Boos verbindet die Geschichte Sebastian Kneipps mit Kirchenkunst, religiösem Brauchtum und Spaziergängen in großen Waldgebieten. Am 20. Januar 1853 – seinem Namenstag – wurde Kneipp im Alter von 31 Jahren als Kaplan nach Boos versetzt. Dieser konkrete biografische Bezug gibt der Ortsgeschichte einen markanten Einstieg; die weiteren Themen reichen von Kunstwerken in den Kirchen bis zu Wald und Dorfplatz. Bei der Wahl einer Ferienwohnung können Sie danach gewichten, ob für Ihre Reise eher die Ortsgeschichte, das religiöse Brauchtum oder Zeit im Grünen im Mittelpunkt stehen soll.
Kirchenkunst und Ortsgeschichte
Die Geschichte der Pfarrkirche St. Martin umfasst mehrere klar zu unterscheidende Zeitschichten. 1713 wurde die Kirche durch das Haus Fugger erweitert und barockisiert. Die wertvollen Deckengemälde schufen Guggenberger und Scherer 1860; thematisch zeigen sie Schutzengel. Die wertvollste Figur der Kirche stammt von Ivo Strigel und entstand um 1480. Zusammen ordnen diese Details St. Martin vom späten 15. Jahrhundert über den barocken Umbau bis zur Ausmalung des 19. Jahrhunderts ein. Damit erhält die Kirche einen klaren kunsthistorischen Schwerpunkt innerhalb des Ortsprofils.
In Reichau steht die Pfarrkirche St. Anna, die Max Treu aus Augsburg erbaute. Die Bergkapelle befindet sich auf einer Anhöhe östlich der Pfarrkirche St. Martin in Boos. So richtet sich der kulturgeschichtliche Blick nicht allein auf St. Martin: Auch Reichau und die Anhöhe östlich der Pfarrkirche gehören zu den benannten religiösen Orten der Gemeinde.
Kneipp-Bezüge, Wald und Brauchtum
Der Kneipp-Bezug zeigt sich auch an zwei konkreten Standorten: Auf dem Dorfplatz von Boos steht ein Kneippbrunnen, am Waldrand eine Wassertretanlage. Große Waldgebiete in Boos laden außerdem zu erholsamen Spaziergängen ein. Damit stehen neben der Ortsgeschichte auch Natur und die örtlichen Kneipp-Bezüge als Themen für den Aufenthalt im Raum.
Zum Brauchtum der Pfarrei St. Martin gehören Bittgänge, Ewige Anbetung, Bergmessen und Fußwallfahrten. Die Reihe reicht von gemeinschaftlich begangenen Wegen bis zu Formen der Anbetung und zum Gottesdienst auf dem Berg. Die Pfarrei veranstaltet außerdem jedes Jahr im Juli ein Pfarrfest. Wenn Sie Ihre Reise danach ausrichten möchten, prüfen Sie vorab die konkreten Termine der Pfarrei.
Einordnung im Unterallgäu
Ein weiterer Blick auf die Ortsgeschichte führt zur Milchwirtschaft. Von 1902 bis 1973 gab es in Boos eine Lehr- und Versuchsanstalt des milchwirtschaftlichen Vereins im Allgäu. Sie entwickelte sich zu einer bedeutenden Ausbildungsstätte für die Herstellung von Weichkäse und Butter. So kommt neben sakraler Kunst und religiösem Brauchtum auch ein Bereich der Wirtschafts- und Ausbildungsgeschichte in den Ortsüberblick.
Für eine Reise über den einzelnen Ort hinaus lässt sich Boos im größeren Rahmen des Unterallgäus betrachten. Die Iller bildet im Westen und die Wertach im Osten die natürlichen Grenzen des Unterallgäus. Die Region liegt an den Autobahnen A7 und A96; ein dichtes Straßennetz, Zuganbindungen und der Allgäu Airport in Memmingerberg ergänzen die regionale Erreichbarkeit. Im gesamten Landkreis sind Rad- und Wanderwege einheitlich beschildert; außerdem gibt es die Glückswege. So lassen sich die örtlichen Themen in Boos von den übergeordneten Reise- und Wegeangeboten des Unterallgäus unterscheiden.
Weitere Reiseziele entdecken: Ettringen, Rammingen, Winterrieden, Stetten, Memmingerberg, Mindelheim, Buxheim, Ottobeuren.
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