Großbeeren verbindet Erinnerungsorte, Architektur und Industriegeschichte. Der 32 Meter hohe Gedenkturm, die Schinkelkirche und die stillgelegte Rieselanlage stehen für unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte. Auch die Bülow-Pyramide hat einen festen Platz im örtlichen Gedenken: Beim Siegesfest Ende August findet dort jährlich der Bülow-Gedenklauf statt.
Gedenkturm und Bülow-Pyramide
Der Gedenkturm wurde 1913 zum 100. Jahrestag der Schlacht bei Großbeeren errichtet. Das Museum im Erdgeschoss erinnert an die Schlacht vom 23. August 1813. Der Turm stellt außerdem die Befreiungsbewegung um 1813 dar und zeigt unter anderem ein Diorama der Schlacht. Von seiner Aussichtsplattform reicht der Blick bei gutem Wetter mehr als 30 Kilometer weit ins Land; die Sicht hängt also vom Wetter ab.
Ein eigener Erinnerungsort ist die Bülow-Pyramide auf dem Windmühlenhügel. Sie wurde 1906 errichtet und ist General von Bülow gewidmet. Der jährlich beim Siegesfest Ende August stattfindende Bülow-Gedenklauf hat an der Pyramide sowohl Start als auch Ziel. Wer den Besuch mit dem Fest verbindet, sollte die konkreten Veranstaltungstermine und das Programm vorab prüfen, denn das Jahresprogramm kann variieren.
Die Rieselanlage: ein Zeugnis der Stadtgeschichte
Die stillgelegte Rieselanlage Großbeeren ist ein wichtiges Zeugnis der Berliner Stadtgeschichte. Ihre wichtigsten Bestandteile stehen seit 1999 unter Denkmalschutz. Zur Orientierung: Die Anlage liegt am Ende der Trebbiner Straße; vom Gedenkturm im Zentrum Großbeerens sind es etwa zehn Gehminuten. Die kurze Wegangabe verbindet zwei unterschiedliche historische Themen: das Gedenken an die Schlacht und die Geschichte der Rieselanlage. Sie sagt zugleich, wo sich die Anlage im Verhältnis zum Turm befindet.
Schinkels Kirche in neugotischem Stil
Die evangelische Schinkelkirche Großbeeren entstand von 1818 bis 1820 nach einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels im neugotischen Stil. Auch ihre Inneneinrichtung wurde nach Schinkels Plänen ausgeführt. Der Grundriss hat die Form eines griechischen Kreuzes. Die Kirche wurde König Friedrich Wilhelm III. als Dank für den Sieg in der Schlacht bei Großbeeren geschenkt. Damit verbindet sich an einem Bauwerk ein historischer Anlass mit einem klar benannten architektonischen Entwurf.
Im Vergleich zu den charakteristischen Feldsteinkirchen der Nachbarorte zeichnet sich die Schinkelkirche durch ihr exotisches Äußeres aus. Für die zeitliche Einordnung der Großbeerener Erinnerungsorte sind die Jahreszahlen hilfreich: Auf die Schlacht von 1813 folgten der Kirchenbau von 1818 bis 1820, die Bülow-Pyramide von 1906 und der Gedenkturm von 1913. So lassen sich die Bauwerke und ihre unterschiedlichen Bezüge zur Ortsgeschichte voneinander unterscheiden.
Kulturthemen im übergeordneten Reiseziel Teltow-Fläming
Im übergeordneten Reiseziel Teltow-Fläming kommen weitere Kulturthemen hinzu. Die Siedlung Baruther Glashütte ist ein Denkmal von europäischem Rang. Dort gibt es ein lebendiges Glasmuseum mit einem produzierenden Ofen; traditionelle Werkstätten stellen Unikate und Kleinserien her. Glasproduktion und Handwerk bilden einen anderen Schwerpunkt als die Großbeerener Erinnerungsorte.
Das Museum im Mönchenkloster in Jüterbog präsentiert auf drei Etagen regionale Archäologie sowie die Reformationsgeschichte und die Militärgeschichte der Stadt. In Kloster Zinna verbindet das Klostermuseum die Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters mit einer Schaubrennerei. Dort gibt es Vorführungen zur Herstellung der Essenzen für den Kräuterlikör „Klosterbruder“. Diese Beispiele geben dem Kulturangebot im übergeordneten Reiseziel Teltow-Fläming weitere, eigenständige Akzente.
Weitere Reiseziele entdecken: Niederer Fläming, Niedergörsdorf, Kemnitz, Jüterbog, Am Mellensee, Woltersdorf, Blankenfelde-Mahlow, Nuthe-Urstromtal.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Teltow-Fläming.