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Neufraunhofen lässt sich über seine Schlossgeschichte erschließen: Schloss, Schlosskirche, Votivkapelle und Park vereinen Bauphasen aus mehreren Jahrhunderten. Ein besonderes Detail ist das Altarbild in der Schlosskirche: Es zeigt die Muttergottes mit einem einzigartigen, mit Stroh bestickten Mantel.

Schlosskirche und Baugeschichte

Schloss Neufraunhofen wurde ab 1393 erbaut. Die katholische Schlosskirche St. Johannes Baptist und Mariä Empfängnis geht auf eine erste gotische Anlage um 1409 zurück. Schiff und Westchor wurden 1709/14 barock neu erbaut; Fassade und Turm erhielten um 1753 eine Rokoko-Gestaltung. So lassen sich an der Kirche mehrere zeitliche Stationen unterscheiden: der gotische Ursprung, der barocke Neubau von Schiff und Westchor sowie die spätere Gestaltung von Fassade und Turm. Wenn Sie Baugeschichte gern in ihrer zeitlichen Folge betrachten, bietet diese Abfolge einen klaren Vergleich zwischen Gotik, Barock und Rokoko.

Weitere Bauwerke ergänzen das Bild. Westlich der Schlosskirche steht das ehemalige Kapuzinerhospiz, eine schlichte rechteckige Ziegelanlage mit Steildach aus den Jahren 1716/17. Im Schlosspark befindet sich die Votivkapelle, ein neugotischer Blankziegelbau mit Dachreiter und Spitzhelm aus der Zeit um 1880. Hospiz und Kapelle unterscheiden sich damit sowohl in ihrer Gestaltung als auch in ihrer Entstehungszeit. Zusammen mit dem Altarbild führen diese Details von der Architektur zur kirchlichen Kunst, ohne dass die einzelnen Sehenswürdigkeiten auf dieselbe Epoche reduziert werden.

Schlosspark, Stallungen und Zugang

Der Schlosspark ist eine barocke Anlage. Erweiterungen erfolgten 1830/40 und erneut zwischen 1880 und 1914. Für die zeitliche Einordnung ist diese Unterscheidung hilfreich: Die barocke Anlage und ihre späteren Erweiterungsphasen gehören zu unterschiedlichen Abschnitten der Gartengeschichte. Auch die früheren Nutzungen des Schlossensembles lassen sich nachvollziehen. Der ehemalige Kuh- und Pferdestall wurde 1754 errichtet; seine Generalsanierung mit Umnutzung wurde 2009 abgeschlossen.

Der Zugang zur Schlosskirche erfolgt durch den Schlosshof; 1921 machte eine Kirchenstiftung sie der Allgemeinheit zugänglich. Prüfen Sie den aktuellen Zugang, wenn Sie einen Kirchenbesuch planen. Für die restaurierten Stallungen und den Schlosshof um das Fliederrondell gilt eine eigene Besuchsbedingung: Sie können nur nach vorheriger Vereinbarung besichtigt werden. Berücksichtigen Sie diese Einschränkung bei Ihrer Planung, damit Sie Schlossgeschichte und Besuchsmöglichkeiten nicht gleichsetzen.

Veranstaltungen und Ausflug im Umfeld

Der Marstall bietet aufgrund seiner guten Akustik auch großen Gesellschaften Platz für Feste, Vorträge oder Märkte. Im Obergeschoss können im Fraunhofen-Saal bei Buffet und Tanz bis zu 200 Personen Platz finden. Das beschreibt die Nutzungsmöglichkeiten der Räume; es ist kein aktueller Veranstaltungskalender. Der Förderverein Neufraunhofen veranstaltet alle zwei Jahre einen Adventsmarkt im Schloss. In diesem Zusammenhang finden auch verschiedene Veranstaltungen in der Schlosskirche statt. Wenn Sie Ihre Reise auf den Adventsmarkt ausrichten möchten, prüfen Sie vorab die konkreten Termine.

Als weitere Option im näheren Umfeld liegt die Burglochschanze östlich von Neufraunhofen, bei Velden. Von der empfohlenen Parkmöglichkeit führt ein etwa 800 Meter langer Fußweg dorthin; festes Schuhwerk wird empfohlen. Die Parkbedingungen können sich ändern, daher lohnt sich eine Prüfung vor der Anfahrt. So lässt sich der Besuch der Schlossanlage mit einem zusätzlichen Weg im Umfeld verbinden, ohne die beiden Ziele als einen gemeinsamen Rundgang zu behandeln.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Velden.

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