Zeitlarn verbindet eine markante Flusslandschaft mit einer Ortsgeschichte, die sich an zwei unterschiedlichen Siedlungslagen ablesen lässt. Im Westen reichen Ausläufer des Oberpfälzer Jura als steil abfallender Uferhang bis an den Fluss Regen, der 70 Meter tiefer liegt. Von diesem Riegel leitet sich der Name des Ortsteils Regendorf ab. Im Osten liegt eine Straßensiedlung zwischen dem Regen und einem Berghang an den Ausläufern des Falkensteiner Vorwaldes. Die Lage am Fluss und an einem alten Handels- und Verkehrsweg prägte die Entwicklung beider Ortsteile. Dieser Weg führte von der nahegelegenen freien Reichsstadt Regensburg nach Norden.
Ortsgeschichte und historische Spuren
Regendorf war vom 13. bis zum 15. Jahrhundert ein Edelsitz der Herren von Regeldorff. Nach 1505 entwickelte sich Regendorf zu einer begehrten Hofmark mit Schloss und Schlosskirche und blieb bis 1808 bei Pfalz-Neuburg. Auch Ausgrabungen auf dem Gemeindegebiet von Zeitlarn brachten Siedlungsspuren aus der Bronzezeit, der Hallstattzeit, der Latènezeit und dem Mittelalter ans Licht.
Die denkmalgeschützte katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus in Zeitlarn wurde 1898/99 von Roth errichtet. Sie ist eine dreischiffige neuromanische Basilika mit eingezogenem Chor und Flankenturm. Die ebenfalls denkmalgeschützte katholische Filialkirche Heilige Dreifaltigkeit ist eine neuromanische Chorturmkirche mit Apsis aus dem Jahr 1907. Beide Kirchen teilen den neuromanischen Stil, unterscheiden sich aber in ihrer Bauform. Südlich der Filialkirche steht ein 1924 von Max Roider geschaffenes Kriegerdenkmal für 1914/18: ein irisches Hochkreuz aus Muschelsandstein.
Der ehemalige Schlosspark war eine Anlage im englischen Stil mit einem ehemaligen Gemüse- und Obstgarten, Terrassen, Treppen und Brunnen. Seine Gestaltung stammt aus dem 18. Jahrhundert und aus der Zeit nach 1840. Damit ergänzen historische Gartenmerkmale die Kirchen und die archäologischen Spuren als weitere Facette der Ortsgeschichte.
Bilderbuchwege und Radfahren
Die Bilderbuchwege sind ein Projekt der Bücherei Zeitlarn, das Kindern die Themen Lesen, Bewegung und Natur näherbringt. Mit Starts in Zeitlarn, Laub und Regendorf verlaufen sie auf Waldwegen. Jeder Weg umfasst zwölf Tafeln mit Seiten aus Bilderbüchern von Felix Neureuther sowie passende Bewegungsübungen oder Naturspiele. Lesen und Bewegung gehören hier zum Wegerlebnis dazu; der Aufenthalt dreht sich also nicht nur um die zurückgelegte Strecke.
Die einzelnen Wege sind etwa 1,5 bis 2 Kilometer lang; die reine Gehzeit beträgt ungefähr 20 bis 30 Minuten. Wer Lesen, Bewegung und Spiele einbezieht, sollte etwa 1,5 Stunden einplanen. Die Strecke bleibt kurz, der Zeitbedarf verändert sich aber deutlich, sobald Sie Tafeln lesen und Aktivitäten einbeziehen. Für Ihre Planung sind das zwei verschiedene Zeitbudgets: das reine Gehen und der Weg mit den zusätzlichen Angeboten.
Als weiterer Bewegungsbezug führt der Fünf-Flüsse-Radweg über Regendorf, einen Ortsteil von Zeitlarn. Radroute und Bilderbuchwege bieten damit unterschiedliche Arten, die Gegend zu erkunden: mit dem Rad oder zu Fuß auf Waldwegen mit Lese- und Bewegungselementen.
Im übergeordneten Reiseziel Regensburg
Die Walhalla in Donaustauf setzt einen eigenen Kulturakzent im übergeordneten Reiseziel Regensburg. Die klassizistische Gedenk- und Ehrenhalle an der Donau ehrt seit 1842 bedeutende Deutsche und mit der deutschen Geschichte verbundene Persönlichkeiten mit Marmorbüsten und Gedenktafeln. Außen prägen 52 Säulen dorischer Gestaltung das Bauwerk. Ihre Gedenkfunktion unterscheidet die Walhalla von den Kirchen in Zeitlarn und ergänzt den lokalen Schwerpunkt um einen weiteren historischen Blickwinkel.
Weitere Reiseziele entdecken: Neutraubling, Barbing, Beratzhausen, Brennberg, Donaustauf, Wolfsegg, Brunn, Pentling.
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