In Ihlow setzen eine rekonstruierte Klosterstätte, ein Fehnhaus und Zeugnisse sakraler Kunst unterschiedliche geschichtliche Akzente. Dazu kommen ein Pilgerweg, ein Radwegenetz und Einblicke in die Veränderung einer Landschaft. Welche dieser Themen Ihre Reise prägen soll, hilft bei der Auswahl: Der Besuch eines historischen Ortes ist etwas anderes als eine längere Route oder ein Blick auf die Landschaftsgeschichte.
Klosterstätte Ihlow und Pilgerweg
Die Klosterstätte Ihlow ist für Besucher das ganze Jahr über frei zugänglich; der Eintritt ist kostenlos. Zu sehen ist eine Teilrekonstruktion der früheren Zisterzienserabtei „Schola DeI“. Unterirdisch liegt der „Raum der Spurensuche“: In dem Ausstellungsraum befinden sich archäologische Grabungsfunde; zugleich dient er als Stätte für Spiritualität. So stehen die rekonstruierte Abtei, die Funde und die heutige spirituelle Funktion als verschiedene Aspekte desselben Ortes nebeneinander. Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Besuchsdetails.
An der Klosterstätte beginnt der Pilgerweg „Schola Dei“, der bis zur Ludgerikirche in Norden führt. Insgesamt ist der Weg 40 km lang und umfasst 16 Stationen. Damit ist er als eigene Reiseoption von einem Besuch der Klosterstätte zu unterscheiden: Die Route führt über den einzelnen Ort hinaus bis nach Norden.
Fehnhaus und mittelalterliche Schnitzkunst
Das Grootsche Huus in Ihlowerfehn ist ein originales Fehnhaus aus dem 18. Jahrhundert. Das Backsteingebäude bewahrt seine traditionelle Einrichtung in historischen Räumen. Besucher können dort außerdem alte ostfriesische Handwerkskünste kennenlernen. Architektur, Einrichtung und Handwerk bilden dabei unterschiedliche Zugänge: Das Haus selbst ist ein Zeugnis des Bauens, während die Räume und die vorgestellten Künste den Blick auf überlieferte Lebens- und Arbeitstraditionen richten.
Ein weiterer kunsthistorischer Akzent findet sich in Bangstede. Die Kirche dort stammt aus dem 13. Jahrhundert. In ihr hängt bis heute der nur teilweise erhaltene Körper des leidenden Jesus am Kreuz, eine geschnitzte Arbeit, die zu den bedeutendsten Schnitzarbeiten des mittelalterlichen Ostfrieslands zählt. Die Kirche verbindet so ein Bauwerk aus dem Mittelalter mit einem konkreten Beispiel mittelalterlicher Schnitzkunst.
Landschaftsgeschichte und Wege
Das Schlickmuseum Riepe widmet sich einer anderen historischen Ebene. Es erklärt, wie das Überschlickungsprojekt des Wasser- und Bodenverbandes Emden-Riepe von 1954 bis 1994 die Landschaft von Riepe und Riepsterhammrich verändert hat. Anders als die Klosterstätte oder die Kirche steht hier ein Projekt des 20. Jahrhunderts und dessen Wirkung auf eine konkrete Landschaft im Mittelpunkt. Besuche erfolgen nach vorheriger Absprache.
Für Radfahrten umfasst das Wegenetz mehr als 220 km. Grün-weiße Wegweiser führen durch Ihlow und über die Gemeindegrenzen hinaus. Das eröffnet einen anderen Maßstab als der Besuch eines einzelnen Gebäudes: Das Angebot reicht über die Gemeindegrenzen hinweg, während die genannten Kulturorte jeweils eigene Themen setzen. Da sich Netz und Wegweisung ändern können, prüfen Sie diese vor Ort, bevor Sie Ihre Route planen.
Ergänzung im übergeordneten Reiseziel Aurich
Im übergeordneten Reiseziel Aurich setzt sich die Naturschutzstation Fehntjer Tief für den Erhalt der gleichnamigen Natur- und Kulturlandschaft ein. Sie dient als außerschulischer Lernstandort für Umweltbildung und als Ort der Begegnung und Öffentlichkeitsarbeit. Im Frühjahr und Sommer können Schüler und Besucher die Pflanzen- und Vogelwelt in den feuchten Wiesen des Fehntjer Tiefs bei Touren mit dem Fahrrad oder zu Fuß erleben. Diese saisonalen Naturerfahrungen geben dem Auricher Kontext einen anderen Schwerpunkt als die Bau- und Kunstgeschichte der beschriebenen Orte in Ihlow.
Zum baulichen Erbe an der Naturschutzstation gehört das denkmalgeschützte Gulfhaus. Es ist ein typisches ostfriesisches Bauernhaus aus dem Jahr 1843. Zusammen verweisen die Landschaftspflege, die Umweltbildung und das historische Gebäude auf verschiedene Seiten des übergeordneten Reiseziels Aurich.
Weitere Reiseziele entdecken: Ostersander, Neu Barstede, Großheide, Osteel, Leezdorf, Upgant-Schott, Lütetsburg, Halbemond.
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