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Bernau bei Berlin verbindet Bauhausgeschichte mit einer bemerkenswert gut erhaltenen Stadtmauer. Die Stadt liegt etwa zehn Kilometer nordöstlich von Berlin. Ihre historischen Themen reichen von der Bauhauszeit zwischen den Weltkriegen bis zu romanischen Bauteilen um 1200, einer historischen Befestigung und Kunst aus dem frühen 16. Jahrhundert. Für eine kulturorientierte Reise bietet Bernau damit mehrere unterschiedliche historische Anknüpfungspunkte, ohne dass sich der Blick auf nur eine Epoche beschränken muss.

Bauhaus und UNESCO-Welterbe

Die ADGB-Gewerkschaftsschule in Bernau ist Teil der UNESCO-Welterbestätte „Bauhaus and its Sites in Weimar, Dessau and Bernau“. Der Bauhauskomplex in Bernau wurde zwischen 1928 und 1930 unter Hannes Meyer und Hans Wittwer entworfen und errichtet; alle Bauhauswerkstätten waren beteiligt. Die Verbindung aus genau datiertem Bauzeitraum und gemeinsamer Arbeit der Werkstätten gibt dem UNESCO-Thema hier einen konkreten architektonischen Bezug. Das 2022 eröffnete Besucherzentrum informiert über den UNESCO-Welterbe-Bauhausstandort und vermittelt Bildungsinhalte. Wenn Sie einen Besuch dort einplanen, prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten und Besuchsmodalitäten.

Stadtmauer, Steintor und Henkerhaus

Die Bernauer Stadtmauer ist bemerkenswert gut erhalten. Ursprünglich bildete sie eine etwa 1,5 Kilometer lange und ungefähr acht Meter hohe Feldsteinbefestigung mit drei Toren und zwei Rundtürmen. Das Steintor ist Bernau bei Berlins einzig erhaltenes Stadttor und beherbergt seit 1882 ein Museum. Das Henkerhaus-Museum behandelt Bernauer Henkergeschichte; zu seinen Inhalten zählen ein Richtschwert aus dem 16. Jahrhundert und eine Bürgerstube.

Kirche und Kunst aus verschiedenen Jahrhunderten

Auch die St. Marienkirche verbindet unterschiedliche Zeitschichten: Auf ihrer Nordseite befinden sich romanische Rundbögen aus der Zeit um 1200. Der Altaraufsatz entstand 1511 im Umkreis von Lucas Cranach dem Älteren. Zwischen den Rundbögen und der Tafelkunst liegen rund drei Jahrhunderte – ein konkreter Vergleichspunkt für Bau- und Kunstgeschichte in Bernau.

Anreise und Hussitenfest

Von Berlin erreichen Sie Bernau mit der S-Bahn-Linie 2 und der Regionalbahn. Mit dem Auto ist die Anreise aus Berlin über die B2 oder die A11 möglich. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Fahrpläne; Straßenverhältnisse und Verkehr können variieren.

Das Hussitenfest verwandelt Bernau bei Berlins historischen Stadtkern in ein mittelalterlich geprägtes Ereignis mit Darstellenden, einem Markt und einem historischen Festzug. Wenn Sie Ihre Reise daran ausrichten möchten, prüfen Sie vorab Termine und Programm.

Barnim als regionaler Rahmen

Bernau liegt am Rand des Naturparks Barnim. Im übergeordneten Reiseziel Barnim treten daneben eigenständige regionale Themen hervor: Das Kloster Chorin ist ein Schlüsselwerk der norddeutschen Backsteingotik, und das Schiffshebewerk Niederfinow ist Deutschlands ältestes noch arbeitendes Schiffshebewerk. Zur Landschaftsperspektive gehören Radfahren im Naturpark Barnim, zahlreiche Badeseen mit Erholungsmöglichkeiten und ein Radwanderwegenetz von 610 Kilometern im Landkreis Barnim. Auch der 143 Kilometer lange Rundwanderweg „Rund um die Schorfheide“ führt durch den Naturpark Barnim. Prüfen Sie vor einer konkreten Wanderung die aktuellen Wegebedingungen.

Weitere Reiseziele entdecken: Schönow, Börnicke, Lindow, Werneuchen, Eberswalde, Schorfheide, Hohenfinow, Wandlitz.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Barnim.

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