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Gressow lässt sich über zwei Blickrichtungen entdecken: Die Kirche und weitere Denkmalmerkmale erzählen von Bau- und Regionalgeschichte, während der Tressower See und der Jassewitzer Busch Naturthemen der Umgebung markieren. Einige Merkmale liegen im Ort, andere ausdrücklich in seiner Umgebung. Für die Reiseplanung ist diese Unterscheidung nützlich: Sie können Kultur im Ort mit Naturerlebnissen im Umfeld verbinden. Wer eine Übernachtung in Gressow erwägt, kann zuerst entscheiden, ob Kirchengeschichte und Denkmale oder Wege und Landschaft den Schwerpunkt bilden sollen.

Kirche und Reformationsgeschichte

Die Kirche in Gressow ist in ihrer heutigen Form eine typische Backsteinkirche aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Ihr barocker Altar wurde von J. F. Wilde geschaffen und 1718 hergestellt. Damit treffen in einem Bau zwei klar unterscheidbare kunst- und baugeschichtliche Zeitebenen aufeinander: die mittelalterliche Form der Kirche und die barocke Ausstattung des Altars. Tisa v. d. Schulenburg gestaltete außerdem eine Gedenkstätte in der Gressower Kirche. Architektur, Ausstattung und Gedenken eröffnen damit eigene Zugänge zur Ortsgeschichte. Ein weiterer regionaler Bezug führt in die Reformationszeit: Thomas Aderpul war damals der erste lutherische Prediger im Klützer Winkel. Dieser Bezug weitet den Blick von Kirche und Baugeschichte auf die regionale Religionsgeschichte aus. Der Friedhof befindet sich direkt um die Kirche herum. Auf ihm lädt eine Bank dazu ein, mit Blick auf den Tressower See zu verweilen; so verbindet sich die unmittelbare Umgebung des Kirchenbaus mit einem konkreten Blickbezug zur Landschaft.

Weitere Denkmalmerkmale

Zum Denkmalbestand von Gressow gehören das Gutshaus am Dorfanger 3–4 samt Park und die Pappelallee bei Käselow und Beidendorf. Das Gutshaus mit Park ist eine bauliche Anlage; die Pappelallee bildet dazu einen landschaftlichen Gegenpol. Ein weiteres Zeugnis ist der Halbmeilenstein am Ortseingang von Gressow in Richtung Wismar. Er befindet sich an der östlichen Straßenseite der alten B-105-Straßenführung bei Kilometer 134,84. Seine Position an der früheren Trasse macht ihn zu einem anderen Typ von Denkmal als Gutshaus, Park und Allee: Er steht für die historische Straßeninfrastruktur. So reichen die Kulturthemen von kirchlicher Architektur über Gutshaus und Park bis zu einer historischen Straßenmarkierung.

Natur und Aktivitäten in der Umgebung

In der Umgebung von Gressow liegt der Jassewitzer Busch, ein 200 bis 250 Jahre alter Kopfhainbuchenwald und eines der letzten Relikte dieser historischen Waldwirtschaftsform in Deutschland. Der Wald verbindet damit Landschaft und Nutzungsgeschichte. Rund um den Tressower See führen naturbelassene Wander-, Reit- und Fahrradwege durch das als Naherholungsgebiet ausgewiesene Gebiet. Der See und die Feuchtwiesen in der Umgebung gehören zum FFH-Gebiet „Jameler Wald, Tressower See und Moorsee“ (DE 2133-302). Für die Naturzeit können Sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen: Die Wege stehen für Aktivitäten zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad; das Schutzgebiet ordnet den See und die Feuchtwiesen landschaftlich ein. Wandern, Reiten und Radfahren bieten verschiedene Arten, die Umgebung zu erleben, ohne dass sie zu einer einzigen Aktivität zusammengefasst werden müssen.

Den Aufenthalt ausrichten

Für die Wahl des Schwerpunkts hilft die Unterscheidung zwischen den Geschichtsspuren im Ort und den Naturthemen im Umfeld. Wenn Sie eine Übernachtung in Gressow planen, können Sie bei der Suche nach einem Hotel oder einer anderen Unterkunft zuerst überlegen, ob Sie vor allem Kulturgeschichte erkunden, Zeit auf den Wander-, Reit- oder Fahrradwegen verbringen oder beide Interessen verbinden möchten.

Weitere Reiseziele entdecken: Amt Rehna, Wedendorf, Robertsdorf, Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, Hohen Wieschendorf, Beckerwitz, Groß Schwansee, Klein Labenz.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nordwestmecklenburg.

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