An der Kreuzung der alten B 110 in Kowalz verzeichnet die Denkmalliste des Landkreises Rostock vom 14. Mai 2024 einen Meilenstein, genauer einen Ganzmeilenobelisk. Dieselbe Liste führt das Hauptgebäude der ehemaligen Maschinentraktorenstation in der Hauptstraße 24 als Denkmal. Die beiden Einträge stehen für verschiedene Gegenstände der Ortsgeschichte: ein Denkmal an der früheren Straße und ein Gebäude einer ehemaligen Station.
Gutshaus und Parkgeschichte
Das Gutshaus Kowalz entstand ursprünglich als Fachwerkbau, wohl Anfang des 18. Jahrhunderts. 1854 wurde die Schriftstellerin Margarete von Oertzen, geborene von Plüskow, dort geboren. Für die Einordnung lohnt es sich, diese Zeitangaben auseinanderzuhalten: Die Bauzeit bleibt mit „wohl“ ungefähr, während das Geburtsjahr genau genannt ist. Fachwerk bezeichnet eine Bauweise mit tragendem Holzgefüge und ausgefüllten Zwischenräumen; damit ergänzt die Bauform die biografische Spur um einen architektonischen Aspekt.
Zum Landschaftsbild gehört ein Park mit prächtiger Lindenallee und kleinem Teich; die Anlage steht unter Denkmalschutz. Gutshaus und Park liefern unterschiedliche Anknüpfungspunkte: hier Baugeschichte und Lebenslauf einer Schriftstellerin, dort eine geschützte Parkanlage mit konkreten Gestaltungselementen. Bei einem Kulturaufenthalt können Sie so zwischen baulichen, biografischen und landschaftlichen Themen unterscheiden.
Kirche in Thelkow und Großsteingrab bei Kowalz
In Thelkow ist die Dorfkirche ein Feldsteinbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, etwa zwischen 1260 und 1280 errichtet; verwendet wurden Feldstein und teilweise Backstein. Ihr reich gegliedertes Südportal setzt einen weiteren architektonischen Akzent. Die Datierung verortet das Bauwerk zeitlich, während Material und Portal seine konkrete Baugestalt beschreiben. Wer sich für Sakralarchitektur interessiert, kann so Bauzeit, Material und Portal als unterschiedliche Gesichtspunkte betrachten.
Eine andere Art von Geschichtsspur liegt auf einem Acker südlich zwischen Kowalz und Nustrow: ein zerstörtes, aber sehenswertes Großsteingrab, erkennbar an einem einzelnen Baum. Im Vergleich zur Kirche verschiebt sich der Schwerpunkt von Bauzeit und Bauform zu einem archäologischen Ort und seinem Orientierungspunkt im Gelände.
Radtouren und Spuren der Rübenbahn
Die ehemalige Rübenbahntrasse führt an der Stelle vorbei, an der die Weiche zur früheren Ladestelle Kowalz lag. Ein Abschnitt der früheren Trasse bei Kowalz ist als Radweg ausgebaut. Von Kowalz aus können Sie die Radtour über den alten Rübenbahnweg und Sophienhof bis nach Vilz fortsetzen. Die Radtour „Großsteingräber und Slawenburgen“ führt ebenfalls durch Kowalz; prüfen Sie vor der Planung den aktuellen Verlauf, da sich Routenbedingungen ändern können.
Für die Routenwahl beantworten die Angaben verschiedene Fragen: Der ausgebaute Abschnitt steht für eine konkrete Nutzung der früheren Trasse, die Führung über Sophienhof bis Vilz nennt eine mögliche Fortsetzung ab Kowalz, und die Themenroute kennzeichnet ihren kulturellen Schwerpunkt schon im Namen. Sie können daher abwägen, ob für Ihre Radtour der frühere Bahnverlauf, die Fortsetzung nach Vilz oder die benannte Tour zu Großsteingräbern und Slawenburgen im Mittelpunkt stehen soll.
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