In Rabenstein geben Hochmoor, Quarzabbau und die Zeugnisse der Glasherstellung unterschiedliche Akzente für einen Aufenthalt. Auch Kapellen und ein Museum bieten Anknüpfungspunkte für alle, die sich für lokale Geschichte und sakrale Kunst interessieren.
Hochmoor, Quarzbruch und Wege
Die Kiesau ist ein hochgelegenes Übergangsmoor zwischen Rabenstein und Bodenmais. Zu ihr gehören Moorrandwälder und ein historischer Quarzbruch mit Stollen. 1993 wurde eine Fläche von zehn Hektar unter Naturschutz gestellt. So treffen in der Kiesau Naturraum und Spuren des Quarzabbaus aufeinander.
Der Parkplatz Kaisersteig-Loipe in Rabenstein ist der Ausgangspunkt für den Quarzbruch am Hennenkobel und das Hochmoor Kiesau. Der Rabensteig beginnt am Parkplatz Kaisersteig in Rabenstein. Zu seinen Elementen rund ums Wasser gehören der Mühlbach und die Ökoteiche.
Eine andere Wegbeschreibung führt auf dem Gläsernen Steig vom alten Quarzsteinbruch bei der Kiesau auf einer bequemen Forststraße hinunter nach Rabenstein. Der Gläserne Kreuzweg beginnt am Parkplatz Kaisersteig und führt durch den stillen Bergwald zum 950 Meter hohen Hennenkobel. An 14 Stationen wird die Leidensgeschichte Jesu kunstvoll in Sandstrahlgravur auf Spezialglas dargestellt. Die beiden Wege setzen damit unterschiedliche Akzente: Der Gläserne Steig führt vom Steinbruch hinunter nach Rabenstein, während der Kreuzweg mit seinen Stationen den Hennenkobel zum Ziel hat.
Im Winter gehört ein gespurtes Loipennetz zum Angebot in Rabenstein, darunter die Kaisersteigloipe. Die Bedingungen können variieren; prüfen Sie sie vor einer konkreten Tour.
Kapellen und Glasgeschichte
Nahe Rabenstein wurde 1421 die erste Glashütte urkundlich erwähnt. Der Glashüttensteig führt vom Schloss Rabenstein zu mehreren ehemaligen Glashüttenstandorten und über fünf historische Standorte. Anschaulich gestaltete Tafeln vermitteln dort die örtliche Glasgeschichte. Wer sich für die Entwicklung des Glashandwerks interessiert, findet so neben dem Weg selbst auch Informationen zu den historischen Orten.
Die Schlosskapelle St. Georg wurde 1816 von Kajetan Wolfgang von Kiesling erbaut, dem damaligen Besitzer der Glashütte Rabenstein. Sie ist die älteste Dorfkapelle im Gemarkungsbereich Zwiesel. Oberhalb der Kapelle lädt ein Informationsgarten mit dem Stormberger-Brunnen zum Rasten ein. In der Kirche St. Johann Nepomuk sind bunte Glasfenster von Bernhard Schagemann zu sehen.
Auch die Waldkapelle am Ochsenbergweg hat eine eigene Geschichte: Die erste Waldkapelle in Rabenstein ließ 1933 der Rabensteiner Holzhauer Wolfgang Frisch erbauen. In der Waldkapelle hängt zudem eine Glocke aus dem ehemaligen Glashüttentürmchen der Glashütte Theresienthal. Zusammen verweisen die Kapellen auf unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte: auf ihre Baugeschichte, die Glasgestaltung und die Verbindung zur früheren Glashüttenarbeit.
Das Stormberger-Museum befindet sich im Dorfgemeinschaftshaus von Rabenstein. Es zeigt Originaldokumente, historische Handschriften und eindrucksvolle Grafiken zu Stormbergers überlieferten Prophezeiungen. Führungen durch das Museum können über das Waldmuseum Zwiesel gebucht werden: ausschließlich telefonisch, montags bis freitags und mindestens drei Tage im Voraus.
Unterwegs planen
Mit der Linie Rabenstein sind Klautzenbach und Rabenstein erreichbar. An Werktagen verkehrt die Linie während der Hauptgeschäftszeiten nahezu im Zweistundentakt. Prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Fahrplan. So lässt sich der Aufenthalt passend zu den eigenen Schwerpunkten planen – etwa mit Augenmerk auf Kiesau und Quarzbruch, Glasgeschichte oder die Wege am Hennenkobel.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Zwiesel.