Die Dorfkirche Zehna vereint Details aus unterschiedlichen Jahrhunderten: Wandmalereien, ein spätgotischer Schnitzaltar, Kanzel und Orgel stehen neben markanten Bauelementen. Im Ortsteil Groß Breesen kommen die Radroute Berlin–Kopenhagen und eine Galerie mit Kunsthandwerk hinzu; am Breeser See im Gemeindegebiet geht es um Naturbeobachtung. So bietet Zehna verschiedene Ansatzpunkte für eine Reise zwischen Ortsgeschichte, Radfahren und Natur.
Dorfkirche Zehna: Ausstattung und Baugeschichte
Im Inneren der Dorfkirche befinden sich Wand- und Gewölbemalereien aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Das älteste Ausstattungsstück ist eine Tauffünte aus Granit aus dem 13. Jahrhundert. Der spätgotische Schnitzaltar stammt aus dem 16. Jahrhundert: Im Mittelschrein zeigt er die Madonna zwischen vier Heiligen, darunter dem heiligen Christophorus; die Flügel zeigen die zwölf Apostel. Zusammen geben diese Werke der Ausstattung eine zeitliche Tiefe, die sich an einzelnen Objekten ablesen lässt.
Auch die Orgelgeschichte umfasst verschiedene Bauphasen. Von der kleinen Barockorgel, die 1689 gebaut wurde, ist nur noch der Prospekt erhalten. Das eigentliche Instrument wurde 1919 von Paul Rother in Hamburg als Opus 170 gebaut. Die Zwillingsfenster im Schiff und Chor enthalten Glasmalereien aus der Hamburger Werkstatt der Gebrüder Kuball. An der hölzernen Kanzel steht die Jahreszahl 1615; sie trägt außerdem die Namen ihrer Stifter, vor allem der Familie Büter. Im Chor hängt ein Epitaph von 1564, gewidmet dem in Zehna erbgesessenen Mathias Passow.
Die Architektur zeigt ebenfalls mehrere charakteristische Formen. Das mächtige, schiffsbreite Turmuntergeschoss diente als Teil einer Wehrkirche. Zum Ostabschluss gehören eine leicht gestaffelte Dreifenstergruppe und ein Ostgiebel mit zahlreichen Putzblenden sowie Giebelkreuz. Die mit Blenden geschmückte Nordsakristei stammt aus der Bauzeit der Kirche. Spätere Ergänzungen sind die südliche Eingangsvorhalle aus Backstein und der leicht eingezogene, quadratische Turmaufsatz: Er ist heute verputzt und trägt einen spitzen Ziegelpyramidenhelm sowie eine Bronzeglocke mit Majuskelinschrift. Der Kirchhof ist als Friedhof gestaltet; sein östlicher Zugang führt durch ein schmiedeeisernes Tor mit Backsteinpfeilern.
Groß Breesen: Radroute und Kunsthandwerk
Der europäische Radwanderweg Berlin–Kopenhagen führt durch Groß Breesen, einen Ortsteil von Zehna. Damit gehört die Route zu den konkreten Anknüpfungspunkten für Radreisende, die den Ortsteil in ihre Planung einbeziehen möchten. In Groß Breesen vereinen ein kleines Café und die Galerie des Künstlerpaars Susanne und Jörg Mücket Kunst und Genuss. Zu entdecken sind grafisch dekoriertes Porzellan, Keramik mit ochsenblutroter Glasur, Unikatschmuck aus Silber, Porzellan und Edelsteinen sowie keramische doppelwandige Tabakpfeifen. Die Arbeiten verbinden unterschiedliche Materialien und handwerkliche Formen an einem Ort. Für Café und Galerie empfiehlt es sich, vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten zu prüfen.
Breeser See und Naturbeobachtung
Im Gemeindegebiet liegt der Breeser See, der wichtigste Teil des gleichnamigen Naturschutzgebiets. Eine Umweltbewertung von 2019 hebt die hohe ornithologische Bedeutung des ausgeprägten Schilfgürtels hervor. Am Naturschutzgebiet sind Beobachtungen von einer Kanzel aus möglich. Der See bietet damit einen anderen Schwerpunkt als die Bau- und Kunstgeschichte der Dorfkirche: Hier stehen Landschaft und Vogelbeobachtung im Mittelpunkt. Für die Planung einer Reise nach Zehna lassen sich so kulturelle Entdeckungen, ein Radbezug und Naturbeobachtung als unterschiedliche Interessen berücksichtigen.
Weitere Reiseziele entdecken: Kuhs, Lohmen, Gutow, Plaaz, Sarmstorf, Reimershagen, Glasewitz, Lüssow.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Güstrow-Land.