Kelsterbach lässt sich über sehr unterschiedliche Themen erschließen: stille Uferlandschaft, Spuren der Stadtgeschichte und Stationen, die Natur und Klimawandel erklären. Am Staudenweiher bietet sich ein eigener Blick auf die Landschaft: Der von dichtem Wald umgebene See lässt sich von einer Aussichtsplattform vollständig überblicken; zugleich gibt es dort gute Möglichkeiten zur Natur- und Vogelbeobachtung. Für Radfahrende und Spaziergänger liegt der Weiher direkt an der Regionalparkroute, aus dem Südpark ist er nach einem kurzen Fußweg erreichbar.
Uferlandschaft und Klimaroute
Die Kelsterbacher Terrasse ist eine eiszeitliche Flussterrasse des Mains. Ihr Steilufer ist bis zu 17 Meter hoch. Damit ergänzt die geologische Geschichte den Blick auf den bewaldeten Staudenweiher und seine Aussicht auf den See: Kelsterbachs Landschaft lässt sich sowohl über einzelne Naturorte als auch über ihre Entstehung betrachten.
An der Station „Flusswälder“ der Klimaroute macht ein in den Boden eingelassenes Modell ein Überschwemmungsereignis anschaulich. Es simuliert, wie sich Wasser in einer Landschaft mit und ohne Auwald verhält; Besucherinnen und Besucher können den Unterschied beobachten. Die Station „Flora Fauna“ widmet sich einer anderen Frage: Sie zeigt, wie der Klimawandel Tiere und Pflanzen entlang des Mains beeinflusst und ökologische Beziehungen verändert. So stehen auf der Route ein konkretes Hochwassermodell und die Auswirkungen auf Lebewesen und ihre Beziehungen nebeneinander.
Im Sommer bietet außerdem ein großer Wasserspielplatz Kindern Spaß und Abkühlung. Er ergänzt die Natur- und Landschaftsthemen um ein saisonales Angebot für junge Besucherinnen und Besucher.
Stadtgeschichte im Museum und im Ortsbild
Das Stadtmuseum Kelsterbach gibt im Erdgeschoss einen Überblick über die Stadtgeschichte seit dem 16. Jahrhundert. Zu den Ausstellungsstücken gehören zahlreiche Erzeugnisse der Kelsterbacher Porzellan-Manufaktur, die Landgraf Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt 1761 gründete. Am Ort wurden von 1765 bis 1840 auch Fayencen und Steingut hergestellt. Ein eigener Museumsraum widmet sich dem Main: Dort sind Flussfunde unterschiedlichen Alters, Gegenstände der Flößerei und Fischerei, präparierte Flussfische sowie Schiffsmodelle zu sehen.
Ein Modell erinnert an das ehemalige Renaissance-Schloss „Wolfenburg“. Graf Wolfgang von Ysenburg-Ronneburg ließ es zwischen 1564 und 1580 erbauen; im Laufe des Dreißigjährigen Krieges wurde es mehrfach zerstört. Ein weiterer Themenbereich führt weit vor diese Stadtgeschichte zurück: Das Museum dokumentiert die Ausgrabung des provinzialrömischen Gebäudes „Auf der Steinmauer“ aus der Zeit von 220 bis 260 nach Christus. Es wird mit einem Hirschkult um den keltischen Gott „Cernunnos“ in Verbindung gebracht.
Auch außerhalb der Sammlungen gibt es historische Spuren im Ortsbild. Im historischen Unterdorf von Kelsterbach stehen mehrere hübsch restaurierte Fachwerkhäuser. Damit bietet der Ort verschiedene Zugänge zur Vergangenheit: die Stadtgeschichte im Museum, archäologische Funde und erhaltene Fachwerkhäuser.
Besuch planen
Der Besuch der Kelsterbacher Mainuferpromenade ist kostenfrei. Das Stadtmuseum ist sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Der Eintritt ist einschließlich Sonderausstellungen und Vorträgen frei. Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten; für einen Besuch nach Vereinbarung ist eine vorherige Abstimmung sinnvoll.
Die Themen geben unterschiedliche Anhaltspunkte für die Planung eines Aufenthalts: Das Museum bündelt Stadtgeschichte, Keramik, Archäologie und Mainfunde; Staudenweiher und Klimaroute richten den Blick auf Landschaft und ökologische Zusammenhänge. So können Sie die Schwerpunkte danach wählen, ob Sie vor allem Kulturgeschichte oder Naturbeobachtung suchen.
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