Wietze verbindet die Geschichte der Ölförderung mit Wegen an Aller und Wietze. Im Deutschen Erdölmuseum nahe dem Ortszentrum geht es um Wietzes Ölproduktion; im Freigelände stehen originale Bohr- und Förderanlagen. Viele davon lassen sich noch in Betrieb setzen, wobei die Verfügbarkeit einzelner Anlagen variieren kann. Weitere Orte machen sichtbar, wie die Erdölgeschichte über das Museum hinaus Spuren hinterlassen hat.
Ölförderung und ihre Spuren
Die Hunäus-Bohrung gilt als eine der weltweit ersten erfolgreichen Ölbohrungen. Ihr ursprünglicher Standort nahe dem Ortszentrum wurde zum 150. Jubiläum rekonstruiert und mit einer großen Informationstafel für Besucher versehen. Auf dem Gelände des Deutschen Erdölmuseums steht außerdem Tower 70: Der 54 Meter hohe Turm ist ein Wahrzeichen Wietzes. Eine andere Spur der Förderung ist der Wietzer Ölberg. Er entstand aus dem Abraum, der aus Wietzes Ölschacht ausgehoben wurde. Mit 41,5 Metern Höhe bietet der Ölberg Ausblicke auf die Umgebung. Museum, Bohrungsstandort und Ölberg setzen damit unterschiedliche Akzente: technische Anlagen, die Geschichte einer frühen Bohrung und eine Landschaftsform aus dem Abraum des Ölschachts.
Wege an Aller und Wietze
Der Aller-Radweg führt durch die Flusslandschaft rund um Wietze. Daneben liegt der Lyrikpfad mit wechselnden Gedichten am Radweg; er richtet sich an Spaziergänger und Radfahrende. Das Museum liegt ebenfalls an mehreren touristischen Rad- und Themenrouten, darunter Aller-Radweg, Kaliroute, Postmeister-Route und Kulturroute Hannover. Für eine Pause am Wasser bietet sich der Rastplatz am Aller-Radweg an der Wietzemündung als Orientierungspunkt an: Dort stehen ein hölzernes Modell des Wietzer Ölbohrturms und ein überdachter Rastbereich. Von dem Rastplatz reicht der Blick über Aller, Wietze und angrenzende Wiesen.
Auch die Natur entlang der Flüsse gehört zum Bild der Gegend. Auenwälder an Wietze und Aller bieten seltenen Vogelarten Lebensraum, darunter dem Eisvogel. An der Hornbosteler Hutweide wird ganzjährig eine Teilbeweidung mit Przewalski-Pferden und Heckrindern praktiziert. Das beschreibt eine besondere Form der Landschaftspflege; es ist nicht gleichbedeutend mit einer Aussage über mögliche Tierbeobachtungen.
Kultur und Aktivitäten
In Wieckenberg steht die 1692 erbaute Stechinelli-Kapelle mit ihrem gut erhaltenen barocken Innenraum. Sie ergänzt die Industriegeschichte um einen anderen historischen Schwerpunkt. Auf dem Wasser bietet Allerhorn stunden- oder tageweise Kanus und Kajaks zur Erkundung der Aller an. Prüfen Sie die Verfügbarkeit vor Ihrer Reise. In der umliegenden Region gibt es außerdem Niedersachsens einziges Goldwaschcamp mit geführtem Goldwaschen. Informieren Sie sich vorab über Betrieb und Zugang des Camps.
Anreise und Orientierung
Für die Anfahrt mit dem Auto führt der Weg vom A7-Ausgang Schwarmstedt über die B214 zum Deutschen Erdölmuseum; die Fahrt dauert ungefähr zehn Minuten. Die tatsächliche Fahrzeit hängt vom Verkehr ab. Von Celle aus erreicht Bus 800 Wietze in etwa 40 Minuten, anschließend folgt ein ungefähr 15-minütiger Fußweg zum Museum. Prüfen Sie vor der Fahrt die Buszeiten und den Streckenverlauf. So lässt sich die Anreise besser mit den eigenen Schwerpunkten verbinden: Das Museum und die Hunäus-Bohrung stehen für die Erdölgeschichte, während Radwege, Flusslandschaft und Rastplatz andere Seiten der Umgebung erschließen.
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