Porzellangeschichte und Baukultur auf der einen, Eger und Wanderwege auf der anderen Seite: Hohenberg an der Eger lässt sich über unterschiedliche Interessen erschließen. Für die Reiseplanung hilft es, diese Schwerpunkte auseinanderzuhalten. Die historischen Orte erzählen von Burg, Kirche und regionaler Industrie; die Wege führen an der Eger entlang oder durch die Landschaft des Naturparks Fichtelgebirge.
Porzellan und Baugeschichte
Das Porzellanikon in Hohenberg an der Eger befindet sich in der ehemaligen Villa von Carl Magnus Hutschenreuther und vermittelt die Geschichte der regionalen Porzellanindustrie. Damit verbindet sich das Thema Porzellan mit der Ortsgeschichte. Beim Besuch des Werksverkaufs können Besucher die Besonderheiten des Dibbern-Porzellans unmittelbar kennenlernen. Da sich die Bedingungen des Werksverkaufs ändern können, informieren Sie sich vor einem Besuch über den aktuellen Stand.
Auch die Burg Hohenberg an der Eger verweist auf eine längere Geschichte: Sie wurde zwischen 1170 und 1222 zum Schutz einer alten Handelsstraße erbaut. Diese führte von Osten über die Stadt Eger (Cheb) an Hohenberg vorbei. Das Confinhaus bei der Hohenberger Hammermühle war eine Quarantänestation aus dem späten 18. Jahrhundert. Sein Obergeschoss ist in Fachwerk ausgeführt; das Satteldach wurde verändert. Seit dem 1. März 1996 kommen Wanderer und Radfahrer, die den Grenzübergang bei der Hammermühle nach Tschechien nutzen, vor der Überquerung der Egerbrücke am Confinhaus vorbei.
Die Kirche St. Elisabeth entwickelte sich aus einer kleinen Kapelle, die zur Burg gehörte und ursprünglich der Pfarrei Arzberg unterstand. Eine Kirchenvisitation erwähnte sie 1508 erstmals als „Kapelle der seligen Jungfrau bei der Burg Hohenberg“. Zur Innenausstattung gehören ein 1949 von Marianne Wendt geschaffener Altar, eine Kanzel und ein Taufstein aus rötlicher Terrakotta sowie ein 1952 von Albert Sterr geschnitztes Flügelretabel aus Eichenholz. Die Fatima-Kapelle wurde 2005 unter einer Eiche errichtet und noch im selben Jahr mit einer gestifteten Fatima-Madonna eingeweiht.
Eine weitere historische Erinnerung hält die 2,40 Meter hohe Dudelsackpfeifer-Skulptur aus Muschelkalk fest. Sie wurde im November 1963 an der Egerbrücke bei der Pfeiffermühle aufgestellt und erinnert an böhmische Musikanten, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert im Sommer nach Bayern zogen. Entworfen wurde sie von Oswald Hoffmann, gefertigt von Ludwig Deller.
Eger und Wanderwege
Die Eger fließt auf deutscher Seite durch Weißenstadt, Röslau, Marktleuthen und Hohenberg an der Eger. Ihr Flusslauf bietet Lebensräume mit unterschiedlichen Nährstoffgehalten; die Auen sind durch Flussablagerungen nährstoffreich. Die Carolinenquelle ist eine heilkräftige Mineralquelle auf der „Kuppelwiese“ im Naturpark „Kocherrangen“, nur wenige Meter von der Eger entfernt. Von einem Parkplatz führt eine Forststraße in die Egeraue; die Quelle ist von dort in fünf Minuten zu Fuß erreichbar. An ihr stehen Schautafeln, darunter Informationstafeln des Geoparks.
Für Wanderungen stehen Routen mit unterschiedlichem Charakter zur Orientierung. Der Themen-Wanderweg „Kaiserweg“ beginnt in Hohenberg und verläuft entlang der Eger. Seine Informationstafeln behandeln Geologie, Natur und Kulturgeschichte des Egertals. Der Rundwanderweg 1 folgt der Eger flussabwärts und führt über einen steilen Aufstieg durch den Naturpark Kocherrangen mit Talblicken zurück zum Burgplatz. Die örtlichen Wegbedingungen sollten Sie vor einer Tour prüfen.
Der Rundwanderweg 7 führt am Wasserkraftwerk Hirschsprung vorbei und anschließend zu der Brücke in Richtung Gut Blumenthal, die auf die andere Uferseite zurückführt. Nach einer Abzweigung verläuft der Weg direkt am Ufer ins Wellerthal. Diese Wegbeschreibungen geben unterschiedliche Anhaltspunkte für die Auswahl: Beim Kaiserweg stehen die Themen der Tafeln im Vordergrund, beim Rundwanderweg 1 der steile Anstieg und die Rückkehr zum Burgplatz.
Landschaft und Anreise
Der Steinberg erhebt sich westlich der Stadt Hohenberg an der Eger, ist 653 Meter hoch und liegt im Naturpark Fichtelgebirge. Der Heiligenberg ist ein geschütztes Geotop von hohem geowissenschaftlichem Wert. Wer Naturthemen mit Kulturgeschichte verbinden möchte, findet damit neben den beschriebenen Wegen auch landschaftliche Bezugspunkte, die sich von den Bauwerken und dem Porzellanikon unterscheiden.
Hohenberg an der Eger ist mit der Bahn über die Haltestelle Schirnding und mit dem Auto über die Bundesautobahnen A 9 und A 93 erreichbar. Für die Wahl des Reiseziels können Sie daher zuerst nach den geplanten Schwerpunkten entscheiden: Porzellan- und Ortsgeschichte, Wanderwege an der Eger oder die Landschaft des Naturparks. Die örtlichen Themen bieten so einen konkreten Rahmen für die Suche nach einem Hotel, ohne dass die beschriebenen Sehenswürdigkeiten dieselbe Art von Aufenthalt voraussetzen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Schirnding.