Das mittelalterliche Hafenbecken, eine fest vertäute Kogge und die Backsteingotik geben Wismar klare Schwerpunkte für einen Kulturaufenthalt. Am Alten Hafen lässt sich die maritime Tradition der Stadt besonders gut erleben; zugleich eröffnet die Altstadt einen Zugang zu ihrer Hansegeschichte und Baukunst. Wenn Sie Ihre Reise planen, können Sie den Hafen, St. Georgen und das SCHABBELL nach Interesse gewichten: Hier stehen Seefahrt und Ausflugsfahrten, dort Kirchenarchitektur und Stadtgeschichte im Mittelpunkt. So wählen Sie Ihren Schwerpunkt, ohne Wismars Erbe auf ein einzelnes Motiv zu reduzieren.
Hansegeschichte am Alten Hafen
Wismar hat sein mittelalterliches Hafenbecken bewahrt. Am Alten Hafen liegt eine historische, typisch hanseatische Kogge fest vertäut; Passagierschiffe bieten Ausflugsfahrten an. Zusammen eröffnen Hafenbecken, Schiff und Fahrten unterschiedliche Perspektiven auf Wismars Seefahrertradition. Prüfen Sie vor der Planung einer Ausflugsfahrt die aktuellen Abfahrtszeiten, damit diese Aktivität zu Ihrem Tagesablauf passt.
Auch historisch lässt sich Wismar in einen größeren Zusammenhang einordnen. Die Stadt gehörte zu den im 13. Jahrhundert gegründeten mittelalterlichen Städten, die vom 13. bis zum 15. Jahrhundert führende Zentren des wendischen Abschnitts der Hanse waren. Wismar war ein führendes Zentrum dieses Hanseabschnitts und trug zur Entwicklung und Verbreitung von Bautechniken und Gebäudetypen aus Backstein bei, die für Hansestädte im Ostseeraum charakteristisch sind. So verbindet sich die Stadtgeschichte mit einer Baukultur, die über Wismar hinausweist.
Backsteingotik und St. Georgen
St. Georgen ist eine der drei Hauptkirchen Wismars und ein herausragendes Bauwerk der norddeutschen Backsteingotik. An der Kirche wird die Hanse- und Baugeschichte an einem konkreten Gebäude greifbar. Im Zweiten Weltkrieg wurde St. Georgen schwer beschädigt, seit 1990 wieder aufgebaut und 2010 als Gotteshaus und Kulturkirche wiedereröffnet. Diese zeitliche Folge macht sowohl den historischen Einschnitt als auch den Wiederaufbau zu einem Teil der Geschichte des Bauwerks.
Eine Aussichtsplattform auf St. Georgen ermöglicht Urlaubern und Tagesgästen einen eindrucksvollen Blick auf die zum UNESCO-Welterbe gehörende Altstadt und den Hafen von Wismar. Da sich die Öffnungsregelungen ändern können, informieren Sie sich vor dem Besuch über die geltenden Möglichkeiten.
Stadtgeschichte im SCHABBELL
Das SCHABBELL verbindet Stadtgeschichte mit einem frühen Renaissancebauwerk: Es zählt zu den frühesten Renaissancebauwerken im Ostseeraum. Im SCHABBELL und dem benachbarten Gebäude werden auf 1.200 m² Dauerausstellungen zur Geschichte Wismars von Störtebeker bis zur Gegenwart sowie zu den Häusern Heinrich Schabbells gezeigt. Im Dachgeschoss des SCHABBELL finden wechselnde Sonderausstellungen zu stadtrelevanten Themen statt. Ein Rundgang mit Hörstationen und vielen Mitmach-Aktionen führt Besucher chronologisch durch die vielschichtige Geschichte Wismars.
Bei der Schwerpunktwahl setzen SCHABBELL und St. Georgen unterschiedliche Akzente: Im Museum steht die chronologische Stadtgeschichte im Vordergrund, an der Kirche Architektur, Backsteingotik und Wiederaufbau. So können Sie nach Interesse entscheiden, ob Sie sich intensiver mit der Stadtgeschichte oder mit einem ihrer herausragenden Bauwerke beschäftigen möchten.
Wismar im größeren Zusammenhang
Im übergeordneten Reiseziel Mecklenburg-Vorpommern stehen die historischen Zentren Stralsund und Wismar für die Handelsgeschichte der Hanse und die Entwicklung der Backsteingotik im Ostseeraum. Wismar lässt sich damit sowohl als eigener Kulturort als auch als Teil dieses größeren historischen Zusammenhangs verstehen.
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