Funnix bietet zwei klar unterscheidbare Kulturthemen, die sich räumlich direkt aufeinander beziehen: die Backsteinkirche St. Florian auf hoher Warft und den Skulpturengarten gegenüber. Dazu kommt mit dem Jan-Schüpp-Fahrradpad eine Radverbindung über Altfunnixsiel, die weiter nach Funnix führt und abschnittsweise an der Harle verläuft. Kirchen- und Orgelgeschichte, zeitgenössische Kunst im Garten und die Radroute setzen damit unterschiedliche Akzente für einen Aufenthalt.
Kirche und Orgelgeschichte
Die Backsteinkirche St. Florian wurde im 14. Jahrhundert auf einer hohen Warft erbaut. Schon die Verbindung aus Backsteinbau, mittelalterlicher Bauzeit und erhöhter Lage gibt dem Ort einen konkreten historischen Bezug. In der Kirche befindet sich außerdem die letzte Orgel des ostfriesischen Orgelbauers Johann Friedrich Constabel. Damit kommen zwei Aspekte zusammen, die sich ergänzen, aber nicht dasselbe erzählen: Die Kirche steht für Baugeschichte, die Orgel für die Geschichte eines regionalen Orgelbauers. Wenn Sie sich für Architektur interessieren, ist der Kirchenbau der naheliegende Schwerpunkt; wer sich für Orgelgeschichte interessiert, findet mit Constabels letztem Instrument einen weiteren Anlass, Funnix kulturgeschichtlich einzuordnen.
Skulpturengarten und Landschaftsblick
Direkt gegenüber liegt der Skulpturengarten Funnix. Seine Anlage verbindet Gartenraum und zeitgenössische Stahlplastik. Den größten Teil der Sammlung bilden Arbeiten des heimischen Stahlplastikers Leonard Wübbena; daneben zeigt der Garten seit 2007 in jährlich wechselnden Ausstellungen Werke nationaler und internationaler Künstler. So verbindet sich ein klarer Sammlungsschwerpunkt mit einem Ausstellungsformat, das wechselnde Werke einbezieht.
Ein anschauliches Beispiel dafür ist die begehbare Corten-Skulptur „Marschblick“. Sie hat die Form einer Treppe; durch einen geöffneten Fensterrahmen bietet sie den Blick auf die flache ostfriesische Landschaft und den weiten Himmel. Der Rahmen lenkt die Aufmerksamkeit nicht allein auf das Objekt, sondern auch auf das gerahmte Landschaftsbild. Material, begehbare Form und Ausblick gehören bei dieser Arbeit zusammen und machen sie zu einem anderen Kunstzugang als die Betrachtung der Kirchenarchitektur.
Funnix mit dem Fahrrad
Der Jan-Schüpp-Fahrradpad führt über Altfunnixsiel weiter nach Funnix und verläuft abschnittsweise entlang der Harle. Bei Funnix ist auf dem Fahrradpad ein etwa 2,8 km langer Abstecher hin und zurück zum Skulpturengarten möglich. Die Angabe bezieht sich auf den Rundweg-Abstecher, nicht auf die gesamte Strecke des Fahrradpads; sie hilft also, den zusätzlichen Weg zum Kunstgarten von der längeren Routenplanung zu unterscheiden. Wenn Sie Funnix in eine Radtour einbeziehen, kann der Garten einen Kunsthalt an der Route ergänzen. Da sich Wegbedingungen und Beschilderung ändern können, prüfen Sie vor der Fahrt die aktuelle Routenbeschreibung.
Bei der Wahl des Besuchsschwerpunkts stehen zwei unterschiedliche Zugänge nebeneinander: St. Florian verbindet Backsteinbau und Orgelgeschichte; der Garten setzt auf zeitgenössische Stahlplastik, wechselnde Ausstellungen und den gerahmten Landschaftsblick. So können Sie danach entscheiden, ob Bau- und Musikgeschichte oder Kunst im Freien stärker zu Ihren Reiseinteressen passt. Die direkte Gegenüberlage macht es außerdem naheliegend, beide kulturellen Blickwinkel gemeinsam zu bedenken.
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