Das Netz der Route Industriekultur verbindet Industriedenkmäler des Ruhrgebiets und umfasst 27 Ankerpunkte, 17 Aussichtspunkte und 13 Siedlungen. Die Entdeckung endet also nicht bei einzelnen Zechen: Auch Aussichtspunkte und Siedlungen gehören zum Netz. Themenrouten setzen weitere Schwerpunkte bei Natur, Stadtgeschichte, Architektur, Bergbau und Transportwesen. So lässt sich die Region über unterschiedliche Zugänge erkunden, ohne Industriekultur auf Maschinen und Hallen zu reduzieren.
Radwege und Stadtrouten im eigenen Maßstab
Die Route Industriekultur per Rad ist ein 300 Kilometer langer Rundkurs, der die wichtigsten Industriedenkmäler des Ruhrgebiets verbindet. Sie verläuft häufig abseits des Straßenverkehrs, über gut ausgebaute Wege auf ehemaligen Bahntrassen und an Flussufern. Ein Knotenpunktsystem unterstützt die Orientierung. Der Rundkurs verbindet damit Radfahren und den thematischen Blick auf die Industriegeschichte.
Ein anderes Format bieten die Urban.Trails: Die Stadtrouten im Ruhrgebiet sind 7 bis 15 Kilometer lang und als Halbtagestouren oder Tagestouren angelegt. Der Urban.Trail Essen beginnt am Südausgang des Essener Hauptbahnhofs und endet an der S-Bahn-Haltestelle Essen-Hügel. Wenn Sie eine Weiterfahrt mit der Bahn einplanen, prüfen Sie den aktuellen Fahrplan. Als längere Streckenoption führt der etwa 100 Kilometer lange Emscher-Weg durch das Ruhrgebiet, vorbei an Industriekulissen, Kunstinstallationen und Natur.
Die Formate lassen sich nach Länge und Tagesumfang unterscheiden: Hier steht ein 300-Kilometer-Rad-Rundkurs, dort stehen Stadtrouten für eine Halbtagestour oder einen ganzen Tag. Der Emscher-Weg setzt mit seiner ungefähren Länge und den wechselnden Kulissen einen weiteren Akzent. So können Sie abwägen, welche Art von Strecke zu Ihrer Reiseplanung passt, ohne die Routen als ein gemeinsames Wegenetz zu behandeln.
Industriekultur in Architektur und Ausstellung
Im Deutschen Bergbau-Museum Bochum führt während der Öffnungszeiten des Museums eine Aufzugfahrt im Fördergerüst zur ersten von zwei Aussichtsplattformen. Von dort eröffnet sich ein Panoramablick über die vom Bergbau geprägte Region. Auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein wiederum umfassen Führungen die erhaltenen Übertageanlagen der Zeche und Kokerei sowie das Gelände der Welterbestätte. Der eine Besuch richtet den Blick auf ein Fördergerüst und die Aussicht, der andere auf die Anlagen und das Gelände.
Auch die Bauweise erzählt von der Industriegeschichte. Die Maschinenhalle des LWL-Museums Zeche Zollern ist ein Industriekulturbau aus Stahl und Glas; ihr bunt verglastes Jugendstilportal setzt dazu einen eigenen architektonischen Akzent. Im LVR-Industriemuseum St. Antony-Hütte befindet sich eine Dauerausstellung im ehemaligen Direktorenwohnhaus. Das frühere Wohnhaus und die Maschinenhalle zeigen unterschiedliche Seiten der Industriekultur: hier ein Bau mit markantem Portal, dort ein historisches Wohngebäude als Ausstellungsort.
Eine andere Perspektive bietet Situation Kunst/Museum unter Tage: Die Dauerausstellung umfasst mehr als 1.000 Quadratmeter und präsentiert Landschaftskunst vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Im LWL-Museum Henrichshütte führt der Weg des Eisens zu einem Aussichtspunkt auf Hochofen 3. Von dort reicht der Blick aus 55 Metern Höhe über das Ruhrtal. In der Schaugießerei veranschaulichen Vorführungen und Erzählungen ehemaliger Mitarbeiter als Zeitzeugen das historische Arbeitsleben.
Ausblicke, Kunst und Natur erleben
Beim Tetraeder Bottrop liegt die erste Plattform 18 Meter hoch; eine weitere befindet sich 20 Meter darüber und bietet einen Rundumblick über die Metropolregion. Der Gasometer Oberhausen setzt einen anderen Maßstab: Der 117 Meter hohe Gasbehälter ist ein Industriedenkmal und dient heute als Ausstellungsort. Sein Dach ist per Außenaufzug oder über 592 Treppenstufen erreichbar und bietet einen Panoramablick. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Betriebsdetails.
Auch Tiger & Turtle – Magic Mountain verbindet Kunst und Aussicht. Die begehbare Achterbahn-Skulptur führt Kunst, Abenteuer und Erlebnis zusammen. Vom Looping reicht der Blick bei klarem Wetter bis nach Düsseldorf und zum Flughafen-Tower. Die Sichtbedingung gehört hier zum Erlebnis: Der Blick auf die beiden genannten Ziele bietet sich bei klarer Witterung.
Im Landschaftspark Duisburg-Nord verbinden sich Industriekultur und Naturerlebnis zu einer Parklandschaft. Zwischen den Hochöfen 1 und 2 fordert der Hochseilparcours in 55 Metern Höhe zum Klettern heraus; dafür ist eine Buchung erforderlich. Damit stehen auf dem Gelände die Parklandschaft und ein konkretes Kletterangebot nebeneinander. Zusammen mit den Aussichtspunkten, Ausstellungen und Routen lässt sich das Ruhrgebiet aus mehreren Blickwinkeln entdecken.
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