Backsteingotik ist in Mecklenburg-Vorpommern Teil einer langen Stadtgeschichte – und zugleich ein roter Faden durch verschiedene Reiseerlebnisse. Die historischen Zentren von Stralsund und Wismar stehen für die Handelsgeschichte der Hanse und für die Entwicklung dieser Baukunst im Ostseeraum. Dabei zeigen beide Städte unterschiedliche Facetten: Wismar bewahrt sein mittelalterliches Hafenbecken, während Stralsunds historische Altstadt seit dem 13. Jahrhundert unverändert auf einer Insel liegt. Ihre Silhouette prägen bis heute herausragende Bauwerke der Backsteingotik.
Backstein, Residenz und Kunst
Auch Schwerin erzählt von der kulturellen Geschichte des Landes. Das Residenzensemble Schwerin ist seit 2024 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt und gilt als Zeugnis der Geschichte und Kultur Mecklenburg-Vorpommerns. Das Schloss liegt auf einer Insel in einer Seen- und Parklandschaft. Zu seinen prachtvollen Räumen gehören unter anderem der Thronsaal und die Ahnengalerie. Wenn der UNESCO-Status für Ihre Planung wichtig ist, prüfen Sie die aktuelle Angabe.
Wer historische Architektur gern entlang einer Strecke entdeckt, findet zwei unterschiedlich lange Backstein-Rundwege. Der Westliche Backstein-Rundweg umfasst 370 Kilometer und sieben Etappen; entlang der Route werden Backsteinkirchen, Stadttore, Bauernkaten und Bürgerhäuser hervorgehoben. Der Östliche Backstein-Rundweg ist 303 Kilometer lang und in fünf Etappen eingeteilt. Zu seinen beschriebenen Sehenswürdigkeiten gehören mittelalterliche Backsteinkirchen in Rostock, Stralsund und Greifswald. Die Längen und Etappenzahlen geben einen konkreten Vergleich des Umfangs, sagen für sich genommen aber nichts über die Schwierigkeit aus.
Eine andere Perspektive auf Kunst bieten die Künstlerkolonien in Ahrenshoop, Schwaan und auf der Insel Hiddensee. Dort werden Arbeiten prägender Künstler der Region ebenso wie zeitgenössische Werke gezeigt. In Stralsund nimmt das OZEANEUM das Meer in den Blick: Zu den Ausstellungen gehören der Erlebnisbereich „Meer für Kinder“ und 50 Aquarien mit einer Unterwasserreise durch die nördlichen Meere.
Küstenlandschaften und längere Routen
Die Rundwege an der Ostseeküste unterscheiden sich in Länge und Landschaft. Der Usedom-Rundweg ist 160 Kilometer lang und umfasst drei Etappen. Zu seinem beschriebenen Landschaftsbild gehören ein 42 Kilometer langer weißer Sandstrand sowie ein grünes Hinterland mit Reetdachhäusern und unberührter Natur. Der Fischland-Darß-Zingst-Rundweg erstreckt sich über 201 Kilometer und vier Etappen. Strände, Steilufer, Buchten, Nehrungen und der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft prägen diese Route.
Auch die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst selbst zeigt verschiedene Uferformen: Flach- und Steilufer, Strandseen, Buchten und Dünen gehören zu ihrer Landschaft. Das Gebiet wird durch den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft streng geschützt. Für die Landschaft der Insel Rügen steht wiederum der Nationalpark Jasmund mit seinen Kreidefelsen, eingebettet in die sattgrünen Buchenwälder der Stubbenkammer. Der Rügen-Rundweg führt dorthin. Vor dem Aufbruch auf eine der beschriebenen Routen lohnt es sich, Routenbedingungen und Zugang zu prüfen.
Mit dem Rad oder zu Fuß durchs Binnenland
Radstrecken erschließen auch Landschaften abseits der Küste. Der Müritz-Rundweg ist 83 Kilometer lang und führt von Waren (Müritz) über den Stadthafen direkt in den Müritz-Nationalpark. In ganz Mecklenburg-Vorpommern gibt es ein dichtes Netz an Fahrradverleihstationen mit Tourenrädern, Kinderrädern und E-Bikes. Einzelne Standorte und die Verfügbarkeit können sich ändern.
Wer zu Fuß unterwegs sein möchte, kann die Südroute des Naturparkwegs als lange Verbindung durch das Binnenland betrachten: Sie verläuft auf knapp 700 Kilometern vom Biosphärenreservat Schaalsee bis zur Insel Usedom und ist bis Altwarp als Europäischer Fernwanderweg E9a ausgewiesen. Ein kürzerer Abschnitt des Naturparkwegs startet im Biosphärenreservat Schaalsee und führt durch eiszeitliches Hügelland zur Landeshauptstadt Schwerin und ihrem Schloss. Die Beschilderung des Naturparkwegs wird aktualisiert; prüfen Sie vor dem Aufbruch die Routenbedingungen.
Weitere Entdeckungen planen
Auf der Peene kann man Kanuwandern; dabei besteht die Möglichkeit, Biber beim Bau ihrer Burgen zu beobachten. Regionale Hofläden und Hofcafés laden zu einer kulinarischen Entdeckungsreise ein, deren Angebot teils traditionell und teils modern geprägt ist. Wenn Sie Ihre Reise planen, können Sie sich zunächst fragen, welche dieser Perspektiven Sie besonders reizt: historische Stadtbilder, Küsten- und Naturlandschaften, Rad- und Wanderrouten oder regionale Küche.
Viele Regionen Mecklenburg-Vorpommerns sind mit der Bahn erreichbar. In den meisten Regionalzügen können Fahrräder mitgenommen werden, vorbehaltlich der Kapazitäten und möglicher Reservierungspflichten. Prüfen Sie diese Bedingungen vor der Fahrt. Weitere Reiseziele entdecken: Schwerin, Wismar, Müritz, Nordwestmecklenburg, Nordvorpommern, Rostock, Mecklenburgische Seenplatte, Ludwigslust-Parchim, Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen.
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