In Welleringhausen treffen ein leichter Rundwanderweg am Fuß eines längst erloschenen Vulkans und Spuren von Bergbau und Ortsgeschichte aufeinander. Zwei Rundwege setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Der Vulkanpfad führt an typischen Pflanzen und der vulkanischen Landschaft vorbei; der Geschichtspfad widmet sich mit Informationstafeln auch der Vergangenheit des Ortes. Dazu kommen ein geschützter Magerrasen am Grotenberg und Spuren früherer Siedlungen und Bergbauarbeiten.
Vulkanlandschaft und Magerrasen
Am Südhang des Grotenbergs bei Welleringhausen sind auf zehn Hektar bodensaure Magerrasen erhalten. Sie gelten als charakteristisch für ausgehagerte Diabasstandorte am Ostsauerländer Gebirgsrand. Die vulkanischen Gesteine der Landschaft um Welleringhausen werden als „Vulkaniklastite von Welleringhausen“ bezeichnet; beispielhaft aufgeschlossen sind sie am Grotenberg und Kuthenberg.
Der 6,76 Kilometer lange Vulkanpfad Welleringhausen ist ein leichter Rundwanderweg im Naturpark Diemelsee. Er verläuft am Fuß des längst erloschenen Grotenberg-Vulkans und zeigt typische Pflanzen wie Heidenelke, Feld-Thymian und Scharfen Mauerpfeffer. Wer sich für die Landschaft und ihre Pflanzen interessiert, findet hier einen klar umrissenen Rundweg, dessen geologischer Bezug schon im Namen und Verlauf sichtbar wird.
Zwei Rundwege, unterschiedliche Schwerpunkte
Der Geschichtspfad Welleringhausen ist mit 6,41 Kilometern etwas kürzer und als Rundwanderweg mit mittlerem Schwierigkeitsgrad ausgewiesen. Tafeln entlang der Strecke informieren über geologische Besonderheiten und die Ortsgeschichte. Dazu zählt eine ehemalige jüdische Siedlung, die zur Wüstung geworden ist. Die beiden Wege unterscheiden sich damit nicht nur in ihrem Thema: Der Vulkanpfad ist als leicht, der Geschichtspfad als mittel eingestuft. Ihre Längen liegen nah beieinander; die ausgewiesene Schwierigkeit und die Themen helfen bei der Wahl.
Auch der Uplandsteig führt am Grotenberg vorbei. Zur Orientierung an der Südwestecke des Naturschutzgebiets: Von Welleringhausen aus geht es 250 Meter auf der Kreisstraße in Richtung B 251; anschließend führt eine Rechtsabbiegung zur Südwestecke.
Bergbauspuren, Siedlungsgeschichte und Kirche
Am Kuthenberg gibt es einen großen Diabassteinbruch. Eingefallene Stolleneingänge an den Hängen und Pingen auf dem Bergrücken zeugen von früherem Gold- und Erzbergbau. Eine weitere Bergbaugeschichte ist mit dem Bereich Ohl am Nordhang des Hülsenbergs verbunden: Dort wurde vom 13. bis zum 15. Jahrhundert nach Gold gegraben. Heute sind zahlreiche Geländevertiefungen als Relikte von Goldpingen zu erkennen; außerdem gab es waagerechte, in den Berg getriebene Stollen.
Auch die Wüstung Wieferinghausen lässt sich in der umgebenden Landschaft ablesen: Dort sind Reliefs ehemaliger Wege und Bebauungsstellen noch erkennbar. An der Welleringhäuser Apfelallee stehen alte Apfel- und Birnbäume, die seltene Früchte tragen, welche dem rauen Klima der Uplandberge standhalten. Die Abrahamskirche Welleringhausen ist von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Prüfen Sie die Öffnungszeiten vor dem Besuch, da sie sich ändern können.
Der größere Rahmen: Willingen (Upland)
Im übergeordneten Reiseziel Willingen (Upland) führt der Blick über die örtlichen Rundwege hinaus. Der Uplandsteig ist ein 66 Kilometer langer, zertifizierter Qualitätswanderweg. Er führt einmal um die Gemeinde Willingen (Upland) und berührt alle neun Ortsteile. Einen weiteren Aussichtspunkt in diesem größeren Zusammenhang bietet der Hochheideturm auf dem Ettelsberg: Er ist 62 Meter hoch, seine Plattform liegt auf 875 Metern über dem Meeresspiegel und wird als höchster Aussichtspunkt in Nordwestdeutschland beschrieben. Ein behindertengerechter Aufzug für acht Personen führt zur Aussichtsplattform.
Weitere Reiseziele entdecken: Neerdar, Rattlar, Bömighausen, Usseln, Schwalefeld, Eimelrod.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Willingen.