Holzminden zeigt seine Vielfalt in unterschiedlichen Themen und Orten: Sensoria widmet sich Geruch und Geschmack, während Museen und historische Anlagen im Landkreis von Glas, Porzellan und Architektur erzählen. Dazu kommt das Wesertal mit der Burgruine Polle und dem Weserradweg als Thema für Radtouren durch die Region. Der Wechsel zwischen Stadt und Landkreis eröffnet verschiedene Blickwinkel auf die Reise: sinnliche Entdeckungen, Produktionsgeschichte, Schlossarchitektur und Landschaft stehen jeweils für sich und lassen sich nach den eigenen Interessen gewichten.
Geruch, Geschmack und Glasgeschichte
In Holzminden behandelt Sensoria Geruch und Geschmack auf 600 Quadratmetern in zehn Themenbereichen. Das Erlebnismuseum ist Europas erstes seiner Art. Neben den sinnlichen Themen gehört auch die Geschichte des Vanillins zum Inhalt: In Holzminden wurde es erstmals synthetisiert, und Sensoria widmet sich seiner weltweiten Erfolgsgeschichte. So treffen in einem Haus die Themen Geruch und Geschmack auf eine konkrete Industriegeschichte. Wer sich besonders für diese Verbindung interessiert, findet hier einen anderen Zugang als in einem Museum, das vor allem historische Gegenstände oder Produktionsabläufe in den Mittelpunkt stellt.
Das Glasmuseum Grünenplan zeichnet die Entwicklung der Grünenplaner Glashütte von ihrer Gründung 1744 bis zur modernen Produktion der Deutschen Spezialglas AG nach. Anhand von Werkzeugen, Werkstücken und Fotografien erläutert es die Produktionsabläufe. Auch der frühere Alltag wird zum Thema: Besucherinnen und Besucher erfahren, wie das Leben eines Glasbläsers aussah, wie Hüttenarbeiter einst lebten und wohnten und welche ungewöhnliche Rolle Kanarienvögel in Grünenplan spielten. Die Ausstellung verbindet damit die Geschichte einer Glashütte mit Einblicken in Arbeit und Wohnen. Sensoria und das Glasmuseum setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Hier geht es um Geruch, Geschmack und Vanillin, dort um Glasherstellung und das Leben rund um die Hütte.
Schlossanlagen, Porzellan und Wesertal
Schloss Bevern ist eine vierflügelige Renaissanceanlage. Sie wurde zwischen 1603 und 1612 um einen quadratischen Innenhof errichtet. Wassergraben, zwei Brücken und Schlossgarten ergänzen die Anlage. An diesen konkreten Bauteilen lässt sich die Form des Schlosses beschreiben: Vier Flügel fassen den Innenhof, während Graben und Brücken weitere Bestandteile des Ensembles bilden. Das unterscheidet die architektonische Perspektive von der Sammlungs- und Produktionsgeschichte, die in den Museen der Region im Vordergrund steht.
Im Museum Schloss Fürstenberg wird Porzellan aus mehr als 265 Jahren der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG präsentiert. Zur Anlage von Schloss Fürstenberg gehört außerdem eine Aussichtsplattform 80 Meter über der Weser. Von dort reicht der Panoramablick über das Wesertal und in das Dreiländereck. Sammlung und Landschaft bieten damit zwei unterschiedliche Themen: die lange Geschichte des Porzellans und den Blick über das Tal.
In Polle steht die Burgruine auf einer etwa 25 Meter hohen Bergkuppe oberhalb der Gemeinde im Wesertal. Ihre Lage setzt einen anderen Akzent als die Schlossanlagen in Bevern und Fürstenberg: Hier prägt eine Ruine auf einer Anhöhe das Bild, während die anderen Orte durch ihre Renaissancearchitektur beziehungsweise das Porzellanmuseum charakterisiert sind. Wer die Sehenswürdigkeiten nach ihrem Thema auswählt, kann so zwischen baulicher Form, Sammlung und einer markanten Lage im Wesertal unterscheiden.
Orientierung und Radfahren
Das Kloster Amelungsborn liegt an der B64 zwischen Negenborn und Eschershausen im Landkreis Holzminden. Diese Ortsangabe hilft, das Kloster im Verhältnis zu den beiden genannten Orten einzuordnen. Sie ergänzt die Museums- und Schlossgeschichten um einen weiteren konkreten Orientierungspunkt im Landkreis.
In Holzminden wird der Weserradweg für Fahrradtouren durch die Region beworben. Das Fahrrad-Parkhaus liegt direkt am Weserradweg am Johannismarkt, nahe der Tourist-Information in Sensoria und der Innenstadt. Für die Orientierung vor Ort sind hier also Radweg, Fahrrad-Parkhaus, Tourist-Information und Innenstadt als benachbarte Bezugspunkte genannt. Die Rad-Themen ergänzen die Kulturorte um eine andere Perspektive auf die Reise: Der Weserradweg steht für Touren durch die Region, während Sensoria, die Glashütte und die Schlossanlagen jeweils eigene inhaltliche Schwerpunkte setzen.
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