisches und gotisches Mauerwerk erhalten ist. Bauform, Veränderungen und erhaltene ältere Bauteile erzählen damit von verschiedenen Phasen der Kirchengeschichte.

Molo-Park: Gartenanlage und Erinnerung

Der Molo-Park ist eine mehr als vier Hektar große Gartenanlage in Hechendorf. Sie entstand zwischen 1932 und 1934. Ein Grabstein im Park erinnert an Walter von Molo. So verbindet sich die Geschichte einer im 20. Jahrhundert entstandenen Gartenanlage mit einem konkreten, namentlich bezeichneten Gedenken. Im Vergleich zur weit zurückreichenden Baugeschichte von St. Anna setzt der Park einen jüngeren historischen Akzent.

Mit dem Rad durch das Murnauer Moos

Die Radtour durch das Murnauer Moos führt durch das größte zusammenhängende Hochmoor Mitteleuropas. Ihre beschriebene Streckenfolge verläuft zunächst über den Radweg entlang der Olympiastraße nach Hechendorf und von dort weiter entlang der Loisach. Damit ist Hechendorf ein Abschnitt der Route durch das Moos. Zwei Radbezüge haben hier unterschiedliche Schwerpunkte: Die Moostour gibt eine Streckenfolge vor; auf dem Loisach-Radweg wird in Hechendorf Wissenswertes zur Flößerei vermittelt. So stehen Landschaftsroute und Ortsgeschichte nebeneinander, ohne dass beide Hinweise dieselbe Frage beantworten.

Kultur im übergeordneten Reiseziel Murnau a.Staffelsee

Im übergeordneten Reiseziel Murnau a.Staffelsee setzt das Schloßmuseum Murnau einen eigenen Kulturakzent. Es zeigt Werke von Gabriele Münter und Arbeiten von Künstlern der Neuen Künstlervereinigung München und des Blauen Reiter, darunter Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin, Alexej Jawlensky, Franz Marc und Heinrich Campendonk. Das Museum beherbergt die umfangreichste öffentlich gezeigte Sammlung von Werken Münters. Seine Themen umfassen außerdem die Kunst- und Literaturgeschichte Murnaus im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts sowie Besonderheiten des Alpenvorlandes und die örtliche Tradition und Kultur.

Dem Dramatiker Ödön von Horváth widmet das Schloßmuseum eine umfangreiche Dokumentation. Horváth lebte von 1924 bis zu seinem politisch erzwungenen Weggang 1933 hauptsächlich in Murnau. Dort schrieb er unter anderem die Stücke „Zur schönen Aussicht“ und „Italienische Nacht“ und begann den Roman „Jugend ohne Gott“. Auch örtliche Gewerbe wie Federblumenherstellung und Hinterglaskunst werden im Museum gezeigt. Die internationale Sammlung Dammert ergänzt diese Themen um Werke aus Europa und Asien, die über die örtlichen Erzeugnisse hinausgehen.

Weitere Kulturthemen in Murnau a.Staffelsee sind die historische Altstadt, die sich auf eigene Faust oder im Rahmen einer Ortsführung besichtigen lässt, und das Münter-Haus, das Einblicke in das Leben der dort verbundenen Kunstschaffenden ermöglicht. Ein Kunstspaziergang gehört ebenfalls zu den Besucheraktivitäten. Die literarische Wanderung durch Murnau führt auf die Spuren Ödön von Horváths; für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Murnau Am Staffelsee.

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