Im Mühlenkreis Minden-Lübbecke gibt es 43 funktionsfähige Wind-, Wasser- und Rossmühlen. Diese Mühlenkultur ist ein prägnanter Einstieg in die Region: Sie erschließt sich als Sammlung funktionsfähiger Mühlen, als Rundkurs und als mehrtägige Route. Weitere Entdeckungen führen zu Kunststationen, historischen Handwerken, Mooren und Wegen entlang der Weser. So stehen unterschiedliche Zugänge nebeneinander – vom Blick auf ein einzelnes Handwerk bis zur Orientierung an längeren Routen.
Mühlen auf Rundkurs und Tagesetappen
Die Mühlenroute verbindet mehr als 40 Wind-, Wasser- sowie pferde- oder motorbetriebene Mühlen zu einem einzigartigen „Mühlenmuseum“. Ihr Rundkurs ist etwa 280 Kilometer lang. Einen anderen Maßstab setzt der Mühlensteig: Er verbindet im Wiehen- und Wesergebirge zehn restaurierte Mühlen auf vier Tagesetappen von jeweils 11 bis 20 Kilometern. Die Angaben unterscheiden klar zwischen einem langen Rundkurs und einer Route mit benannten Tagesetappen; beide rücken die Mühlen als Kulturerbe in den Mittelpunkt.
Auch die LandArt-Route verknüpft viele einzelne Stationen: Auf fünf Teilrouten sind es gut 80 Kunst- und Kulturorte. Entlang gut erreichbarer Wege können Sie Kunstwerke, Ateliers, Galerien und weitere Stationen in unterschiedlichen Landschaftsräumen entdecken. Da sich einzelne Stationen und Zugänge ändern können, lohnt sich vor dem Besuch ein Blick auf die aktuellen Angaben.
Glas, Höfe und Handwerk
Im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim lässt sich die Glasherstellung bei einer täglichen Vorführung beobachten. Im 1826 errichteten Glasturm formen Glasmacher mit Pfeife, Holzform und Schere Gefäße aus glühender Glasmasse. Das Museum zeigt rund 2.000 Ausstellungsstücke – vom Einmachglas bis zum prunkvollen Pokal. Große Teile des frühindustriellen Fabrikdorfs Gernheim im heutigen Petershagen sind im Zusammenhang mit dem Museum erhalten geblieben. Hier treffen also die Vorführung eines Handwerks, seine Erzeugnisse und die überlieferten Teile des Fabrikdorfs aufeinander.
Eine andere Perspektive auf frühere Lebens- und Arbeitsweisen bietet der Museumshof Rahden. Im vollständig eingerichteten Gehöft werden die Lebensweise des 19. Jahrhunderts, der bäuerliche Alltag und alte Handwerkstechniken vermittelt. Im Besucher-Bergwerk und Museum Kleinenbremen führen erfahrene Bergwerksführer durch die Untertagewelt. Dabei erläutern sie das Leben der Bergleute ebenso wie verschiedene Werkzeuge sowie Lade- und Fördergeräte. Der Bergbaulehrpfad widmet sich dagegen den Spuren über Tage: Er folgt dem Erzbergbau sowie dem Erz- und Kalksteintagebau.
Kunst und Veranstaltungen entdecken
Die Kulturorte der Region zeigen verschiedene Formen des Entdeckens: Auf der LandArt-Route liegen Kunstwerke und Ateliers an unterschiedlichen Stationen; in Gernheim steht die Glasherstellung im Mittelpunkt; in Rahden vermittelt ein eingerichteter Hof Einblicke in Alltag und Handwerk. Auf dem Gelände des Besucher-Bergwerks und Museums Kleinenbremen finden regelmäßig auch Konzerte, Theater und Lesungen unter Tage statt. Prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Veranstaltungskalender, wenn Sie Ihren Besuch mit einem Termin verbinden möchten.
Auch auf der historischen Hofstelle Windheim No2 finden Kulturveranstaltungen statt. Als Veranstaltungsorte dienen dort die alte Deele des Fachwerkhauses, das Backhaus, der Hof und der Garten. Programm und Öffnungsdetails können sich ändern; für einen konkreten Veranstaltungstermin empfiehlt sich daher ein Blick auf die aktuellen Angaben.
Moore, Weseraue und Aussicht
Zu den bekannten und beliebten Naturorten im Kreis zählen das Große Torfmoor in Hille und Lübbecke, das Oppenweher Moor in Stemwede und die Petershäger Weseraue. Im Großen Torfmoor werden geführte Wanderungen mit ausgebildeten Natur- und Landschaftsführern angeboten. Das ist eine Möglichkeit, den Naturraum im Rahmen einer Führung kennenzulernen; Angaben zum jeweiligen Termin sollten Sie vorab prüfen.
Ein markanter Blickpunkt der Kulturlandschaft ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Wittekindsberg in 268 Metern Höhe. Es gehört zu den bedeutendsten Nationaldenkmälern Deutschlands und bietet einen Panoramablick nach Norden und Süden. Der Wechsel von Naturorten und Bau- und Kulturdenkmälern erweitert den Blick über die Mühlengeschichte hinaus, ohne dass dafür ein einziges Ausflugsprogramm vorgegeben ist.
Routen für Rad und Rundgang
Im Mühlenkreis führen elf Radrouten quer durch den Kreis. Der Weser-Radweg verläuft insgesamt auf etwa 520 Kilometern entlang der Weser von Hann. Münden bis Cuxhaven; durch Minden-Lübbecke führt er von Porta Westfalica bis Petershagen. Einzelne Abschnitte können mit einem Fahrgastschiff zurückgelegt werden. Da sich Details des Schiffsangebots ändern können, prüfen Sie diese Möglichkeit vor der Reise für den gewünschten Abschnitt.
Wer eine andere Wegperspektive sucht, findet mit dem Glacis-Rundwanderweg eine Route rund um Minden. Sie führt entlang der Weserpromenade, durch die Fischerstadt und den Botanischen Garten bis zur Mündung der Bastau. Im Vergleich zum Weser-Radweg, der einen Abschnitt eines längeren Flusswegs bildet, beschreibt der Glacis-Weg eine Runde mit Stationen in und um Minden. So können Sie zwischen Fernroute und einem auf die Stadt bezogenen Rundweg unterscheiden, ohne eine bestimmte Geh- oder Reisezeit vorauszusetzen.
Weitere Reiseziele entdecken: Porta Westfalica, Preussisch Oldendorf, Stemwede, Rahden, Minden, Hille, Bad Oeynhausen, Petershagen, Espelkamp, Hüllhorst, Lübbecke.
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