Die Dorfkirche Kemnitz entstand ursprünglich in der Mitte des 14. Jahrhunderts als schlichter Saalbau aus Feldsteinmauerwerk. An der Feldsteinkirche beginnen auch vier Wanderwege. Baugeschichte und Streckenwahl bilden damit zwei eigenständige Themen für einen Aufenthalt in Kemnitz.
Dorfkirche, Spiekerhus und historische Höfe
1739 wurde die Kirche nach Westen erweitert und erhielt einen schlichten, mit Schiefer gedeckten Dachturm. Am Spiekerhus zeigt sich eine andere ländliche Bauform: Es ist eine Sehenswürdigkeit des Dorfes und eine besondere Form des märkischen Mittelflurhauses. Das denkmalgeschützte Fachwerkensemble gilt als letztes verbliebenes Beispiel des Haustyps Nuthe-Nieplitz-Haus. Das Nuthe-Nieplitz-Haus ist zugleich das älteste Gehöft der Gemeinde Nuthe-Urstromtal und vollständig aus Fachwerk errichtet. Auch die Siedlung Kemnitz liegt auf einem slawischen Burgwall.
Mehrere weitere geschützte Gebäude verteilen sich auf zwei Straßen. Die Denkmalliste des Landes Brandenburg, Stand 1. Januar 2026, führt in der Hauptstraße 14 das Bauerngehöft Wüstenhagen als Ensemble aus Wohnhaus, Torhaus, linkem und rechtem Stallgebäude sowie Scheune. In der Nummer 15 ist das Bauernhaus Richter mit Torhaus ein denkmalgeschütztes Anwesen. Das geschützte Gehöft in Nummer 13 besteht aus Wohnhaus und Scheune; in Nummer 22 steht ein Wohnstallhaus, ein Mittelflurhaus mit zwei Stallgebäuden. In Nummer 27 befinden sich ein denkmalgeschütztes Mittelflurhaus und ein Taubenhaus. Auch das Wohnhaus in der Wittbrietzener Straße 1 ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. So reicht die Auswahl von einzelnen Wohnhäusern bis zu Höfen mit mehreren Wirtschaftsgebäuden.
Wanderwege zwischen Nieplitz, Heide und Wald
Die Landschaft bei Kemnitz ist von weiten, ebenen Acker- und Wiesenflächen an den Ufern der Nieplitz geprägt. Von dort lässt sich die „Nasse Heide“, ein großes Waldgebiet, zu Fuß erkunden. Von Kemnitz aus sind außerdem lange Wanderungen in ein ausgedehntes Waldgebiet möglich. Zur passenden Jahreszeit werden im Ort auch Pilzwanderungen unternommen.
Die vier Wege ab der Feldsteinkirche unterscheiden sich sowohl in ihrer Länge als auch in den Landschaften, an denen sie entlangführen. Der Kemnitzer Rundweg ist 5,6 Kilometer lang und führt über Lühsdorf entlang der Lühsdorfer Heide. Die 9,1 Kilometer lange Nieplitzroute verläuft ebenfalls über Lühsdorf, folgt dann aber der Nieplitz. Bei diesen beiden kürzeren Strecken können Sie also zwischen Heide und Fluss als Landschaftsschwerpunkt wählen.
Für längere Touren stehen der Fuchsbergweg und der Wittbrietzener Rundweg zur Auswahl. Der Fuchsbergweg ist eine schwierige, rund 17,2 Kilometer lange Route, die an der Feldsteinkirche beginnt. Über Wittbrietzen und Rieben führt er entlang des Riebener Sees und des Waldgebiets „Nasse Heide“. Der Wittbrietzener Rundweg ist 19,2 Kilometer lang und verläuft ebenfalls über Wittbrietzen und Rieben, jedoch entlang der Lühsdorfer Heide und der „Nassen Heide“. Beide Routen teilen damit die Ortsfolge und einen Waldabschnitt; ihre weiteren Landschaftsbezüge unterscheiden sich. Prüfen Sie vor dem Start die aktuelle Markierung und die Wegbedingungen.
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