14 gusseiserne Stationshäuschen, Kalksteinreliefs hinter Glas und ein weiter Blick über den Starnberger See: Feldafing verbindet am Kalvarienberg konkrete Baugeschichte mit einer ausgeprägten Landschaftsperspektive. Hinzu kommen der Lenné-Park, die Roseninsel mit prähistorischen Pfahlbauresten und weitere Orte der Ortsgeschichte. Für Ihre Planung ist vor allem die saisonale Überfahrt zur Roseninsel ein wichtiger Fixpunkt; Parkgestaltung, Aussicht und historische Bauten setzen daneben eigene Akzente.
Parklandschaft und Blickachsen
Peter Joseph Lenné erhielt am 26. April 1854 den Auftrag zur Gestaltung des Lenné-Parks. Als großer Landschaftspark im englischen Stil wurde er im süddeutschen Raum angelegt. Die praktische Ausführung übernahm Carl von Effner von 1855 bis 1863.
Der Park bewahrt wesentliche Elemente dieser Gestaltung: malerische Baumgruppen, freie Wiesenflächen, Bachläufe und Spazierwege, die dem Gelände angepasst sind. Überraschende Durchblicke öffnen sich auf den Starnberger See und das Gebirge. So gehören zur Parklandschaft sowohl die Abfolge offener und bewachsener Flächen als auch die wechselnden Sichtachsen. Ein eigener Nutzungsaspekt gehört ebenfalls zur Geschichte des Parks: Seit 1926 wird ein Teil als Golfplatz genutzt; dort befindet sich der Golf-Club Feldafing e.V.
Baugeschichte am Kalvarienberg
Der Kalvarienberg bietet eine andere Art, Feldafings Geschichte kennenzulernen. Er besteht aus 14 gusseisernen Stationshäuschen mit farbig gefassten Kalksteinreliefs hinter Glas sowie einer Kreuzigungsgruppe aus Zink- und Eisenguss. Von 1864 bis 1892 wurde die Anlage in 25-jähriger Arbeit errichtet; eingeweiht wurde sie am 28. August 1892. Die Materialien und die einzelnen Stationen geben dem Ort eine klar erkennbare bauliche Gestalt.
Von der Kreuzigungsgruppe reicht die Fernsicht nach Südosten über den Starnberger See. Das Gebirgspanorama erstreckt sich von der Benediktenwand bis zum Wettersteinmassiv. Die Aussicht verbindet den konkreten Standort mit einem weiten Blick über See und Gebirge.
Roseninsel: Welterbe und saisonale Überfahrt
Auf dem Grund des Starnberger Sees bei der Roseninsel liegen prähistorische Pfahlbaureste, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Auf der Insel beherbergt das Gärtnerhaus heute ein kleines Museum und ein Kassengebäude. Damit stehen dort die prähistorischen Spuren im Seegrund und ein Gebäude mit heutiger Museums- und Kassenfunktion nebeneinander.
Von Mai bis zum 15. Oktober kann man mit einer Plette zur Roseninsel übersetzen. Die Überfahrt ist auf höchstens 30 Personen begrenzt; Kinderwagen und Rollstühle können mitgenommen werden. Hunde und Fahrräder dürfen nicht auf die Roseninsel. Prüfen Sie vor der Reise die saisonalen Angaben und die Bedingungen der Überfahrt.
Ortsgeschichte und Anreise
Der jüdische Friedhof in Feldafing bewahrt eine konkrete Erinnerung an die Nachkriegszeit: Nachweislich sind dort 112 Menschen bestattet, die zwischen Mai 1945 und Juni 1949 im DP-Lager Feldafing starben.
Auch das denkmalgeschützte Strandbad Feldafing erzählt von der Bau- und Freizeitgeschichte des Ortes. Es befindet sich größtenteils noch im Originalzustand von 1927. Zu seinem historischen Charakter gehören 150 Kabinen und langgestreckte Holzbauten.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie Feldafing mit der S-Bahn-Linie 6 in Richtung Tutzing; steigen Sie in Feldafing aus. Prüfen Sie den aktuellen Fahrplan für Ihren Reisetag. So lässt sich die Anreise mit den örtlichen Schwerpunkten verbinden, ohne die saisonale Überfahrt zur Roseninsel aus dem Blick zu verlieren.
Weitere Reiseziele entdecken: Berg, Seefeld, Pöcking, Weßling, Starnberg, Andechs, Inning Am Ammersee, Gauting.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Starnberg.