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Stockstadt am Rhein lässt sich über zwei besondere Themen entdecken: die Auenlandschaft des Kühkopfs und die Spuren der Orts- und Industriegeschichte. Auf der Rheininsel erinnern eine erhaltene Pferdekopfpumpe und das Heimatmuseum an frühere Zeiten. Das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue bietet einen anderen Zugang zur Gegend: über ein ausgedehntes Wegenetz, das sich zum Wandern und auch zum Radfahren eignet.

Kühkopf: Auenlandschaft und Wege

Die Rheininsel Kühkopf wurde 1952 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das fast 24 Quadratkilometer große Auenschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue umfasst die Insel und den nördlich anschließenden Auenkomplex der Knoblochsaue. Für die Orientierung ist diese Unterscheidung hilfreich: Die Insel ist ein Teil des größeren Schutzgebiets, das beide benannten Bereiche einschließt.

Im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue gibt es rund 60 Kilometer Wanderwege, die alle auch für Radfahrer geeignet sind. Die Angabe beschreibt das Wegenetz und nicht die Länge einer einzelnen Tour. Ob Sie zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sein möchten, können Sie also nach Ihren Interessen entscheiden. Für die konkrete Planung sollten Sie auch den jeweiligen Untergrund und Ihre eigenen Anforderungen berücksichtigen.

Im übergeordneten Reiseziel Groß-Gerau wird die regionale Bedeutung des Gebiets sichtbar: Das Europareservat Kühkopf-Knoblochsaue liegt im Westen des Kreises Groß-Gerau entlang des Rheins. Es ist Hessens größtes zusammenhängendes Naturschutzgebiet und dient zahlreichen Brut- und Zugvögeln als Brut- und Rastplatz. Diese Einordnung ergänzt den Blick auf die Rheininsel um die Perspektive des gesamten Schutzgebiets.

Industriegeschichte und Heimatmuseum

Am Bohrloch Stockstadt 38 auf dem Kühkopf steht die letzte erhaltene Pferdekopfpumpe aus der Erdölförderzeit. Als Industriedenkmal erinnert sie an diese Abbauphase. Damit ist die Erdölförderung nicht nur ein Thema der Ausstellung, sondern auch an einem konkreten historischen Zeugnis auf dem Kühkopf verankert.

Das Heimatmuseum Stockstadt am Rhein befindet sich im ehemaligen Verwalterhaus des Hofguts Guntershausen auf dem Kühkopf. Seine Dauerausstellung behandelt die Geschichte des Hofguts, darunter den Besuch des russischen Zaren Nikolaus II. auf dem Kühkopf im Jahr 1903. Ein Nachbau einer Goldwaschbank veranschaulicht, wie früher im Rhein Gold gewaschen wurde. Weitere Themenbereiche widmen sich der Erdölförderung im Hessischen Ried und der Korbflechterei.

Ein eigener Raum im Museum veranschaulicht außerdem die Notlandung des Luftschiffs LZ 4 von Graf Zeppelin im Jahr 1908. Das Luftschiff landete auf dem Rhein nahe dem Kühkopf, am Kornsand. Der Museumsraum ordnet das Ereignis als Teil der regionalen Geschichte ein; es handelt sich dabei um einen dargestellten historischen Vorgang, nicht um ein heutiges Erlebnisangebot.

Kirche und Erinnerungsorte

Auch im Ortsbild gibt es historische Anknüpfungspunkte. Die Evangelische Kirche in Stockstadt stammt aus dem Jahr 1607; ihr markanter Turm prägt das Ortsbild. Zur Ausstattung gehört eine im 19. Jahrhundert erbaute Dreymann-Orgel mit Aeoline. Laut Beschreibung ist sie die einzige ihrer Art mit diesem Register.

Zwei Herrensteine an den beiden Rheinufern erinnern an Landgraf Ludwig VIII. Am 10. März 1740 schritt er mit seinem Gefolge zu Fuß über den zugefrorenen Rhein. Die Steine sind bis heute erhalten. Ihre Geschichte verbindet ein genau datiertes Ereignis mit einer Erinnerung, die sich auf beide Ufer bezieht.

Ein weiterer Ort am Zugang zum Kühkopf

Der Abenteuerspielplatz am Rheintor liegt direkt am Zugang zur Rheininsel Kühkopf und ist der größte Spielplatz Stockstadts. Er ist damit ein eigener benannter Anlaufpunkt neben den Wegen und historischen Themen. Die Spielgeräte können sich ändern; berücksichtigen Sie das bei Ihrer Planung.

Weitere Reiseziele entdecken: Biebesheim Am Rhein, Groß-Gerau, Bischofsheim, Rüsselsheim, Kelsterbach, Ginsheim-Gustavsburg, Trebur, Riedstadt.

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