Emmerthal lässt sich aus mehreren Richtungen erkunden: Renaissancegeschichte, Landwirtschaft, die historische Auseinandersetzung mit NS-Propaganda sowie Wander- und Radwege. Für Ihre Planung können Sie zuerst wählen, welches Thema den Aufenthalt prägen soll. Die Angebote unterscheiden sich auch in der Art des Besuchs: geführte Einblicke in historische Räume, eine über ein Gelände verteilte Ausstellung, ein Rundwanderweg oder eine Radroute durch mehrere Orte.
Schloss Hämelschenburg und Renaissance
Schloss Hämelschenburg ist eine Renaissanceanlage mit Kunstsammlungen und Gartenanlagen. Zur Anlage gehören außerdem Wirtschaftsgebäude, eine Mühle, eine Kirche und das Schloss. Im übergeordneten Reiseziel Hameln-Pyrmont gilt Schloss Hämelschenburg in Emmerthal als Hauptwerk der Weserrenaissance.
Bei einer Führung können Sie historische Räume mit Möbeln, Gemälden und Kachelöfen sowie Porzellan-, Glas- und Waffensammlungen besichtigen. Spaziergänge führen durch den Minnengarten bis zur Seifensiederin im Gartenhaus oder zur historischen Wassermühle mit Maleratelier. So stehen die Innenräume und Sammlungen einerseits und Garten sowie Mühle andererseits als unterschiedliche Besuchsschwerpunkte gegenüber.
Landwirtschaftsgeschichte und Erinnerung
Im Museum für Landtechnik und Landarbeit Börry geht es um 200 Jahre Landwirtschaftsgeschichte im Weserbergland. Zu sehen sind alte Handwerkerwerkstätten, darunter die von Stellmachern, Schmieden und Schuhmachern, große Außengeräte und eine Traktorenausstellung mit Fahrzeugen ab Baujahr 1938. Das Museum befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäudeensemble aus Bauernhaus, Scheune, Schafstall, Backhaus und der alten Kirche Niederbörry. Werkstätten, Maschinen und historische Gebäude geben dem Museum unterschiedliche thematische Zugänge.
Zum Museumsjahr gehören Sonderveranstaltungen und zahlreiche Themenvorträge im Konferenzraum des Pfarrhauses. Wenn Sie einen Vortrag oder eine Veranstaltung einplanen, prüfen Sie die konkreten Termine vor Ihrer Anreise.
Der Dokumentations- und Lernort Bückeberg setzt einen anderen historischen Schwerpunkt. Seine seit November 2021 bestehende Dauerausstellung ist über das Gelände verteilt. Sie zeigt, wie Massenveranstaltungen der NS-Propaganda medial verwertbare Bilder einer „Volksgemeinschaft“ inszenierten, gesellschaftliche Spaltung vorantrieben und die Deutschen auf den Krieg vorbereiteten.
Regelmäßig finden offene Führungen von etwa 90 Minuten statt; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der obere, barrierearme Ausstellungsbereich umfasst eine Kurzfassung der Inhalte aus dem Gelände, ein Tastmodell und Tafeln in leichter Sprache. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch die aktuellen Führungstermine.
Wandern, Radfahren und Gartenanlagen
Der Rundwanderweg ET1 ist 10,33 Kilometer lang und führt um den Bückeberg in Emmerthal. Schwierigkeit und Kondition sind jeweils als mittel eingestuft. Wenn Sie diese Wanderung einplanen, können Sie die angegebene Länge und die beiden Einstufungen gemeinsam als Orientierung nutzen.
Der Emmer-Radweg ist als Strecke durch mehrere Orte beschrieben: Er verläuft von Emmerthal über Hämelschenburg, Amelgatzen, Welsede, Thal, Löwensen, Bad Pyrmont, Lügde, Schieder und Wöbbel nach Steinheim. In Emmerthal besteht Anschluss an den Weser-Radweg. Damit stehen die Angaben zu einer konkreten Rundwanderung neben einer Radroute mit einer Abfolge von Orten.
Eine weitere Facette ist der Ohrbergpark in Emmerthal, der für die üppige Blütenpracht seiner Rhododendren und Azaleen bekannt ist. So ergänzen Gartenanlagen die historischen Ziele und Wege als eigener Schwerpunkt für Ihre Reiseplanung.
Weitere Reiseziele entdecken: Coppenbrügge, Lauenstein, Hameln, Hessisch Oldendorf, Salzhemmendorf, Bad Münder Am Deister, Aerzen, Bad Pyrmont.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hameln-Pyrmont.