In Lohheide stehen zwei unterschiedliche Besuchsanlässe im Blick: Die Gedenkstätte Bergen-Belsen widmet sich der Geschichte des früheren Konzentrationslagers, während der Bürgerpark zu ausgedehnten Spaziergängen und Naturerleben einlädt. Wer den Aufenthalt plant, kann dem historischen Gedenken einen eigenen Schwerpunkt geben oder Zeit für einen längeren Spaziergang vorsehen. Auf dem Gelände der Gedenkstätte ergänzen sich verschiedene Formen der Information und des Erinnerns.
Gedenkstätte Bergen-Belsen: Information und historische Spuren
Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers wurde ein Dokumentenhaus errichtet. Dort erhalten Besucher ausführliche Informationen über die damaligen Geschehnisse. Bis 1945 kamen dort mehr als 70.000 Menschen ums Leben.
Neun Reliefmodelle erläutern die einzelnen Lagerbereiche. Dazu kommen 17 Stelen mit Kurztexten und Fotografien, die über die Lagergeschichte und einzelne Gebäude informieren. Die Modelle geben einen Überblick über die Lagerbereiche; die Stelen ergänzen diese räumliche Darstellung mit knappen Erläuterungen und Bildern. So begegnen Besuchern auf dem historischen Lagergelände sowohl die Gliederung des Areals als auch Informationen zu seiner Geschichte.
Gedenkorte und bauliche Zeugnisse
Auf dem Gelände der Gedenkstätte liegen in 14 Massengräbern und 15 Einzelgräbern Menschen begraben, die in den letzten Wochen vor und unmittelbar nach der Befreiung im Konzentrationslager ums Leben kamen. Der weithin sichtbare Obelisk und die Inschriftenwand wurden auf Veranlassung der britischen Militärverwaltung errichtet und im November 1952 eingeweiht. An der Wand finden sich Inschriften vieler Staaten sowie Texte in Jiddisch, Hebräisch und Latein.
Das Haus der Stille wurde 2000 als begehbare Skulptur und Ort der inneren Einkehr seiner Bestimmung übergeben. Ein anderes Zeugnis der früheren Lageranlage sind die Grundmauern eines Desinfektionsgebäudes nahe dem ehemaligen Haupteingang zum Lagergelände. Sie sind erhalten und wurden 2016 gesichert und neu befestigt. Zusammen verweisen diese Orte auf unterschiedliche Aspekte der Gedenkstätte: auf das individuelle und gemeinsame Gedenken, auf die Gestaltung eines Ortes der Einkehr und auf bauliche Überreste des historischen Geländes.
Spaziergänge in Lohheide und Wege im Reiseziel Celle
Als anderer Schwerpunkt in Lohheide lädt der Bürgerpark dazu ein, bei ausgedehnten Spaziergängen die Natur zu erleben. Damit steht neben dem Besuch der Gedenkstätte eine Aktivität im Freien, die nicht an ein einzelnes historisches Thema gebunden ist. Wer beides in die Reiseplanung aufnehmen möchte, kann die unterschiedlichen Interessen getrennt berücksichtigen, statt aus ihnen eine vorgegebene Route abzuleiten.
Im übergeordneten Reiseziel Celle bietet der Naturpark Südheide weitere Möglichkeiten für aktive Tage. Dort gibt es zehn ausgeschilderte Rad-Thementouren mit einer Gesamtlänge von mehr als 400 Kilometern. Sie führen zu besonderen Sehenswürdigkeiten und durch Heideflächen, Wälder, Heidebäche sowie Moor- und Teichlandschaften. Für Wanderungen stehen im Naturpark 23 thematische Wanderwege, fünf Erlebnispfade und drei Fernwanderwege zur Auswahl. Die genannten Angebote unterscheiden sich bereits durch ihre Form: von Themenwegen und Erlebnispfaden bis zu Fernwanderwegen. So können Sie bei der Planung entscheiden, ob eher eine Radroute, ein kürzerer Erlebnispfad oder ein Fernwanderweg zu Ihrem Vorhaben passt.
Auch Kanufahren auf den Heidebächen im Landkreis Celle gehört zu den regionalen Möglichkeiten. Es ist jedes Jahr vom 16. Mai bis zum 14. Oktober eingeschränkt erlaubt. Prüfen Sie vor der Abfahrt die örtlichen Einschränkungen und Wasserstände. Damit stehen für eine Reise mit Lohheide als Ziel unterschiedliche Schwerpunkte zur Wahl: die historischen und baulichen Zeugnisse der Gedenkstätte, ausgedehnte Spaziergänge im Bürgerpark oder Rad- und Wanderangebote im übergeordneten Reiseziel Celle.
Weitere Reiseziele entdecken: Nordburg, Winsen / Aller, Eldingen, Ahnsbeck, Wietze, Eschede, Langlingen, Oberohe.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Celle.