Peenemünde liegt an der Nordspitze der Insel Usedom, dort, wo der Peenestrom in die Ostsee fließt. Der Ort verbindet eine vielschichtige Technik- und Erinnerungsgeschichte mit geschützten Küsten- und Feuchtlebensräumen. Museum, Denkmallandschaft und Naturerbe setzen unterschiedliche Schwerpunkte – Sie können Ihre Reiseplanung danach ausrichten, welche Themen Sie besonders interessieren.
Technikgeschichte und Erinnerung
Die in Peenemünde entwickelte Rakete A4 gilt heute als Vorläufer sowohl militärischer als auch ziviler Trägerraketen. Im Historisch-Technischen Museum ordnen 28 Themenbereiche die Geschichte des Ortes ein: von der ersten Erwähnung über den Dreißigjährigen Krieg und die Versuchsanstalten im Nationalsozialismus bis zum NVA-Standort in der DDR und dem tiefgreifenden Strukturwandel nach der Deutschen Einheit. Mehrsprachige Audioguides gehören zum Museumsangebot. Geführte Touren durch die Denkmallandschaft können Sie über das Museum buchen; prüfen Sie die Buchungsmodalitäten vor Ihrem Besuch.
Auch die Gedächtniskapelle gehört zur Erinnerungsgeschichte Peenemündes. Nach ihrem Verfall wurde sie in historisierender Form umfassend neu aufgebaut und am 18. August 1993 wieder eingeweiht. Sie dient auch als Gedenkstätte für die Opfer von Peenemünde. Einen anderen Blick auf Ausstellungsstücke bietet das Spielzeugmuseum: Dort können Besucher mehr als 25.000 Objekte aus drei Jahrhunderten besichtigen.
Naturerbe und Vogelwelt
Die DBU-Naturerbefläche Peenemünde umfasst rund 2.100 Hektar und besteht aus drei Teilflächen: dem Peenemünder Haken, der Halbinsel Struck und der Insel Ruden. Zu den erhaltenen Lebensräumen zählen alte Eichen- und Buchenwälder, Kiefernwälder auf Dünen sowie nasse Erlen- und Moorbirkenbrüche. Brackwasser-Röhrichte, kleine Sandinseln sowie See- und Salzgraswiesen bieten vielen Wasservögeln wichtige Rast-, Mauser- und Nahrungsplätze.
Zwei Seeadlerpaare leben ganzjährig in ihrem Revier auf der Naturerbefläche. Dort brüten sie. Eine Beobachtung ist damit nicht zugesichert, doch die Adler gehören zur beschriebenen Tierwelt des Gebiets. Die verschiedenen Lebensräume machen den Naturteil der Reise deutlich anders als einen Besuch im Museum oder an den Stationen der Denkmallandschaft.
Zwei Rundwege, zwei Schwerpunkte
Für die Orientierung in der Landschaft stehen unterschiedlich ausgerichtete Rundwege zur Wahl. Ein etwa 22 Kilometer langer Rundweg führt von Peenemünde über Karlshagen. Informationstafeln begleiten die Strecke; sie ermöglicht es, einen Teil der Landschaft des Naturschutzgebiets Peenemünder Haken, Struck und Ruden zu erleben. Der 25 Kilometer lange Rundweg durch die Denkmallandschaft führt dagegen zu 23 Stationen, an denen Überreste der militärischen Vergangenheit entdeckt werden können. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die örtlichen Wegbedingungen.
Anreise und Ausflüge vom Hafen
Die Regionalbahn der Usedomer Bäderbahn fährt direkt zum Bahnhof Peenemünde. Von dort sind es etwa fünf Gehminuten bis zur Phänomenta Peenemünde, wo das Anfassen der Exponate ausdrücklich erwünscht ist. Prüfen Sie die Bahnverbindungen vor der Fahrt. Peenemünde ist außerdem an mehrere Radwege angebunden.
Vom Hafen Peenemünde aus bieten Fahrgastschiffe saisonale Ausflüge zur Greifswalder Oie, nach Ruden und auf das Festland an. Ruden ist von Peenemünde aus auch mit dem Motorschiff „Seeadler“ erreichbar. Da die Fahrten saisonal sind, empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Abfahrten bei der Reiseplanung.
Konzerte im Herbst
Jedes Jahr im Herbst wird die Turbinenhalle der ehemaligen Heeresversuchsanstalt in Peenemünde für die Peenemünder Konzerte zum Konzertsaal. Im Rahmen des Usedomer Musikfestivals treten dort auch das NDR Elbphilharmonie Orchester und namhafte Solisten auf. Das Programm variiert von Jahr zu Jahr; wer einen Konzertbesuch einplanen möchte, sollte die jeweiligen Termine prüfen.
Weitere Reiseziele entdecken: Trassenheide, Mölschow, Karlshagen, Zinnowitz.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Usedom-Nord.