Heising verbindet eine markante Käsegeschichte mit den Spuren zweier Bahnhöfe. Käserei Champignon, eine historische Käsküche und die Kapelle St. Wendelin geben der Ortsgeschichte unterschiedliche Facetten. Wer gern Geschichte und Wanderwege verbindet, findet hier Themen von der Käseproduktion über den Personenverkehr bis zum Gütertransport.
Käsegeschichte in Heising
Die Käserei Champignon wurde 1908 in Heising von Julius Hirschle und Leopold Immler gegründet. Zu ihrer Geschichte gehört ein Camembert, der aus täglich 500 Litern Milch entstand und von besonderem Geschmack war. Wegen seines ausgeprägten Dufts nach frischen Pilzen erhielt er den Namen „Champignon Camembert“. So gehören neben der Gründung auch die Herstellung und die Herkunft des Produktnamens zu den lokalen Käsethemen.
Zwei Bahnhöfe, unterschiedliche Geschichten
Der Alte Bahnhof Heising entstand 1862/63 zusammen mit der Bahnlinie Memmingen–Kempten und diente 40 Jahre lang als Bahnhaltepunkt mit Personenbeförderung. Der Neue Bahnhof wurde 1902 eingeweiht und war bis 1979 in Betrieb. Wegen seiner Nachbarschaft zur Käserei Champignon erhielt er bald den Beinamen „Käsebahnhof“. Am Neuen Bahnhof wurden täglich bis zu eineinhalb Tonnen Käse als Eilgut verladen und in Kühlwagen weitertransportiert.
Damit lassen sich zwei unterschiedliche Aspekte der Eisenbahngeschichte unterscheiden: die Personenbeförderung am Alten Bahnhof und der Käseversand am Neuen Bahnhof. Die Bahnhöfe stehen zugleich in verschiedenen zeitlichen Zusammenhängen: Der Alte Bahnhof entstand mit der Bahnlinie in den Jahren 1862/63; der Neue Bahnhof gehört mit seiner Einweihung 1902 und dem Käsetransport zu einem späteren Kapitel.
Kapelle St. Wendelin
Die Kapelle St. Wendelin gilt als das einzige Gotteshaus im süddeutschen Raum, das sich im Privatbesitz eines Vereins befindet. Die bäuerliche Bevölkerung errichtete sie in Eigenleistung eines Kirchenbauvereins. Geweiht wurde sie dem heiligen Wendelin, dem Schutzpatron der Bauern. In der Kapelle finden regelmäßig katholische und evangelische Gottesdienste statt; einzelne Termine können variieren. Wenn Sie einen Gottesdienst besuchen möchten, prüfen Sie den Termin vorab.
Wanderwege und historische Stationen
Der Laubener Geschichtswanderweg umfasst 39 Stationen und führt unter anderem zum Alten Bahnhof Heising, zur Käsküche Heising, zur Wendelin-Kapelle, zur Käserei Champignon und zum ehemaligen Neuen Bahnhof Heising. Die genannten Stationen eröffnen verschiedene Zugänge zur Ortsgeschichte – von der Käseherstellung über religiöses Erbe bis zur Eisenbahn.
Der Wanderweg L2 bietet eine andere Orientierung: Er führt über schattige Waldwege in den Ortsteil Heising und verlässt Heising über Finken in östlicher Richtung weiter nach Haldenwang. Damit stehen beim L2 Wegführung und Richtung im Vordergrund, während der Geschichtswanderweg historische Stationen nennt. Für Ihre Planung ist das ein konkreter Unterschied zwischen einem Weg mit benannten Geschichtsorten und einer Route, deren Verlauf durch Waldwege und Richtung beschrieben ist.
Weitere historische Zeitmarken
Die Villa Hirschle / Immler wurde erstmals 1712 erwähnt, brannte 1904 ab und wurde anschließend wieder aufgebaut. Auch das Gasthaus „Zu den sieben Schwaben“ gehört in die Geschichte des neuen Bahnhofs: Es entstand unmittelbar nach dessen Bau im Jahr 1902. Das Gebäude in der Dorfstraße 14 diente von 1906 bis 1926 als Käsküche der Genossenschaftskäserei Heising.
Diese Daten setzen unterschiedliche Zeitpunkte nebeneinander: Die erste Erwähnung der Villa reicht bis 1712 zurück, während Bahnhof, Gasthaus und Käsküche vor allem Entwicklungen vom späten 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert zeigen. So begegnen Ihnen in Heising sowohl ältere Ortsgeschichte als auch die späteren Verbindungen zwischen Bahnverkehr und Käseherstellung.
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