Wer Glewitz als Reiseziel auswählt, findet einen kulturhistorischen Schwerpunkt mit Architektur, Instrument und Burg. Diese Themen geben der Ortswahl ein klares Profil; zugleich hilft die Lage an einem Verkehrsknotenpunkt bei der Orientierung zur Anreise.
St.-Margarethenkirche und Schulze-Orgel
Der Chor der St.-Margarethenkirche entstand am Ende des 13. Jahrhunderts. Seine hochgotischen Proportionen sind für eine Dorfkirche ungewöhnlich. Auch die Wandmalereien prägen die kunsthistorische Bedeutung der Kirche: Sie wurden 1995 wiederentdeckt und gelten wegen ihrer Art, ihres Umfangs und ihres Erhaltungszustands als bedeutendes Baudenkmal des gesamten norddeutschen Raums. Auf dem Glewitzer Kirchhof befinden sich zudem historische Grabsteine aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Architektur, Malerei und Grabsteine stehen damit für unterschiedliche Aspekte der örtlichen Geschichte.
Ein weiteres Thema ist die Schulze-Orgel. Johann Friedrich Schulze (1793–1858), ein Orgelbauer aus Paulinzella in Thüringen, erbaute sie 1844. Das Instrument hat 435 Pfeifen, verteilt auf zehn Register, ein Manual und ein Pedal. Diese Angaben beschreiben sowohl den Umfang als auch den Aufbau der Orgel: Neben der Zahl der Pfeifen gehören die Register und die Spielanlage zu den charakteristischen Merkmalen. 2004 wurde das Instrument von der Orgelbaufirma Alexander Schuke aus Potsdam restauriert. Bauzeit, Erbauer und Restaurierung machen die Orgel zu einem eigenen Kapitel neben der mittelalterlichen Architektur der Kirche.
Wasserburg Turow und Blaue Kapelle
Mit der Wasserburg Turow kommt ein anderes historisches Bauwerk hinzu. Die Burg in Mecklenburg-Vorpommern wurde etwa 1237 erstmals urkundlich erwähnt. In ihr befindet sich die Blaue Kapelle aus dem 18. Jahrhundert. Ihr Kreuzgewölbe wird von einer mittig stehenden Säule getragen – ein prägnantes architektonisches Detail, das sich von der hochgotischen Gestaltung des Kirchenchors unterscheidet. Wer sich für historische Bauformen interessiert, kann so innerhalb des Glewitzer Themenangebots verschiedene Epochen und Bauaufgaben in den Blick nehmen, ohne sie auf einen einzigen Stil zu reduzieren.
Anreise und Orientierung
Glewitz liegt direkt an einem Verkehrsknotenpunkt der Landstraße Grimmen–Demmin, die als Nord-Süd-Verbindung dient. Am Knotenpunkt kreuzt außerdem die Landstraßenverbindung Greifswald–Tribsees–Rostock in Ost-West-Richtung. Für die Bahnanreise befindet sich die nächste Anbindung in Grimmen an der Strecke Stralsund–Berlin. Prüfen Sie für Ihre konkrete Verbindung den aktuellen Fahrplan. Die Straßen und der Bahnanschluss bieten unterschiedliche Orientierungspunkte für die Reiseplanung; Angaben zu einer Verbindung oder Fahrzeit zwischen ihnen sind damit nicht verbunden.
Kultur im übergeordneten Reiseziel Vorpommern-Rügen
Wer den Blick über Glewitz hinaus richtet, findet im übergeordneten Reiseziel Vorpommern-Rügen weitere eigenständige Kulturthemen. Im Landkreis gibt es schätzungsweise rund 60 Museen. Die Altstadt der Hansestadt Stralsund ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Historische Altstädte Stralsund und Wismar“. In der Galerie im Kloster in Ribnitz-Damgarten werden überwiegend regionale Gegenwartskunst und eine ständige Ausstellung mit Grafiken von Lyonel Feininger gezeigt; dort wird auch die Kunstsammlung des Landkreises bewahrt und verwaltet. In Putbus zeigt die Galerie in der Orangerie jährlich bis zu acht Ausstellungen und veranstaltet Lesungen und Konzerte. Diese regionalen Beispiele stehen neben dem örtlichen Schwerpunkt aus Kirche, Orgel und Wasserburg und erweitern den Blick auf Kultur im Landkreis.
Für die konkrete Anreiseentscheidung sind die genannten Straßenverbindungen und der Bahnanschluss in Grimmen die hilfreichen Orientierungspunkte.
Weitere Reiseziele entdecken: Weitenhagen, Wendisch Baggendorf, Gremersdorf-Buchholz, Franzburg, Splietsdorf, Millienhagen-Oebelitz, Papenhagen, Velgast.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Franzburg-Richtenberg.