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Eine Reiseentscheidung für Sankt Augustin kann an zwei unterschiedlichen Schwerpunkten ansetzen: Baugeschichte und Natur. Kirchen, Burgen und Mühlentechnik stehen Wäldern, Heide und Siegaue als eigene Themen gegenüber. Wenn Sie eine Unterkunft in Sankt Augustin suchen, können Sie zuerst überlegen, ob historische Orte oder Landschaften Ihre Reise prägen sollen – oder ob Sie beide Seiten kennenlernen möchten.

Kirchen, Mühle und Burggeschichte

Die Pfarrkirche Sankt Martinus in Niederpleis ist das älteste Gebäude in Sankt Augustin. Ihre beiden unteren Turmgeschosse stammen aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und bestehen aus Bruchsteinmauerwerk. Im südlichen Querhaus befindet sich ein zylindrisches Taufsteinbecken aus Trachyt, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert. Turm und Taufstein zeigen zwei verschiedene historische Details an derselben Kirche: einmal das Mauerwerk, einmal Material und Form eines einzelnen Ausstattungsstücks.

Auch die Niederpleiser Mühle erzählt von handwerklicher Technik. Sie ist die einzige noch erhaltene Mühlenanlage im Stadtgebiet; ihre Mühlentechnik wurde 1998/99 umfassend restauriert und ist bis heute funktionsfähig. Damit ergänzt sie die mittelalterlichen Bauteile der Kirche um ein anderes Kapitel des örtlichen Kulturerbes.

Die Burgen in Niederpleis und Menden stehen für unterschiedliche historische Bezüge. Burg Niederpleis war neben Burg Menden einer von zwei mittelalterlichen Rittersitzen im heutigen Stadtgebiet. Das heutige Gebäude der Burg Niederpleis wurde um 1870 errichtet und ist in seiner ursprünglichen Struktur erhalten; ausgenommen ist der frühere Ostflügel, der 1972 einer Tierhalle weichen musste. Burg Menden ist ein ehemaliger Herrensitz. Die erste Burg dort wurde um 1100 als Sitz des Rittergeschlechts „von Menden“ erbaut. So lassen sich bei der Ortswahl mittelalterliche Geschichte und die spätere Baugeschichte der Anlage in Niederpleis auseinanderhalten.

Wälder, Siegaue und Hangelarer Heide

Für Natur- und Wegelandschaften bieten sich unterschiedliche Bezugspunkte. Der Dambroicher Wald liegt an der Stadtgrenze von Sankt Augustin und ist durch Reit- und Wanderwege gut erschlossen. Der Niederpleiser Wald ist intensiv erschlossen und dient vorwiegend der siedlungsnahen Erholung. Diese beiden Wälder unterscheiden sich damit in ihrer beschriebenen Rolle: hier Wege für Reiten und Wandern, dort vor allem Erholung nahe der Siedlung.

In der Siegaue liegen Landschaftsschutz und Tierwelt im Mittelpunkt. Im Naturschutzgebiet kommen seltene Vogelarten vor; große Teile der landwirtschaftlich genutzten Aue bei Meindorf stehen unter Landschafts- oder Naturschutz und weisen eine wertvolle Tier- und Pflanzenwelt auf. Die Siegaue im Stadtbezirk Buisdorf lädt zu Fahrradtouren und Wanderungen ins Umland ein. Am Buisdorfer Siegwehr überwinden zurückkehrende Lachse im Herbst das Wehr mit Sprüngen und ziehen flussaufwärts weiter – ein saisonaler Naturaspekt, der sich von den ganzjährig beschriebenen Wald- und Auenthemen abhebt.

In Hangelar liegt der Flugplatz mitten im Naturschutzgebiet Hangelarer Heide. Im und um das Flugplatzgelände finden sich bemerkenswerte Sandmagerrasengesellschaften. Vier Naturtafeln im Bereich der Heide informieren über eine städtische Streuobstwiese, eine Feldhecke, den Grünlandbereich der Hangelarer Heide und einen neu geschaffenen Lebensraum für die Kreuzkröte nahe dem Freibad. Wenn Sie die Tafeln gezielt einplanen, können Sie vor Ort ihren Zustand prüfen.

Eine weitere Orientierung für Rad- und Wanderinteressen bietet das „Grüne C“. Dieses Wegeband reicht von Bornheim bis nach Sankt Augustin; das Regionale Wiesen- und Weidenzentrum in Sankt Augustin-Niederpleis liegt an seinem Rad- und Wanderweg. Der Bezugspunkt ist damit ein benanntes Zentrum an der Route, während die Strecke selbst einen größeren Verlauf zwischen den beiden Orten beschreibt.

Anreise und Mobilität

Für die Anreise mit dem Regionalverkehr besteht am Bahnhof Menden Anschluss an den Regionalverkehr. In Hangelar hat die Stadtbahnlinie 66 drei Haltestellen und verbindet den Ortsteil mit Köln und Bonn. An allen Stadtbahnhaltestellen der Linie 66 gibt es sichere Fahrradständer und Fahrradboxen. Im näheren Umfeld des Reiseziels liegt außerdem der Bahnhof Siegburg/Bonn, über den der Fernverkehr erreichbar ist; die Stadtbahnlinie 66 bindet ihn an. Prüfen Sie vor der Abfahrt die aktuellen Fahrpläne, damit Ihre Planung zu den Verbindungen passt.

Weitere Reiseziele entdecken: Much, Bornheim, Ruppichteroth, Rheinbach, Windeck, Adendorf, Königswinter, Bad Honnef Am Rhein.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Rhein-Sieg-Kreis.

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