Moorlandschaft, Wege am Wasser, Almen und Kirchen mit langer Geschichte geben Staudach-Egerndach unterschiedliche Seiten. Für Ihre Reiseplanung lohnt es sich, den Schwerpunkt zu setzen: Soll es eher um Wege durch die Filzen, eine Almwanderung, Radtouren oder Kulturgeschichte gehen? Die folgenden Ziele unterscheiden sich nicht nur in ihrem Thema, sondern auch in ihren Ausgangspunkten und Zugängen.
Moor, Wasser und Wege in der Natur
Die Staudach-Egerndacher Filze sind ausgewiesene und geschützte Wiesenbrütergebiete. Durch die Egerndacher und Staudacher Filzen führt der Kleine Moorrundweg, auf dem verschiedene Stationen das Thema Moor aufgreifen. Der Weg verläuft eben und ohne nennenswerte Steigung, ist für ältere Menschen und kleine Kinder geeignet und mit dem Kinderwagen begehbar. Wetterbedingungen können den Zustand der Wege beeinflussen; beziehen Sie die Witterung deshalb in Ihre Planung ein.
Davon zu unterscheiden ist ein nahegelegener Moorerlebnispfad, der die Moorlandschaft auf mehreren Kilometern Länge erlebbar macht. Der Dammweg an der Tiroler Ache eignet sich zum Wandern, Radfahren und Joggen. Staudach-Egerndach liegt außerdem in der Nähe des Hochgern, der Tiroler Ache und des Hochmoors der Egerndacher Filze. Der Hochgern ist 1.748 Meter hoch.
Eine andere Art, Zeit am Wasser zu verbringen, bietet die natürliche Kneippanlage in Staudach-Egerndach: Sie liegt ruhig und ist in einen Bach integriert. Damit reicht die Auswahl von längeren Wegen durch die Moorlandschaft bis zu einem Ort, dessen Bachlage den Charakter der Anlage bestimmt.
Almenwanderung und Ausblicke
Der Rundweg Vorderalm–Brachtalm–Staudacher Alm ist eine Almenwanderung. Er beginnt am Wanderparkplatz Holzlagerplatz im Mühlwinkel und eröffnet den Blick auf den Hochgern von seiner markanten, wilden Nordseite. Die Staudacher Alm selbst liegt auf 1.150 Metern Höhe. Die aus Natursteinen gemauerte Almhütte bietet Ausblicke auf den Hochgern und die Zwölferspitz.
In der Staudacher Alm werden deftige Brotzeiten serviert. Da der Betrieb saisonal variieren kann, empfiehlt es sich, die Öffnung vor einem Besuch zu prüfen. So lässt sich die Alm als konkretes Ziel einer Wanderung einplanen, ohne die saisonale Einkehr als jederzeit verfügbar vorauszusetzen.
Radtouren und der Planetenweg
Auch bei den Radtouren unterscheiden sich die Startpunkte und Streckenverläufe. Die Route „Achen-Achter für Gravel“ beginnt an der Brücke über die Tiroler Ache in Staudach und folgt zunächst dem Radweg entlang der Ache. Weiter führt sie über Egerndach und entlang der Staudach-Egerndacher Filze.
Die Mountainbike-Tour MTB 31 Brachtalm startet am Holzlagerplatz Mühlwinkl. Sie führt an der Kirche vorbei und auf dem Radweg in Richtung Bergen. Bei der Auswahl zwischen diesen beiden Touren geben somit bereits der Startpunkt und die beschriebene Streckenführung unterschiedliche Orientierung.
Der Planetenweg verläuft zwischen Staudach-Egerndach und Marquartstein und vermittelt Einblicke in unser Sonnensystem. Verwirklicht wurde er von Schülern des Gymnasiums Landschulheim Marquartstein. Die Route „Spielplatz und Schleckerrunde“ führt über den Achendamm, der auch Planetenweg genannt wird, zum letzten Spielplatz in Staudach-Egerndach.
Kirchen und Geschichte
In Egerndach steht die katholische Pfarrkirche St. Andreas. Sie wurde erstmals 1260 urkundlich erwähnt; der heutige Kirchenbau stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Eine Informationstafel an der Kirche gibt Gästen und Einheimischen einen kurzen Einblick in ihre Geschichte.
In der näheren Umgebung von Staudach-Egerndach steht die 1640 erbaute Schnappenkirche auf dem Schnappenberg in der Gemeinde Marquartstein, auf 1.100 Metern Höhe. Sie gehört zur Pfarrei Staudach-Egerndach. Wanderwege führen von Staudach durch den Bergwald zur Kirche; von dort reicht der Blick über den Chiemgau und den Chiemsee. Auch die Burg Hohenstein gehört zur regionalen Geschichte: Sie entstand im Laufe des 10. Jahrhunderts auf einem Höhenrücken des Schlossbergs.
Kunst und besondere Orte
Das Atelierfenster ist ein kleiner Ausstellungsraum in Staudach-Egerndach, der die Bildende Kunst im Chiemgau fördern und wertschätzen soll. Atelierbesuche sind nach Absprache möglich; stimmen Sie einen Besuch daher vorher ab. Zusammen mit den Kirchen und historischen Orten ergänzt das Atelierfenster die Natur- und Wanderziele um einen kulturellen Schwerpunkt.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Marquartstein.