Zum Inhalt

Thunum verbindet die Geschichte der St.-Marien-Kirche mit einer nach Himmelsrichtungen gegliederten Landschaft. Die Fahrradroute „Alte Geestdörfer und Kirchen“ nimmt außerdem mehrere Siedlungsorte in den Blick und führt bis in den Wittmunder Wald. So stehen lokale Bau- und Naturdetails neben einer Fahrt, die den Ort in einen größeren regionalen Zusammenhang stellt.

St.-Marien-Kirche und historische Bezüge

Die evangelische St.-Marien-Kirche ist eine schlichte Backsteinsaalkirche aus dem Jahr 1842. Südwestlich der Kirche steht freistehend ein Glockenturm des geschlossenen Typs aus dem 13. Jahrhundert. Lage und Datierung unterscheiden die beiden Bauwerke: Der Turm ist eigenständig und mehrere Jahrhunderte älter als die Kirche. Die Bezeichnung „Backsteinsaalkirche“ verbindet eine Angabe zu Material und Bauform; „schlicht“ ordnet die Gestaltung ein. Wer die Baugeschichte betrachtet, kann daher den Kirchenbau und den separat stehenden, älteren Turm als unterschiedliche historische Bezugspunkte lesen.

Aus der Vorgängerkirche stammen zwei Ölgemälde aus dem 17. Jahrhundert, der Grabstein des Häuptlings Edo Reentzen († 1394) sowie zwei Totenschilde der Familie von Glan aus den Jahren 1771 und 1780. Die Stücke unterscheiden sich nicht nur in ihrem Alter, sondern auch in ihrer Form: Gemälde, Grabstein und Totenschilde setzen jeweils eigene Akzente. Dabei bezeichnet 1394 das Todesjahr Reentzens; 1771 und 1780 sind die Jahreszahlen der Totenschilde. Die Herkunft aus der Vorgängerkirche ist von der Bauzeit der heutigen Kirche zu unterscheiden.

Warfensiedlung und Bodenbild

Thunum ist eine auf Plaggeneschboden gegründete Warfensiedlung, unter der Gley liegt. Im Osten, Norden und Westen umgibt den Ort ein Knickmarschgebiet mit Niedermoor-Untergrund. Dieses Gebiet liegt auf 0,6 bis 0,7 m über dem Meeresspiegel. Im Süden schließt Pseudogley-Podsol-Boden mit Plaggenauflage an und breitet sich weiter nach Südwesten aus. Die Angaben unterscheiden den Boden, auf dem die Siedlung gegründet wurde, von den umgebenden Bereichen. Auch die Höhenzahl hat einen begrenzten Geltungsbereich: Sie beschreibt das Knickmarschgebiet, nicht die gesamte Siedlung. Die Himmelsrichtungen helfen, die unterschiedlichen Bodenformen räumlich einzuordnen.

Blutbuche als Naturdenkmal

Ein einzelner benannter Naturpunkt ergänzt die Beschreibung der Böden: In Thunum steht das Naturdenkmal „Blutbuche in Thunum“ mit der Kennziffer ND 4. Damit stehen ein konkretes Naturdenkmal und die räumliche Gliederung des Untergrunds als zwei verschiedene Zugänge zur Landschaft nebeneinander.

Fahrradroute durch alte Siedlungsorte

Die Fahrradroute „Alte Geestdörfer und Kirchen“ führt landeinwärts durch Thunum sowie durch sehr alte Siedlungsorte wie Esens, Stedesdorf und Warnsath bis in den Wittmunder Wald. Ihre Gesamtlänge beträgt etwa 47,6 km. Die Angabe bezieht sich auf die gesamte Route, nicht auf eine Strecke innerhalb Thunums. Prüfen Sie den Routenverlauf vor der Fahrt.

Für die Reiseplanung macht der Unterschied zwischen lokalem Schwerpunkt und mehrörtiger Tour einen praktischen Vergleich möglich: Kirche, historische Gegenstände und Blutbuche sind benannte Themen in Thunum; die Fahrradroute führt darüber hinaus durch weitere Siedlungsorte bis in den Wald. Wer vor allem Bau- und Ortsgeschichte betrachten möchte, setzt damit einen anderen Schwerpunkt als jemand, der die ganze Route einbezieht.

Weitere Reiseziele entdecken: Stedesdorf, Bensersiel.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Esens.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.