Ratingen verbindet frühe Industriegeschichte und gotische Architektur mit einer vielfältigen Landschaft. Museen, historische Orte und Parks setzen eigene Akzente; zugleich bestehen rund 70 Prozent des Stadtgebiets aus Wäldern, Wiesen, Feldern, Seen und Flüssen. Für die Planung lässt sich der Aufenthalt daher nach zwei Interessen ausrichten: mehr Zeit für Kultur und Stadtgeschichte oder für Spaziergänge und Radtouren.
Industriegeschichte, Kunst und Altstadt
Im Museum Ratingen stehen die städtische Sammlung moderner Kunst und eine kulturhistorische Ausstellung zur Geschichte und Entwicklung Ratingens nebeneinander. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen die ständigen Präsentationen. Wer sich für Kunst interessiert, kann den Museumsbesuch so mit einem Blick auf die Stadtgeschichte verbinden.
Eine besondere Adresse der Industriegeschichte ist die Baumwollspinnerei Cromford. Die erhaltene Anlage zählt zu den ältesten Industrieanlagen Deutschlands und gilt als erste vollmechanische Baumwollspinnerei auf dem europäischen Kontinent. Im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford können Besucher die Spinntechnik des 18. Jahrhunderts live nachvollziehen und Einblicke in den damaligen Arbeitsalltag gewinnen. Damit steht hier nicht nur die Geschichte einer Fabrik im Mittelpunkt, sondern auch die Technik und Arbeit, die den frühen Industriebetrieb prägten.
Zur historischen Architektur Ratingens gehören auch die Kirche St. Peter und Paul am Marktplatz und die Stadtmauer mit ihren eindrucksvollen Türmen in der Altstadt. St. Peter und Paul zählt zu den ältesten erhaltenen gotischen Hallenkirchen im Rheinland. Am Rand der Ratinger Innenstadt liegt die Wasserburg Haus zum Haus, die als bedeutendste Burg für die Stadtgeschichte gilt. Der denkmalgeschützte Poensgenpark zählt zu den großen Kulturschätzen des Rheinlands und ergänzt die historischen Ziele um eine Parkanlage.
Auch der Park von Schloss Landsberg bietet einen eigenen Schwerpunkt: Er ist weitgehend in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt. Für Besucher zugänglich sind der Park und das umgebende Waldgelände. So lassen sich in Ratingen Bau- und Stadtgeschichte mit Zeit im Freien verbinden, ohne dass alle Stationen derselben Art sein müssen.
Wanderwege, Seen und Radtouren
Für Bewegung im Grünen gibt es in Ratingen mehr als 200 Kilometer verschiedene Rundwanderwege. Auf Ratinger Gebiet ergänzen die Entdeckerschleifen „Ratingen pur“ und „Industriepfad & Kunstweg“ das Wegenetz. Wer lieber auf dem Rad unterwegs ist, findet ein ausgedehntes und gut ausgebautes Radwegenetz, das Naturgebiete und Sehenswürdigkeiten mit den verschiedenen Stadtteilen verbindet.
Der Blaue See liegt am Stadtrand von Ratingen in einem idyllischen, waldreichen Landschaftsschutzgebiet. Am Freizeitgelände gibt es einen Märchenzoo, Minigolf und Bootsfahrten – verschiedene Möglichkeiten, den Aufenthalt am See zu gestalten. Die städtische Touristinformation bietet Stadtpläne, einen historischen Stadtrundgang sowie Anregungen für Wander- und Radtouren. Damit können Sie die Routenwahl an Ihrem gewünschten Schwerpunkt ausrichten, statt sich auf eine einzelne vorgeschlagene Strecke festzulegen.
Eine weitere Landschaftsoption ist der Erholungspark Volkardey mit dem Grünen See und dem unter Naturschutz stehenden Silbersee. Der Park ist ein Anziehungspunkt für Wasserfreunde, Spaziergänger und Radfahrer. Im Vergleich dazu verbindet der Blaue See seine waldreiche Lage mit den Angeboten des Freizeitgeländes; Volkardey steht mit seinen beiden Seen und den unterschiedlichen Interessen von Spaziergängern, Radfahrern und Wasserfreunden für einen anderen Ausflugsschwerpunkt.
Marktbesuch und Planung
Für einen Abend mit Essen und Getränken bietet sich der Ratinger Feierabendmarkt als saisonaler Termin an: Von Mai bis Oktober findet er am dritten Freitag jedes Monats auf dem Marktplatz statt. Dort gibt es zahlreiche Foodtrucks und Getränke. Da Veranstaltungstermine wechseln können, empfiehlt es sich, die aktuellen Daten vor dem Besuch zu prüfen.
Ratingen lässt sich damit sowohl über einzelne Kulturorte als auch über längere Zeit draußen erschließen. Museum und Cromford setzen unterschiedliche Akzente innerhalb der Stadt- und Industriegeschichte; die Rundwanderwege, das Radwegenetz und die Seen eröffnen weitere Möglichkeiten für die Tagesplanung. Stadtpläne und Tourenvorschläge erhalten Sie bei der Touristinformation. So können Sie vorab entscheiden, ob Kunst, historische Bauwerke, eine Runde zu Fuß oder Zeit am Wasser den Schwerpunkt bilden soll.
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