Ein sommerliches Weinerlebnis trifft in Wilmersdorf auf eine eiszeitlich geprägte Grünlandschaft; hinzu kommen markante Bauwerke und kulturelle Orte. Diese Mischung macht die Frage nach dem Schwerpunkt Ihres Aufenthalts konkreter: Möchten Sie Parks und Landschaft in den Mittelpunkt stellen oder Architektur, Theater und lokale Kulturtermine?
Grünräume mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Der Volkspark Wilmersdorf ist die größte Grünanlage in Wilmersdorf. Er gehört zu einem rund zweieinhalb Kilometer langen grünen Band, das gemeinsam mit dem Rudolph-Wilde-Park einer eiszeitlichen Rinne folgt. Auch der Fennsee erzählt von der früheren Landschaft: Er ist ihr letztes sichtbares Überbleibsel. So stehen im Wilmersdorfer Grünraum sowohl die Form einer eiszeitlichen Rinne als auch die Spuren der früheren Gewässerlandschaft im Blick.
Im östlichen Teil des Volksparks befindet sich am Hans-Rosenthal-Platz ein großer Spielplatz. Der belebte Parkteil wird täglich von Familien, Jugendlichen und Schulklassen genutzt. Damit lässt sich der Besuchsschwerpunkt innerhalb der Grünanlage konkret wählen: landschaftliche Prägung oder ein Parkabschnitt mit Spielplatz und viel Nutzung durch unterschiedliche Gruppen.
Der Preußenpark setzt einen anderen Akzent. Der 55.000 Quadratmeter große Park hat Wege, die zu einer großen Liegewiese führen. Zugleich ist er als Treffpunkt thailändisch-philippinisch-deutscher Familien bekannt. Seit Mitte der 1990er-Jahre trafen sich dort zunehmend Familien zu Picknicks; daraus entwickelte sich ein interkultureller Treffpunkt. Der Thai-Food-Markt ist davon zu unterscheiden: Er ist seit 2024 an einen anderen Ort verlegt.
Baukultur und kulturelle Orte
Am Lehniner Platz residiert das Theater Schaubühne seit 1981 in einem Mendelsohn-Bau. Das Gebäude steht bereits seit 1979 unter Denkmalschutz. Die unterschiedlichen Jahreszahlen markieren zwei Aspekte desselben Ortes: seine Geschichte als denkmalgeschütztes Gebäude und die spätere Ansiedlung des Theaters.
Die Evangelische Kirche am Hohenzollernplatz ist ebenfalls ein Baudenkmal. Sie wurde 1930–33 als dreischiffige Langhausbasilika erbaut. Die Bezeichnung benennt einen besonderen Bautyp; wer sich für Architektur interessiert, findet hier damit einen anderen Zugang als bei den Parkanlagen. Die Auenkirche ist ein weiterer Bezugspunkt der Ortsgeschichte: Sie gilt als Mutterkirche von Wilmersdorf.
Auch die Kunstorte bieten unterschiedliche Anknüpfungspunkte. Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist die Kommunale Galerie Berlin seit 1974 ein aktuelles Forum für alle Sparten der zeitgenössischen Kunst. In ihrem Atelier kann jede Person künstlerisch arbeiten. Das Schoeler-Schlösschen wiederum ist das älteste Haus Wilmersdorfs und ergänzt die zeitgenössische Perspektive um ein Stück älterer Ortsgeschichte.
Am Rüdesheimer Platz steht außerdem der Siegfriedbrunnen, 1911 von Emil d. J. Cauer aus Sandstein errichtet. Er zeigt Siegfried als Rosselenker. Architekturdetails finden sich auch im U-Bahnhof Rüdesheimer Platz: Zu seinen Merkmalen gehören achteckige Mittelstützen aus Granit und teilweise erhaltene Keramikverzierungen mit Satyrn, Faunen, Trauben, Weinlaub und Insekten.
Saisonale und wöchentliche Termine
Der Rheingauer Weinbrunnen findet seit 1967 alljährlich in den Sommermonaten auf dem Rüdesheimer Platz statt. Winzerinnen und Winzer aus dem Rheingau-Taunus-Kreis schenken dort Weine und Sekte aus. Am Hohenzollernplatz findet mittwochs und samstags ein Wochenmarkt statt. Der Weinbrunnen ist also an die Sommermonate gebunden, während die Markttage an zwei Wochentagen liegen. Wenn Sie Ihren Besuch auf einen dieser Termine ausrichten möchten, prüfen Sie vor der Anreise die konkreten Veranstaltungstage, Ausschankzeiten und Marktdaten.
Weitere Reiseziele entdecken: Karlshorst, Rudow, Karow, Pankow, Ruhlsdorf, Lichtenberg, Bohnsdorf, Buckow
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Berlin.