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Ein Blick von oben eröffnet in Wolgast einen prägnanten Einstieg: Besucher können den Turm der St.-Petri-Kirche über 184 Stufen besteigen und aus 40 Metern Höhe über Wolgast bis zur Insel Usedom schauen. Kirchen, Museen und Wege greifen unterschiedliche historische Themen auf. So lässt sich der Aufenthalt nach Interesse ordnen: Baugeschichte und pommersches Erbe, Stadt- und Schiffbaugeschichte oder eine Route durch die Region.

Kirchenbau und Jerusalem-Kreuzweg

Die St.-Petri-Kirche ist eine dreischiffige Backsteinbasilika aus dem 14. Jahrhundert; in ihrer Gruft befindet sich die Grablege der letzten Pommernherzöge. Diese Verbindung aus Kirchenbau und dynastischer Geschichte wird auf dem Jerusalem-Kreuzweg greifbar: Der historische Weg führt von St. Petri zur Kapelle St. Gertrud, dem Nachbau des Heiligen Grabes. Herzog Wartislaw IX. von Pommern ließ den Weg im 15. Jahrhundert nach einer Jerusalemreise nachbilden. Der Jerusalem-Kreuzweg ist eine 1:1-Kopie des Kreuzweges in Jerusalem und etwa eine römische Meile lang.

Die Kapelle St. Gertrud ist ein zwölfseitiger Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert mit Mittelsäule und Sterngewölbe. Von ursprünglich über 30 Gertrudenkapellen in Pommern sind heute nur noch vier erhalten; die Wolgaster ist die einzige in Deutschland. Zusammen mit St. Petri bietet der Kreuzweg damit eine Folge verschiedener Stationen: Kirchenarchitektur, ein historischer Weg und die besondere Bauform der Kapelle.

Stadtgeschichte im Museum

Das Stadtmuseum „Kaffeemühle“ zeigt auf vier Etagen die Entwicklung Wolgasts von der pommerschen Residenzstadt zu einem modernen Schiffbaustandort. Dort können Einwohner und Gäste auch eine digitale Rekonstruktion des untergegangenen Wolgaster Herzogsschlosses besichtigen. Ein anderer Zugang zur Kunstgeschichte ist das Museum im Geburtshaus des Malers Philipp Otto Runge. Runge starb 1810; am 23. Juli 1997, seinem 220. Geburtstag, wurde das Museum eröffnet, das seinem Leben und Werk gewidmet ist.

Auch das Historische Rathaus lässt sich in die Stadtgeschichte einordnen: Seine heutige Form entstand Anfang des 18. Jahrhunderts. Für einen kulturhistorischen Schwerpunkt können Sie so Bauwerke und Museumsbesuche verbinden, ohne dass sich die Themen auf eine einzelne Epoche beschränken.

Maritime Geschichte und Sammlungen

Das denkmalgeschützte Eisenbahndampffährschiff „Stralsund“ steht für die maritime Geschichte Wolgasts; auf dem Schiff werden geführte Rundgänge angeboten. Es wurde am 20. Oktober 1890 vom Königlich-Preußischen Eisenbahnmaschinenamt in Dienst gestellt und auf der Schichau-Werft in Elbing gebaut. Es gilt als ältestes Eisenbahndampffährschiff Europas. Der Museumshafen Wolgast befindet sich auf der sogenannten Schlossinsel im Peenestrom.

Eine kleinere Sammlung ist im Mühlenstein-Park an der Dr.-Theodor-Neubauer-Straße zu sehen. Der kleine Park zeigt steinzeitliche Mühlensteine und Mühlsteine der Neuzeit. Die Sammlung wurde Ende der 1980er Jahre angelegt und ist frei zugänglich. Damit stehen in Wolgast neben Museumspräsentationen und dem historischen Schiff auch frei zugängliche Zeugnisse aus einer ganz anderen Zeit im Mittelpunkt.

Wolgast auf Wegen und am Peenestrom

Ein Abschnitt des Hanseatenweges führt von Greifswald kommend über Buddenhagen und Hohendorf durch Wolgast weiter auf die Insel Usedom. Außerdem liegt Wolgast am Ostseeküsten-Radweg, am Jakobsweg und am E9. Wer den Aufenthalt entlang einer Route planen möchte, kann diese Wege als Orientierung heranziehen; wer vor allem die Stadtgeschichte sucht, findet Anknüpfungspunkte bei Kirchen, Rathaus und Museen.

Nördlich des Wolgaster Stadtzentrums am Peenestrom liegt die Badestelle Dreilindengrund. Dort gibt es Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Spielmöglichkeiten und eine Grillstelle. Die Badeeignung wird gesondert von öffentlichen Stellen überwacht; prüfen Sie den aktuellen Stand, bevor Sie das Baden einplanen.

Weitere Reiseziele entdecken: Lütow, Zemitz, Krummin, Sauzin, Lassan, Buggenhagen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Am Peenestrom.

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